Zumindest scheint das erneut aus einer Umfrage Ende Juli 2011 hervorzugehen, die der "Stern" veranlasste. Demnach haben die Bürger im Lande zur Zeit mehr Angst vor hohen Staatsschulden, unsicheren Renten und Preisauftrieb als vor drohender Arbeitslosigkeit. So gaben nach dem sogenannten "Sorgenbarometer" des Hamburger Magazins “Stern” 61 Prozent der Befragten die Finanzkrise des Staates als ihre größte Sorge an. Zu Angst vor unsicheren Renten bekannten fast 60 Prozent. Schließlich bekundeten auch noch über 50 Prozent ihre Furcht vor Preissteigerungen.
Klingt doch gut, könnte man meinen, weil offensichtlich in der Bundesrepublik die Angst vor Kündigung und Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist. Dennn davor haben nur noch rund 30 Prozent Angst. Das ist der geringste Wert seit 2009. Damals hatten im März 2009 noch 67 Prozent der Bürger Arbeitslosigkeit als ihre größte Sorge bezeichnet.
Kann es sein, dass sich hier viele der Befragten ein X vor ein U machen? ... Wenn die Angst vor hohen Staatsschulden, unsicheren Renten und Preisauftrieb so hoch ist, müsste dann nicht auch der Frage nachgegangen werden: Welche Folgen haben zum Beispiel Staatsschulden für den Arbeitsmarkt und die Mitarbeiter in den Unternehmen?
Hat nicht der Streit der letzten Wochen zwischen Demokraten und Republikanern in den USA um die Schuldengrenze gezeigt, dass bei drohender Zahlungsunfähigkeit des Staates zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr sind? Ist nicht zuletzt wegen der Staatsschulden die Arbeitslosenquote in Griechenland auf den Rekordwert von 16,2 Prozent gestiegen? Hat nicht auch die Staatsschuldenlast in Spanien ebenfalls schon dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit bereits zu Jahresanfang mit über 21 Prozent auf den höchsten Wert seit rund 14 Jahren gestiegen ist? …
Wäre es aus diesen unübersehbaren Entwicklungen nicht dringend notwendig, sich verstärkt um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes und um Alternativen zu kümmern, ehe die Staatsschulden der Bundesrepublik in Höhe von offiziell fast 2 Billionen Euro zu dramatischen Einschnitten wie in Griechenland Anlass geben?
Auch wenn angesichts der immer schneller steigenden Nachfrage nach Fachkräften vor allem Unternehmer über die Frage nachdenken: wie (er-)halte ich die richtigen Mitarbeiter, sollte die wirtschaftliche und politische Situation Arbeitnehmer nicht zu Sorglosigkeit verleiten. Die Folgen könnten viele genauso dramatisch empfinden, wie die plötzlich arbeitslosen Angestellten von Lehman Brothers und vielen anderen Unternehmen weltweit zu Beginn der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise
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