FilmKometen in Hannover: up-and-coming ehrt die besten Nachwuchsfilmer

Veröffentlicht von: 13. Int. Film Festival Hannover up-and-coming 2015
Veröffentlicht am: 22.11.2015 14:48
Rubrik: Gesellschaft & Kultur


(Presseportal openBroadcast) - Mit der Verleihung des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards ging das 13. Internationale Film Festival Hannover zu Ende.

Hannover, 22. November 2015 - Die Gewinner des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards stehen fest. Die FilmKometen genannten Auszeichnungen wurden heute Vormittag in Hannover vergeben. Mit der feierlichen Preisverleihung im Kulturzentrum Pavillon ging das 13. Internationale Film Festival Hannover (http://www.up-and-coming.de) zu Ende. Am Wettbewerb um die von Deutschlands größtem Nachwuchsfilmfestival ausgelobten Preise hatten sich junge Filmemacher_innen aus 57 Ländern beteiligt; insgesamt waren 3.004 Filme für up-and-coming 2015 eingereicht worden. Das 14. Internationale Film Festival Hannover findet im November 2017 statt.

Hinter rund 300 jungen Filmemacher_innen aus Deutschland und aller Welt liegt eine schlaflose Nacht. Seit Donnerstag haben sie mitgefiebert, denn ihre Filme waren für eine der Auszeichnungen nominiert, die heute Vormittag zum Abschluss von up-and-coming 2015 vergeben wurden und liefen im Programm des 13. Internationalen Film Festivals Hannover. Kurz fiel die Nacht auch für die Juroren aus: Noch am späten Abend hatten sie Filme geschaut und anschließend bis weit nach Mitternacht diskutiert und argumentiert, verhandelt und abgewägt, doch schließlich fiel ihre Entscheidung.

Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis (http://www.deutscher-nachwuchsfilmpreis.de) ging an "Like in Africa" von Samuel Hölscher und Melanie Waelde (*1993) aus Berlin, an "Zuhause" von Friedrich Tiedtke (*1991) aus Bohnert und an "Reynke de vos" von Joana Stamer (*1990) aus Hannover.

"Like in Africa" beschreibt das Leben einer Flüchtlingsfamilie aus Gambia in einem kleinen schwäbischem Dorf. "Mit viel Empathie, Respekt und wunderbarerweise auch mit Humor schildert das Filmteam das tägliche Leben, das Ankommen - und das Fremdbleiben", so die Jury. Friedrich Tiedtkes "Zuhause" überzeugte die Juroren mit seiner sorgfältig komponierten Bildsprache: Mit wenigen Worten erschaffe der Regisseur eine intensive Atmosphäre, die den Kontrast zwischen weihnachtlicher Idylle und den Abgründen eines Familienlebens glaubwürdig erkennen lasse. Bemerkenswert an "Reynke de vos" fand die Jury vor allem die ungewohnten Bilder, mit denen Joana Stamer ihre selbstironisch-reflektierte Geschichte über das Scheitern, die Hoffnung, das Wiederaufstehen und Weitermachen erzählt habe.

Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis wird drei Mal vergeben. Alle Auszeichnungen sind gleichwertig und mit jeweils 2.000 Euro dotiert; Preisstifter ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Auszeichnung geht außerdem mit einer Produzentenpatenschaft einher. Die diesjährigen Paten sind Jochen Laube, Peter Hartwig und Mike Dehghan.

Spontan entschloss sich die Jury, einen Sonderpreis an Lotta Schwerk (*1998) aus Berlin für "Okay." zu vergeben: Bunt, lebensfroh und authentisch, charmant und direkt erzähle "Okay." von erstem Verliebtsein, Coming-out und Freundschaft, kurz und auf den Punkt. Als Pate wird Juror Florian Gärtner Lotta bei ihren kommenden Projekten begleiten; sie erhält außerdem ein von allen Juroren privat gestiftetes Preisgeld von 500 Euro. Eine lobende Erwähnung ging zudem an "Otto der Fresssack" von Lina Terechin (*2005) aus Reutlingen.

Mit dem vom BMBF mit 1.000 Euro dotierten Bundes-Schülerfilm-Preis wurden Nick Prahle und Luis Viera Heine (*1996) vom Heilwig-Gymnasium aus Hamburg und ihr Film "Urbane Befriedigung - Frei nach Kafka" geehrt.

Ihre sehr freie Adaption mehrerer Erzählungen des Autors werfe einen neuen Blick auf die 'Klassiker', so die Juroren. Überzeugt haben Nick und Luis auch mit ihrer eigenwilligen Bildsprache sowie den musikalischen und tänzerischen Einlagen.

Die Juroren im deutschen Wettbewerb waren Karin Dix, Peter Hartig, Florian Gärtner, Helene Grass und Violetta Schurawlow.

