Green Shipping trotz Krise?

Veröffentlicht von: Matau-Marine GmbH
Veröffentlicht am: 02.12.2015 18:16
Rubrik: Logistik & Verkehr


(Presseportal openBroadcast) - Reedereien und Umweltmanagement

Während sich vereinzelt größere Reedereien auf den Weg machen, Ideen zu sammeln und sich nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifizieren zu lassen, so liegt dieses für viele kleine Reedereien noch in weiter Ferne und man hofft, dass die Schifffahrtskrise irgendwann einmal vorbei geht.
Aber können nicht auch kleine Reedereien vom Umweltschutz profitieren? Ist Umweltschutz nur etwas, was man sich in "guten Zeiten" leisten kann?
Der Schwefelgehalt von Schweröl beträgt durchschnittlich 2,5%, deswegen enthalten die Abgase von Schiffsmotoren viel Schwefeldioxid. Trotzdem gilt als Hauptgegenargument, dass ihr spezifischer Energieverbrauch pro Tonne für einen Transportkilometer mit 5-10 g/t km doch weitaus geringer ist, als bei anderen Transportmitteln, wie zum Beispiel mit dem Flugzeug (400-600 g/t km). Dagegen kann man aber halten, dass bei einer von MAN B&W durchgeführten Studie (2002) zur weltweiten NOx Umweltbelastung durch die Schifffahrt herauskam, dass der Anteil der Schifffahrt an der globalen von Menschen verursachten NOx- Emissionen erhebliche 15 Prozent ausmacht.
Gerade bei Neubauten sollte daher darauf geachtet werden, dass die Emissionen stark reduziert werden. Die schwedische Firma FKAB hat gerade ein Tankschiff entworfen, dass durch genaue Strömungsberechnungen für den Schiffsrumpf und durch alternativen Antrieb mit LNG die Emissionen stark reduzieren kann: CO2- Reduzierung um 49 Prozent, NOx- Reduzierung 84 Prozent, Sox- Reduzierung 99% und Particles 99 Prozent.
Das Landesministerium Niedersachsen hat folgende Ziele gesetzt:
-den Ersatz des umweltschädlichen Treibstoffs "Schweröl" durch Flüssiggas und andere alternative Antriebe
-strengere Grenzwerte für Schwefel, Stickstoff und CO2. Was international erst mittelfristig geschehen soll, wird zum Beispiel in Bezug auf Schwefel im Bereich der Nord- und Ostsee (SECA-Area) nunmehr Schritt für Schritt Wirklichkeit. Die Reduzierung des Schwefelgehalts auf 0,1 % ist wichtig und richtig, muss aber natürlich nicht nur technisch machbar sondern auch wirtschaftlich umsetzbar sein.
-die Vermeidung und Beseitigung von Müll in den Ozeanen und im Wattenmeer
-die Vermeidung und Eindämmung von Umweltschäden im Zusammenhang mit Schiffsunfällen
-die Vermeidung und Eindämmung von Umweltschäden durch die Einschleppung schädlicher Wasserorganismen und Krankheitserreger über das Ballastwasser
In der Schifffahrt ist ein Umdenken gefragt, jeder einzelne muss sich Gedanken darüber machen, was sein Beitrag zum Umweltschutz sein kann, auch wenn die wirtschaftliche Situation in der Schifffahrt nach wie vor sehr schwierig ist und der Effizienzdruck auf die Schifffahrt deutlich steigt.
Viele Reedereien haben sich zwar in einem Verbund zusammengeschlossen, trotzdem fehlt der verstärkte Austausch über Innovationen, Ideen und Erneuerungen unter den Reedereien. Wobei gerade in dieser Branche noch ein kindliches Verhalten zu Tage kommt: "Nein, als Bremer spreche ich nicht mit den Hamburgern. Haren? Geh mir weg, die wohnen doch am anderen Ende der Welt! Und einen blauen Engel, wer brauch den schon? Wir können uns so etwas nicht leisten." Nicht umsonst ist die Innovationsneigung in dieser Branche unterdurchschnittlich und ohne äußere Einflüsse und Druck, wie durch verschärfte Umweltauflagen, geschieht so gut wie nichts. "Das war schon immer so. Ein laufendes Schiff soll man nicht reparieren." Zum Glück gibt es aber "Harener" Reeder, die mit Hilfe von staatlichen Förderungen ihr erstes Containerschiff auf LNG umrüsten lassen.
Allerdings muss man auch zugeben, dass die bisherigen umweltfreundlicheren Schiffstechnologien noch nicht den Durchbruch geschafft haben.
Bianca Frömming von der Marine-Matau GmbH unterstützt Reedereien bei der Einführung der neuen ISO 14001, führt Interne Audits durch und kann auch nach der Zertifizierung weiterhin als externer Umweltmanagement Beauftrage für das Unternehmen tätig sein. Sie betont, dass es von großem Vorteil ist, wenn man in dem Bereich Reedereiübergreifend tätig sein kann und somit auch wertvolle und nachhaltige Ideen bezüglich des Umweltmanagements ausgetauscht werden können.
"Gerade durch einen Reedereiübergreifender Umweltmanagementbeauftragten können neue Impulse in das Unternehmen kommen." sagt Bianca Frömming.
Jahrzehntelang haben Reedereien ein Umweltmanagement hauptsächlich als einen zu vermeidenden Kostenfaktor betrachtet. Besonders durch die Medien wird heutzutage der Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gelenkt und setzt so die Reedereien unter einen gewissen gesellschaftlichen Druck.
Entscheidungen über Nachhaltigkeit- Programme und die damit verbundene Kosten werden in den Chefetagen sorgfältig geprüft. Gerade in der seit Jahren anhaltenden Schifffahrtskrise stehen die Reedereien vor einem Spagat zwischen dringend notwendigen Kostensenkungen sowie den Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit.
Fazit ist, dass gerade in der aktuellen Schifffahrtskrise das Thema Nachhaltigkeit als Chance für Unternehmen gesehen werden sollte, um sowohl überlebenswichtige Effizienzziele als auch langfristige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

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Firmenportrait:

Matau-Marine GmbH steht dafür, eine effizientere, umweltfreundlichere und sicherere Schifffahrt zu erreichen und ist tätig im Bereich Umweltmanagementeinführungen, Implementierung und Revision des Qualitätsmanagements nach ISO 9001, Pre-Audits: TMSA, OVMSA, Risikoanalyse, "Navigational Audits" nach TMSA E5, Schulungen, Dockungen, Technische Inspektionen, Interne ISM und ISPS Audits, Projektmanagement, Reparatur und Überholung von Hauptmaschinen, Hilfsdieseln, Turboladern, Pumpen, Kompressoren und Turbinen.

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