Häufig auftretende Infekte können ein Hinweis auf einen angeborenen Immundefekt sein

Veröffentlicht von: Patientenorganisation für Angeborene Immundefekte e.V.
Veröffentlicht am: 17.12.2015 15:48
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) -

Hochsaison für die Immunabwehr / Mit der nass-kalten Winterzeit beginnt die Grippesaison / Häufige Infekte im Herbst und Winter können auf eine schwere Erkrankung hinweisen / Warnhinweise auf primäre Immundefekte

Dauerhafter Husten und Schnupfen oder auch eine Lungenentzündung: In der Winterzeit erwischt es so gut wie jeden von uns einmal. Anstatt Sauna oder Schlittschuhbahn stehen Arztbesuche und Bettruhe auf dem Programm. Wer besonders anfällig ist, extrem häufig unter Infekten leidet und sogar auf Antibiotika nicht gut anspricht, sollte hellhörig werden: "Ständig wiederkehrende Infektionen können ein Zeichen für einen angeborenen Immundefekt sein", sagt Gabriele Gründl, Bundesvorsitzende der Patientenorganisation dsai e.V. Dieses genetisch bedingte Unvermögen des Körpers, ausreichend Antikörper gegen Krankheitserreger zu bilden, wird oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Viele Betroffene haben dann meist schon eine langjährige Leidensgeschichte hinter sich. Dabei gibt es zahlreiche Warnhinweise, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Experten schätzen die Zahl der von einem angeborenen Immundefekt betroffenen Menschen auf rund 100.000 in Deutschland. Obwohl es zahlreiche Warnhinweise gibt, die bei der Erkennung eines angeborenen Immundefekts helfen, sind bisher nur etwa 3.500 Patienten diagnostiziert. Gerade weil die Krankheit oft als scheinbar gewöhnliche, wenn auch häufige Infektion von Stirnhöhle, Ohren oder Lunge auftritt, wird sie nicht schnell genug erkannt.

Einige der rund 300 verschiedenen angeborenen Immundefekte können tödlich verlaufen, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Dabei könnten viele der Patienten durch die frühzeitige Diagnose und adäquate Therapie mit Immunglobulinen ein nahezu normales Leben führen.

Warnhinweise bei Kindern: Mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr; mehr als zwei schwere Nasennebenhöhlen-Entzündungen im Jahr; mehr als acht neue Ohr-Infektionen in einem Jahr; Knochenmarks- und Hirnhautentzündungen oder schwere Infektionen; dauerhafter Belag im Mund nach dem 1. Lebensjahr; Erkrankungen durch normalerweise ungefährliche Bakterien; unklare Rötungen bei Säuglingen an den Händen und Füßen; wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse; mehr als zwei Monate Antibiotikatherapie ohne Effekt; primäre Immundefekte in der Familie; durch Impfungen ausgelöste Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen; geringes Wachstum, geringes Körpergewicht.

Warnhinweise bei Erwachsenen: Vier oder mehr Infektionen innerhalb eines Jahres, die mit Antibiotika behandelt werden müssen (Otitis, Bronchitis, Sinusitis, Pneumonie); rezidivierende Infektionen oder eine Infektion mit dem Bedarf einer verlängerten Antibiotikatherapie; zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (Osteomyelitis,Meningitis, Septikämie, Gewebsentzündung); zwei oder mehr radiologisch nachgewiesene Pneumonien innerhalb von drei Jahren; Infektion mit ungewöhnlicher Lokalisation oder mit ungewöhnlichem Erreger; primärer Immundefekt in der Familie.

"Ist die Krankheit richtig erkannt und bekommen die Patienten rechtzeitig eine Immunglobulin-Therapie, können sie ein nahezu normales Leben führen", erklärt Gabriele Gründl. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dsai.de oder unter der Telefonnummer 08074 8164.

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Die dsai wurde vor 1991 mit dem Ziel gegründet, Betroffenen und ihren Angehörigen den Erfahrungsaustausch außerhalb der medizinischen Betreuung zu ermöglichen. Mittlerweile gehen die Ziele über den rein seelischen Beistand hinaus. Die Selbsthilfeorganisation setzt sich verstärkt für die Aus- und Weiterbildung im Sektor Immunologie ein, denn häufig wird aufgrund der zahlreichen unspezifischen Symptome sehr spät die Diagnose "Immundefekt" gestellt. Neben der Zusammenarbeit mit Immunologen setzt die dsai auf den Dialog mit Krankenkassen und ärztlichen Organisationen. Die dsai wird von der Vorsitzenden Gabriele Gründl geleitet. Neben der Zentrale in Schnaitsee gibt es bundesweit Regionalgruppen.

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