Pfeiffer Vacuum empfängt Röntgenpreisträger 2015

Veröffentlicht von: Pfeiffer Vacuum GmbH
Veröffentlicht am: 27.11.2015 18:31
Rubrik: Wissenschaft & Forschung


Wilfried Glaum, Vorsditzener der Dr. Erich Pfeiffer-Stiftung, Röntgenpreisträger Dr. Eleftherios Goulielmakis und Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG (v.l.)
(Presseportal openBroadcast) - • Herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Attosekundenphysik und -technologie mit weichen Röntgenstrahlen
• Vakuum für wissenschaftliche Grundlagenforschung unverzichtbar
• Pfeiffer Vacuum und Schunk Group fördern wissenschaftlichen Nachwuchs


Asslar, 27. November 2015. In diesem Jahr verleiht die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ihren Röntgenpreis an Dr. Eleftherios Goulielmakis. Der Röntgenpreis wird jährlich im Rahmen des Akademischen Festakts für hervorragende Arbeiten zur strahlenphysikalischen und strahlenbiologischen Grundlagenforschung verliehen. Er ist nach Wilhelm Conrad Röntgen benannt, der 1879 bis 1888 Professor in Gießen war. In erster Linie sollen Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet werden. Gestiftet wird der mit 15.000 Euro dotierte Preis hälftig von Pfeiffer Vacuum und der Dr. Erich Pfeiffer Stiftung sowie der Ludwig-Schunk-Stiftung.

Der diesjährige Preisträger Dr. Goulielmakis ist derzeit Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. Er erhält die Auszeichnung für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Attosekundenphysik und -technologie mit weichen Röntgenstrahlen.

Dr. Goulielmakis promovierte 2005 in Physik an der Ludwig-Maximilian-Universität München mit Untersuchungen zur Attosekundenphysik. Sie bildeten die Grundlage für seine bahnbrechenden Beiträge auf diesem Gebiet. Dabei gelang es ihm im Anschluss an seine Doktorarbeit, den bisher kürzesten elektromagnetischen Puls von 8 x 10-17 s zu messen. Dieser ultrakurze Lichtpuls erlaubt die Beobachtung der Elektronendynamik in Atomen und Molekülen in Realzeit. Dr. Goulielmakis und sein Team schafften es, mit einem Attosekundenpuls (1 Attosekunde = 10-18 s) im weichen Röntgenbereich zum ersten Mal die Bewegung von Valenzelektronen in Ionen in Realzeit vollständig zu charakterisieren. Anschließend entwickelten Dr. Goulielmakis und seine Gruppe einen „Light Field Synthesizer“, mit dem die Wellenform eines Lichtpulses mit Attosekundenpräzision manipuliert werden kann. Dies ermöglicht neuartige Methoden zur Kontrolle von Elektronen mit Licht im weichen Röntgen- und extremen UV-Bereich mit hoher zeitlicher Auflösung. Weiterhin gelang es Dr. Goulielmakis und seinem Team, mit ultraschnellen Laserfeldern Elektronen in einem Festkörper zu beschleunigen, wodurch erstmals eine kohärente Emission von Photonen im extremen UV-Spektrum erzielt werden kann.

Auf Basis dieser Forschungsergebnisse lassen sich mithilfe eines Lasers in einem speziellen Vakuumrohr ultrakurze Röntgenpulse erzeugen, mit denen man extrem kleine Strukturen beobachten kann. Dadurch können beispielsweise sogar Elektronen abgebildet werden.

Eine weitere Anwendung könnten lichtbasierte Schaltkreise sein, mit denen man die Rechengeschwindigkeit im Vergleich zu aktueller Technologie um den Faktor 100.000 erhöhen könnte. Die Arbeit von Dr. Goulielmakis trägt zum benötigten Grundlagen-verständnis bei, um solche lichtbasierten Schaltkreise überhaupt entwickeln zu können.

Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG, gratulierte dem Preisträger: „Viele Forschungseinrichtungen sind seit Jahrzehnten Partner von Pfeiffer Vacuum. Unsere Vakuumlösungen werden am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching erfolgreich eingesetzt und deshalb freuen wir uns besonders, dass Dr. Eleftherios Goulielmakis der diesjährige Röntgenpreisträger ist.“ Bender erläuterte weiter: „Seit 125 Jahren setzt Pfeiffer Vacuum Maßstäbe in der Vakuumtechnik. Das Unternehmen blickt auf eine von Pioniergeist und Leidenschaft geprägte Erfolgsgeschichte zurück, die von Beginn an zum technologischen Fortschritt von Industrie und Wissenschaft beigetragen hat. Auch aus diesem Grund ist es für uns sehr wichtig, die Spitzenforschung und insbesondere den Nachwuchs zu fördern.“

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