Der International Young Film Makers Award ging an Jessica Poon (*1990) aus den USA für "April 21", an "le lien defait"von Xavier Leprince (*1989) aus Frankreich sowie an Cerise Lopez und Agnes Patron (*1987) für "Chulyen, historie de corbeau", ebenfalls aus Frankreich.

"April 21" sei ein phantasievoller und persönlicher Film, in dem Jessica die Balance zwischen dem Formalistischen und dem Narrativen finde, so die Juroren. Besonders bemerkenswert an "le lien defait" fanden sie, wie Xavier mit Details eine einzigartige Vision geschaffen habe."Chulyen, historie de corbeau" hingegen bewunderten die Juroren für seine Vielschichtigkeit: "Ein Film, an den man sich, wenn man ihn ein mal gesehen hat, erinnern wird. Wie an einen Traum."

Der International Young Film Makers Award ist nicht dotiert, geht jedoch mit der Aufnahme in das von up-and-coming initiierte Netzwerk MASTERCLASSfilm einher. Lobende Erwähnungen gingen außerdem "Ecce Homo" von Dimitar Kutmanov (*1988) aus Bulgarien, "Que dia e hoje?" vom Colectivo Fotograma 24 aus Portugal und "Senior Teacher" von Sha Mo (*1990) aus China.

Die Juroren im internationalen Wettbewerb waren Stefano Miraglia, Peter Murdmaa, Federico Lamas und Asako Fujioka.


up-and-coming 2015 - eine erste Bilanz: Bis zum 1. September waren junge Filmemacher aus aller Welt aufgerufen, ihre Arbeiten für das 13. Internationale Film Festival Hannover einzureichen. Von den 3.004 Bewerbungen aus 57 Ländern nahmen 156 aus 37 Ländern die erste Hürde: Sie wurden für den Deutschen Nachwuchsfilmpreis, den Bundes-Schülerfilm-Preis oder den International Young Film Makers Award nominiert und konkurrierten in den letzten drei Tagen um die Gunst des Publikums und der Live-Jury. Über 300 Nachwuchsfilmer_innen waren während des Festivals in Hannover zu Gast. Auch beim Publikum erfreute sich das 13. Internationale Film Festival Hannover eines regen Interesses: Mehrere Tausend Zuschauer kamen in den Pavillon; die meisten Vorstellungen waren ausverkauft.

Ein Novum bei up-and-coming 2015 war die Beteiligung Deutscher Auslandsschulen, von denen zehn, unter anderem aus Hurghada, St. Petersburg, Genf, Dublin und Helsinki waren in Hannover vertreten waren. "An vielen Auslandsschulen hat man nach einer internationalen Plattform gesucht, um sich präsentieren und mit anderen ins Gespräch kommen zu können", sagt Festivalleiter Burkhard Inhülsen. up-and-coming freue sich sehr, den Auslandsschulen eine solche Plattform zu bieten; die Zusammenarbeit solle künftig intensiviert werden. Angetan von dieser Entwicklung entschied die Festivalleitung, eine herausragende Arbeit von einer Deutschen Auslandsschule mit einem neuen Preis zu ehren: der NANAH, die bereits am Samstag Nachmittag vergeben wurde. Die Auszeichnung ging an "Bootswerft" von Schülern der Deutschen Auslandsschule in Hurghada. Vorerst ein reiner Ehrenpreis soll die NANAH in Zukunft fester Bestandteil von up-and-coming werden.

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Über up-and-coming: Seit 1982 gibt das Internationale Film Festival Hannover jungen Filmemachern von sieben bis 27 Jahren eine erste Möglichkeit, sich zu profilieren. Bis heute haben die up-and-coming-Juroren das Talent vieler erfolgreicher Filmemacher, darunter vier spätere Oscar-Preisträger, entdeckt. Mit 3.004 Einreichungen aus 57 Ländern erfuhr up-and-coming, das zu den wichtigsten Nachwuchsfilmfestivals der Welt zählt, 2015 erneut eine Rekordbeteiligung. Krönender Abschluss des Festivals ist die Verleihung des Deutschen Nachwuchsfilmpreises. Die mit einem Preisgeld und einer 2jährigen Produzentenpatenschaft verbundene Auszeichnung wird seit 2005 auf Initiative von up-and-coming vergeben. Mit dem International Young Film Makers Award und dem Bundes-Schülerfilm-Preis werden im Rahmen der Biennale außerdem die besten internationalen Produktionen sowie eine herausragende Arbeit, die im Kontext von Schule oder Unterricht entstanden ist, gewürdigt. up-and-coming wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der nordmedia sowie dem Kulturbüro der Stadt Hannover gefördert.

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