Krise light: Berliner Wirtschaftsleistung zeigt sich stabil

Veröffentlicht von: Peter Runge
Veröffentlicht am: 25.09.2009 17:33
Rubrik: Handel & Wirtschaft


(Presseportal openBroadcast) - BVMW-Wirtschaftsenator Uwe Röhrig: Einsparungen alleine sind kein Allheilmittel

Berlin, September 2009 - Die deutsche Hauptstadt kommt besser durch die Krise als viele Flächenländer der Republik. Berliner Unternehmen und die im brandenburgischen Umland sind nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de weniger beeinträchtigt von der Wirtschaftskrise: „Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt in Berlin in jeweiligen Preisen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent und in Brandenburg um 2,4 Prozent“, so die Tageszeitung. Und weiter: „Zugute kam der Hauptstadtregion, dass sie über einen starken Dienstleistungssektor verfügt.“ Während das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt bundesweit im ersten Halbjahr 2009 um 6,8 Prozent zurückging, waren es in Berlin nur 2,3 Prozent.

Neben der Wirtschaftsstruktur, die diese Entwicklung befördert, sind es aber auch mittelständische Unternehmen, die der Krise trotzen. „Wir stecken weder den Kopf in den Sand, noch legen wir die Hände in den Schoss und warten, auf was auch immer“, sagt der Inhaber der Berliner Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de, Uwe Röhrig, im Gespräch mit dem Info Brief des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft für Niedersachsen und Bremen http://www.bvmw.de/uploads/media/Newsletter_KW38-09.pdf. Krisenzeiten alleine mit Sparmassnahmen zu begegnen, hält er für verfehlt: „Es gibt kein Unternehmen, dass allein auf der Basis von Einsparungen gesundet.“ Für die kommenden Jahre sieht Röhrig, selbst Wirtschaftssenator im BVMW, in seiner Branche einen hohen „Anspannungsgrad, der sich nicht allein über Automarken und neue Automodelle weiter entspannen wird, sondern über ein nachhaltiges Management, dass die kompromisslose Kundenorientierung fokussiert.“ Viele Unternehmen hätten aufgrund von falschen Managemententscheidungen die Krise zum großen Teil mitverschuldet, ebenso die daraus resultierenden Werksschließungen und Arbeitsplatzverluste.

Dass die Abwrackprämie, die zu einer Sonderkonjunktur für den Automarkt geführt hat, Arbeitsplätze in Deutschland gesichert haben soll, lässt Röhrig im Gespräch mit dem BVMW-Organ nicht gelten: Schließlich würden beispielsweise Kleinwagen wie der VW Fox oder Polo, deren Absatz durch die Prämie gesteigert wurde, nicht in Deutschland gefertigt. Nun seien dramatische Einbrüche im Neuwagenmarkt, aber auch bei den Werkstätten, zu erwarten. „Eine ausgefeilte CO2-Besteuerung hätte auch den deutschen Herstellern der Premium-Marken geholfen“, zeigt Röhrig Alternativen auf, die nicht realisiert wurden. „So ist der Schuss, wie prognostiziert und vorgewarnt, nach hinten losgegangen. Also eine durchweg ganz schlechte Maßnahme, auch dass damit Fahrzeuge neu in den Markt gekommen sind, die eine optimierte Schadstoffemission aufweisen, ist letztlich kein zwingendes Argument. Bei einem Fahrzeugmarkt, der etwa 45 Millionen an Bestandsfahrzeugen hat, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.“

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