Interview mit Autorin Kate Dakota

Veröffentlicht von: Leserkanone.de
Veröffentlicht am: 26.10.2015 20:55
Rubrik: Gesellschaft & Kultur


Kate Dakota
(Presseportal openBroadcast) - Nachdem Kate Dakota mit ihrer »Prescott-Saga« ein umfangreiches Werk in vier Bänden vorgelegt hatte, wagte sie kürzlich den Sprung ins Krimigenre und widmete sich in ihrem Buch »Der 8. Mord« einem Serienverbrechen. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach die vielseitige Autorin über den neuen Roman, über die Faszination menschlicher Abgründe und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Dakota, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Roman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Der 8. Mord« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Ja, gerne. In diesem Buch geht es um ein Serienverbrechen, das ganz Deutschland und selbstverständlich die zuständige Sonderkommission schockiert und in Atem hält. In einem zweiten Strang steht die Familie Mattern im Mittelpunkt, die eine ganz normale und durchschnittliche Familie mit den üblichen Alltagsproblemen ist. Doch im Verlaufe des Buches erkennt der Leser immer mehr, dass die Taten des Serienverbrechers auf die Matterns abzielen und das ein Mitglied dieser Familie das nächste Opfer sein könnte.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Ans Herz legen kann ich das Buch jedem, der Spannung mag, die hin und wieder auch mit ein bisschen Gefühl und Humor verwebt ist. Das Buch ist mit Sicherheit kein Meisterwerk der Kriminalistik, aber ich denke, dass es den Leser gut unterhalten kann. Was die anderen Fragen betrifft: Natürlich gibt es Autoren, die ich sehr gerne mag, aber dass ich sie als Vorbilder bezeichnen würde, oder gar ihren Schreibstil nachzuahmen versuche, so weit würde ich nicht gehen. Jeder Autor sollte und muss da sein eigenes Ding machen. Wie ich meinen Stil gefunden habe? Nun, etwas salopp gesagt: Ich schreibe wie ich rede. Meine Lieblingsbücher? Ich mag die Krimis von Jussi Adler Olsen sehr gerne, aber ich lese auch viele Biografien und ab und an auch mal etwas fürs Herz.

– »Der 8. Mord« ist ihr erster literarische Ausflug ins Krimifach, nachdem Sie zuvor in ganz anderen Genres unterwegs waren. Was hat Sie zu dem Genrewechsel bewogen? Was fasziniert Sie persönlich an der Welt der Kriminalromane? Und woher nahmen Sie die Ideen und Inspirationen zu den Verbrechen, die Sie zur Grundlage der Geschichte gemacht haben?

»Der 8. Mord« ist das erste Buch, dass als Ganzes dem Genre »Krimi« zugeordnet ist, aber schon der zweite Band der Prescott-Saga berührt diesen Bereich. Mich faszinieren menschliche Abgründe im gleichen Maße, wie sie mich anwidern. Eine Inspiration zu einem Buch, die fällt nicht wirklich schwer, man muss ja nur tagtäglich in die Nachrichten schauen. Bei diesem Buch stand aber vor dem eigentlichen Verbrechen der Ort der Tat. Die meisten der Tatorte habe ich selbst schon mal besucht, wie wahrscheinlich viele meiner Leser auch. Durch diese Vorgehensweise erhoffe ich mir, dass der Leser sich besser in die jeweilige Beschreibung der Szene hineinversetzen kann und dadurch sein persönliches Grauen noch weiter verstärkt wird. Ein Autor spielt ja in gewisser Weise immer mit den Emotionen seiner Leser, das ist in diesem Fall auch nicht anders.

– Wie schafft man es, sich wochen- oder gar monatelang in der richtigen Stimmung dafür zu halten, sich literarisch mit Mord und Totschlag und somit mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen zu können? Haben Sie dazu spezielle Gewohnheiten beim Schreiben entwickelt?

Ob ich jemals eine Geschichte schreiben kann, in dem sich alles nur um das Böse dreht, das bezweifle ich. Ich versuche immer, einen gewissen Ausgleich zu schaffen, Phasen, in denen der Leser und auch ich als Schreibende zur Ruhe kommen kann. In diesem Buch sind es die Szenen um die Familie Mattern, die einen etwa 2/3 des Buches schmunzeln und auch ein bisschen träumen lassen. Bis dann die Verbindung zu den Verbrechen immer deutlicher wird. Dann geht es auch in diesem Erzählstrang ans Eingemachte.
Eine spezielle Angewohnheit beim Schreiben habe ich also keine, außer dass ich immer versuche, eine bisschen die Waage zu halten und alle Gefühle mehr oder minder gleichmäßig zu bedienen.

