Zahnarzt Darmstadt Kristin Endres MSc - Müssen Weisheitszähne unbedingt bei jedem Patienten entfernt werden?

Veröffentlicht von: Zahnarzt Darmstadt Kristin Endres MSc
Veröffentlicht am: 30.04.2011 10:44
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - Das wohl bekannteste Thema in der Zahnmedizin sind die Weisheitszähne. Jeder kennt irgend jemanden, der ganz wilde Geschichten über diese Zähne respektive der Entfernung dieser Zähne kennt.

Weisheitszähne werden hierzulande recht häufig entfernt, da meist anatomisch in der Region des Unterkieferwinkels nicht ausreichend Platz zur kaufunktionellen Integration dieser Zähne besteht und sie dann Druck auf die Zähne davor ausüben können.

Wenn die Zähne die Kauebene nicht erreichen, haben Sie auch keine Funktion und bergen nur das Risiko einer Karies bzw. die Gefährdung der Restbezahnung aufgrund mangelhafter Reinigungsbedingungen.

Es gibt aber auch Zähne deren Achsrichtung derart verändert ist, daß sie quer im Kiefer liegen. Auch dies stellt eine Indikation zur Entfernung dar.
Die meisten Menschen entschliessen sich, Weisheitszähne entfernen zu lassen, wenn diese entzündet sind und Schmerzen verursachen.

Wenn die Entfernung der Weisheitszähne indiziert ist, dann bevorzugen wir die Entfernung dieser Zähne auf einer Gesichtshälfte, damit die Operationsfolgen nur auf eine Seite konzentriert sind.
Je nach Ablauf des Eingriffs können aber auch alle 4 Weisheitszähne auf einmal entfernt werden, wenn die Zähne sich schnell und ohne grosse Komplikationen entfernen lassen. Der Eingriff erfolgt in den meisten Fällen unter örtlicher Betäubung.
Die Weisheitszähne können aber auch unter Narkose entfernt werden. Dazu erfolgt die Behandlung bei einem Mund und Kieferchirugen aus unserem Netzwerk. Diese Option sollte aber wirklich nur in Ausnahmefällen gewählt werden!

Für die Entfernung der Weisheitszähne sollte immer eine Nutzen/Risiko-analyse betrieben werden, denn es handelt sich um eine Operation die natürlicherweise mit Risiken und Komplikationen verbunden sein kann.

Zu den wichtigsten Risiken zählen:
Verletzung der Nachbarstrukturen, hier im Speziellen der Unterkiefernerv (n. mandibularis), der für alle Zähne und eine sensorische Fläche im Mundwinkelbereich zuständig ist, der N. lingualis als sensorischer Nerv der Zunge, sowie die Kieferhöhlen - bei Oberkieferweisheitszähnen - die bei der Entfernung eröffnet werden können.
Ausserdem kann es zu Wundheilungsstörungen durch Missachtung der postoperativen Verhaltensregeln kommen, wenn zum Beispiel der für die Wundheilung wichtige Blutklumpen in der Wunde zerfällt, weil der Patient geraucht hat oder zu kräftig gespült hat. Dann verursacht der freiliegende Knochen starke Schmerzen und muss durch eine Tamponade oder eine medikamentöse Einlage geschützt und desinfiziert werden.

Wenn man nun zu den Menschen gehört, bei denen es sinnvoll erscheint, die Weisheitszähne zu entfernen, weil sie quer im Kiefer liegen oder keinen Platz im Kiefer haben, um regelrecht durchzukommen und in den normalen Biss integriert zu werden, wann ist dann der geeignete Zeitpunkt, die Zähne zu entfernen? Soll man warten, bis diese Zähne Schmerzen bereiten, oder soll man sie schon vorher entfernen?

Es gibt keine Regel dafür!

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Knochenheilung in den meisten Fällen um so schneller und besser stattfindet, je jünger der Mensch ist.
Bei alten Menschen ist die Knochenregeneration und die Wundheilung oft viel langwieriger.
Auch sind bei ganz jungen Menschen unter 20 Jahren die Wurzeln der Weisheitszähne noch nicht vollständig ausgebildet und das macht eine operative Entfernung viel einfacher, als wenn im erwachsenen Alter eventuell richtige Widerhakenwurzeln den Eingriff dann extrem kompliziert werden lassen.

Wenn also keine Schmerzen im Spiel sind, muss jeder Patient für sich selber entscheiden, ob und wann er sich von seinen Weisheitszähnen trennen möchte.

Wenn kein Platz für diese Zähne vorhanden ist, oder wenn sie quer im Kiefer liegen, dann kann man sagen: Je früher, desto Besser!


Kristin Endres MSc Zahnarzt Darmstadt Untersuchung

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