Studie: Bisexuelle sind nicht zu beneiden

Veröffentlicht von: Gleichklang limited
Veröffentlicht am: 22.10.2015 09:16
Rubrik: Freizeit & Hobby


(Presseportal openBroadcast) - Umfrage zeigt, dass Bisexuelle oft Opfer von Diskriminierung werden

Die Online-Dating-Plattform www.Gleicklang.de und das durch sie betriebene Internet-Portal www.bisexuell.net haben 614 Bisexuelle im Alter von 16 bis 80 zu ihrer gesellschaftlichen Integration befragt. Es beteiligten sich 348 Frauen, 242 Männer, 12 transsexuelle Frauen, 8 transsexuelle Männer und 4 Zwitter.

Die Ergebnisse sind ernüchternd:

Angst vor dem Outing

Fast die Hälfte der Befragten (45%) gab an, ihre Bisexualität gegenüber ihrem Umfeld geheimzuhalten. 40% der Befragten hielten ihre Bisexualität sogar vor dem Partner geheim. Dabei gab die überwältigende Mehrheit der Befragten an, dass sie sich eigentlich wünschten, offen mit ihrer Bisexualität umgehen zu können. 70% der Befragten berichteten aber über eine Angst vor einem Outing aufgrund gefürchteter negativer Konsequenzen.

Häufige Diskriminierung

79% der offen bisexuell lebenden Befragten gaben an, bereits Diskriminierungen erlebt zu haben. 36% der Befragten berichteten dass ihr Umfeld ihnen bereits mit Misstrauen wegen ihrer Bisexualität begegnet sei. 28% der Befragten gaben an, dass Personen ihres Umfeld ihnen gegenüber zum Ausdruck gebracht hätten, dass sie sich zusammen mit Bisexuellen unwohl fühlen. Ein Fünftel (20%) der Befragten gab gar an, dass ihnen wegen ihrer Bisexualität mit Gefühlen von Ekel begegnet worden sei. Oft wurden negative Reaktionen durch Bekannte, Familienangehörige, Partner, Freunde oder Arbeitskollegen berichtet. Die Befragten beklagten aber auch Diskriminierungen durch Medien und Kirchen. Recht häufig durch die Befragten erlebte Vorurteile waren die Annahmen, dass Bisexuelle nicht wüssten, was sie wollten, oder, dass Bisexuell untreu oder beziehungsunfähig seien. Ebenfalls gaben die Befragten an, dass ihnen unmoralisches Verhalten oder Sexsucht vorgehalten worden seien.

Aber auch konkrete diskriminierende Handlungsweisen wurden von den Befragten recht häufig berichtet:

26% der Befragten gaben an, dass ihnen Personen wegen ihrer Bisexualität aus dem Weg gegangen seien. 25% der Befragten schilderten, sie seien durch ihr Umfeld aufgefordert worden, ihre Bisexualität zu verändern. 22% der Befragten berichteten von Kontaktabbrüchen durch andere Personen aufgrund ihrer Bisexualität. Fast ein Fünftel der Befragten (19%) gab an, beleidigt oder verspottet worden zu sein. Erheblich seltener waren aber Berichte über mit der eigenen Bisexualität zusammenhängende Bedrohungen (5%) oder körperliche Angriffe (1%).

Erschwerte Partnersuche

Auch bei der Partnersuche sehen sich Bisexuelle mit Erschwernissen konfrontiert:

67% der Befragten berichteten, dass die Partnersuche für Bisexuelle schwerer sei als für Heterosexuelle oder Homosexuelle. 85% beklagten das Fehlen einer bisexuellen Suchoption bei den großen Online-Partnervermittlungen, die die Festlegung auf nur ein Suchgeschlecht verlangen. Die Befragten erlebten dies als Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.

Handlungsbedarf der Gesellschaft

Wie lassen sich die bestehenden Probleme aus Sichtweise der befragten Bisexuellen am ehesten beheben?

59% der Befragten gaben an, dass das größte Problem die mangelnde Sichtbarkeit von Bisexualität in der Gesellschaft sei. Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Bisexuelle outen würden. 39% meinten, Bisexuelle bräuchten eine stärkere Lobby. Lediglich 9% der Befragten gaben an, dass Bisexuelle ihrer Ansicht nach selber an der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz schuld seien, weil sie sich versteckten.

Die Umfrageergebnisse machen nach Einschätzung des Gleichklang-Psychologen Dr. Guido F. Gebauer deutlich, dass trotz aller Toleranz die bisexuelle Orientierung nach wie vor gesellschaftlich diskriminiert werde. Entscheidend für die Überwindung der Diskriminierung bisexueller Menschen sei ein wachsendes gesellschaftliches Interesse und eine wachsende Sichtbarkeit von Bisexualität. Da viele Bisexuelle nach wie vor ein Outing fürchteten, müssten Medien, Politik und auch die Interessenverbände der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen der Thematik der Bisexualität mehr Öffentlichkeit einräumen. Auch im privatwirtschaftlichen Bereich bestehe dringender Handlungsbedarf. So sei es ein Unding, dass im Jahr 2015 nach wie vor die großen Online-Partnerbörsen ihre Mitglieder zwängen, ihre Suche auf ein Geschlecht zu begrenzen. Dies komme einer systematischen Ausgrenzung bisexueller Menschen gleich.

Viele weitere Zahlen und Details können hier bei www.bisexuell.net nachgelesen werden.

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