– Vor dem »8. Mord« haben Sie eine ganze Buchreihe geschrieben, nämlich die »Prescott-Saga«. Was hat es mit diesen Büchern auf sich, wie sind sie inhaltlich einzuordnen und an welche Leserschaft sind sie gerichtet? Was waren die größten Unterschiede beim Schreiben der Serie zur Arbeit an einem Kriminalroman?

Die Prescott-Saga besteht aus vier Bänden, in denen verschiedene Personen der Washingtoner Familie Prescott behandelt werden. In dieser Reihe habe ich mich an verschiedene Genres herangetastet. Zwar wird vorrangig immer eine Liebesgeschichte erzählt, aber der erste Band tendiert in Richtung Dramedy, der zweite hat wie oben schon gesagt einen Hauch Krimi, der dritte etwas von einem politischen Thriller und der vierte ist zumindest in einem Strang ein Historical. Alle vier Bücher sind also grundsätzlich verschieden, und trotzdem werden sie durch die agierenden Personen zu einer Einheit. Der größte Unterschied oder zu jedem anderen Roman, der für sich alleine steht, war die Schwierigkeit, alles Details der Geschichten, die sich über vier Bände angesammelt haben, im Gedächtnis zu behalten. Ich bin da ein ziemlicher Perfektionist und inhaltliche Fehler ärgern mich nun mal maßlos. Aber das war schon eine gewaltige Herausforderung, eben solche inhaltlichen Fehler bei der Prescott-Saga zu vermeiden.

– Sie haben sich dazu entschlossen, Ihre Bücher nicht über einen Verlag zu veröffentlichen, sondern in Eigenregie, und dabei den Weg über Amazon gewählt. Was hat Sie dazu gebracht, Ihre Romane auf genau diese Weise zu vermarkten?

Einerseits war es vielleicht zu Beginn ein wenig Unsicherheit und die Angst, dass eine Absagenflut über mich hereinbrechen würde. Aber natürlich hat mich am Eigenverlag auch gereizt, dass ich selbstbestimmt und unabhängig bin. Was ich allerdings völlig unterschätzt habe, war die Werbemaschinerie, die es braucht, um die Leserschaft auf ein Buch aufmerksam zu machen. Da steht man als Selfpublisher oftmals vor einem Berg, den man scheinbar nicht überwinden kann. Deswegen schließe ich für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit einem Verlag auch nicht mehr aus, wenn ich denn einen finde.

– Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie in den ersten beiden Jahren als Autorin spezielle Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder ihnen mitteilen möchten?

Aufgefallen ist mir, dass Geschichten, die möglichst nah an der Realität geschrieben sind, bei der Leserschaft längst nicht so begehrt sind wie z.B. Fantasy-Romane. Das finde ich sehr schade, denn ich glaube nun mal, dass das Leben die besten Geschichten erzählt und dass diese auch manchmal direkt vor der eigenen Nase passieren können und nicht nur in einem anderen Universum oder in der fernen Zukunft. Ich möchte auch weiter als Autorin arbeiten und das auch gerne in unterschiedlichen Genres, aber im Bereich Fantasy wird es keine Bücher von mir geben, da bin ich mir ziemlich sicher.

– Was können wir von der Autorin Kate Dakota in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Es wird im Dezember ein Weihnachtsspecial zur Prescott-Saga in Form einer etwas längeren Kurzgeschichte geben. Das soll ein kleines Dankeschön für die treuen Fans dieser Bücher sein. Darüber hinaus arbeite ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel »Heile mich!«, mit dessen Erscheinen ich aber nicht vor Mitte nächsten Jahres rechne. Dieses Buch wird zumindest wieder die Tendenz zu einem Krimi haben, vielleicht noch ein bisschen mehr. Man wird sehen! Zumeist verlaufen meine Bücher doch immer anders, als ich sie vorher geplant habe, ich werde mich also auch selbst überraschen lassen.

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