Ricoh-Studie: Europäische Unternehmen sind noch nicht bereit für den digitalen Binnenmarkt

Veröffentlicht von: Ricoh Europe PLC
Veröffentlicht am: 04.11.2015 12:56
Rubrik: IT, Computer & Internet


(Presseportal openBroadcast) -

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Europa (92 Prozent) geben an, dass sie auf die Einführung des digitalen EU-Binnenmarkts nicht vorbereitet sind, so eine von Ricoh Europe in Auftrag gegebene Studie. Dieser soll die wettbewerbsverändernde europäische Gesetzgebung dieses Jahrzehnts werden. Trotzdem werden nach aktuellen Schätzungen Millionen von Unternehmen die sich daraus ergebenden Vorteile verpassen und somit nicht an einem geschätzten Beitrag von rund 415 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaft teilhaben*.

Nur die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) hat bisher überhaupt von dem geplanten digitalen europäischen Binnenmarkt, der Ende 2016 eingeführt werden soll, gehört. Ziel des digitalen Binnenmarktes ist es, den europäischen Online-Markt zu vereinheitlichen, damit die gleichen Inhalte, Produkte und Dienstleistungen überall zum gleichen Preis verfügbar sind. Eine Umfrage unter 1.360 Wirtschaftsführern aus EU-Ländern zeigte, dass dieser Vorschlag am wenigsten in den nordischen Ländern (28 Prozent), Belgien/Luxemburg (29 Prozent) und Portugal (30 Prozent) bekannt ist.

Zwei Aspekte sind im Hinblick auf die Kenntnis und die Vorbereitungen in diesem Zusammenhang besorgniserregend. Zunächst geben nur sieben Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in der EU an, ihre Produkte grenzübergreifend zu vertreiben - eine Zahl, die gesteigert werden muss, wenn die europäische Wirtschaft weiter wachsen soll**. Zweitens planen die meisten europäischen Unternehmen (65 Prozent) über die nächsten fünf Jahre hinweg eine Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit in andere europäische Länder. Wenn sie jedoch nicht das Konzept des digitalen Binnenmarktes annehmen, werden diese ehrgeizigen Wachstumspläne nur schwer zu realisieren sein. Unternehmen in Österreich, Ungarn und den nordischen Ländern geben am häufigsten an, bis 2020 über ihre eigenen Landesgrenzen hinaus expandieren zu wollen.

Die meisten Befragten sehen mehrere Vorteile in einem digitalen Binnenmarkt. So werden insbesondere das größere Kundenpotenzial in der EU (56 Prozent), die Möglichkeit neue Märkte in Europa zu erschließen (52 Prozent) sowie eine höhere Effizienz innerhalb ihrer eigenen Unternehmen (44 Prozent) angegeben.

Allerdings glauben auch 24 Prozent der befragten Unternehmen nicht daran, dass ein digitaler Binnenmarkt überhaupt Vorteile mit sich bringen wird, und viele haben Bedenken im Hinblick auf dessen Auswirkungen auf ihr Unternehmen. 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie nicht für den intensiveren Wettbewerb gerüstet sind, den die Einführung des digitalen Binnenmarktes zur Folge hätte, während 37 Prozent besorgt sind wegen der Kosten, die auf sie zukämen. Weitere 34 Prozent befürchten, dass ihnen die Ressourcen fehlen, um aus dieser Chance Kapital schlagen zu können. Ein Drittel ist außerdem der Ansicht, dass der digitale Binnenmarkt nur zu mehr unnötiger Regulierung führen wird.


David Mills, CEO von Ricoh Europe: "Manager haben bisher nicht erkannt, welche enormen Auswirkungen der bevorstehende digitale Binnenmarkt auf ihre Unternehmen haben wird. Es gibt Anlass zur Sorge, dass viele Geschäftsführer keinen Druck verspüren, der sie dazu veranlasst, ihre Unternehmen auf Europas schnellen Wandel hin zu einer zunehmend digitalen Wirtschaft vorzubereiten."

Ein Grund für die fehlende Begeisterung für den digitalen Binnenmarkt könnten ihre Bedenken hinsichtlich der digitalen Reife ihrer eigenen Länder sein. Nur neun Prozent der europäischen Wirtschaftsführer geben an, dass ihr eigenes Land "sehr stark" im Bereich der digitalen Technologie, Qualifikationen und Infrastruktur sei. Während beinahe zwei Drittel aller Unternehmen in den nordischen Ländern ihre Länder im Digitalbereich für stark halten, sinkt diese Zahl auf ein Fünftel bei Unternehmen in Spanien und Polen und nur 15 Prozent in Frankreich und Italien. Nach Angabe des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft der Europäischen Kommission*** sind Dänemark, Schweden und Finnland die drei Länder unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten, die im Digitalbereich am weitesten entwickelt sind, während Polen, Italien und Spanien in der unteren Hälfte zu finden sind.

David Mills erklärt weiter: "Indem sie jetzt damit beginnen, ihre Prozesse zu optimieren, zu digitalisieren und zu standardisieren, sichern sich zukunftsorientierte Unternehmen eine gute Position, um einen deutlichen Wettbewerbsvorteil entwickeln zu können. Dies ist ein notwendiger Schritt, wenn Europa Digitalgiganten aus seinen eigenen Reihen entwickeln will, die auch auf der globalen Bühne wettbewerbsfähig sind, die ja traditionell von US-amerikanischen und zunehmend von chinesischen Unternehmen dominiert wird."

Erfahren Sie mehr auf www.ricoh-europe.com/thoughtleadership.
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* http://ec.europa.eu/priorities/digital-single-market/
** http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4919_en.htm
*** http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4475_en.htm

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