Mit Wirtschaftsrecht in die Wirtschaftskanzlei?

Veröffentlicht von: ROSE & PARTNER LLP.
Veröffentlicht am: 17.12.2015 18:35
Rubrik: Recht & Politik


ROSE & PARTNER LLP.
(Presseportal openBroadcast) - Wirtschaftskanzleien haben nach wie vor eine große Anziehungskraft auf junge Juristen. Anspruchsvolle Tätigkeiten, internationale Ausrichtung und gute Verdienstmöglichkeiten sind die Gründe dafür. Die Weichen für eine spätere Tätigkeit in einer Kanzlei für Wirtschaftsrecht werden meist schon in der Ausbildung gestellt. Neben dem klassischen Jurastudium gibt es seit einigen Jahren auch den Studiengang Wirtschaftsrecht. Eine straffe zielgerichtete Ausbildung sowie der Bedarf in Unternehmen und Rechtsanwaltskanzleien sprechen für den Diplom-Wirtschaftsjuristen. Doch die Karrierechancen in Kanzleien sind beschränkt.



Studiengänge Jura und Wirtschaftsrecht im Vergleich

Während klassische Juristen nach wie vor ein Universitätsstudium und das sogenannte Referendariat durchlaufen und jeweils mit einem Staatsexamen abschließen, ist das Wirtschaftsrecht-Studium seit „Bologna“ auf die Abschlüsse Bachelor und Master ausgerichtet. Herkömmliche Juristen werden nicht gezielt für den Einsatz in einer Wirtschaftskanzlei ausgebildet, sondern erhalten die Befähigung zum Richteramt. Sie lernen daher neben dem Gesellschaftsrecht, Vertriebsrecht etc. z.B. auch Strafrecht, Verwaltungsrecht und andere Fächer ohne direkten Bezug zum Wirtschaftsrecht. Im Studiengang Wirtschaftsrecht gibt es dagegen für den angehenden Wirtschaftsjuristen derartigen „Ballast“ nicht. Sie können sich neben den wirtschaftsrechtlich relevanten Rechtsgebieten noch der Betriebs- und Volkswirtschaft widmen. So werden schon in der Ausbildung wichtige Kompetenzen für die spätere Beratung von Unternehmen entwickelt. Angehende Volljuristen können dagegen nur begrenzt wirtschaftsrechtliche Schwerpunkte an der Universität wählen und später durch Stationen im Referendariat sowie Praktika ihr Profil stärken. Auch sonst erscheinen die Ausbildungsmöglichkeiten für Wirtschaftsjuristen sehr vielfältig: In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München ist die Auswahl für Studierende natürlich am größten. In Hamburg führen Studiengänge verschiedener Hochschulen zum Bachelor und/oder Master im Wirtschaftsrecht bzw. Business Law. Darunter ist auch ein Fernstudiengang. Ähnlich sieht es bei den Bildungseinrichtungen in Berlin aus. Hier bietet z.B. die Freie Universität einen Master für Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht an.



Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftsjuristen in Kanzleien

Das große Bildungsangebot für Wirtschaftsjuristen in den Ballungsräumen überrascht nicht. Schließlich haben in Hamburg, Berlin, Frankfurt etc. sowohl viele Unternehmen ihren Sitz, als auch viele Kanzleien ihre Büros. Hier finden sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftsjuristen. Diese gibt es sowohl in Rechtsabteilungen von Unternehmen als auch in Steuer- oder Unternehmensberatungen, Verbänden etc. Auch Großkanzleien werben um die Absolventen mit rechtlichem und wirtschaftlichem Hintergrund. Sie werden z.B. bei Unternehmenstransaktionen für die Erstellung und Sammlung von Unterlagen im Rahmen einer Due Diligence eingesetzt. Auch im Bereich von Finanzierungsvorhaben bieten große Wirtschaftskanzleien interessante Einsatzbereiche für Wirtschaftsjuristen. Rechtsanwalt Dr. Boris Schiemzik von der Wirtschaftskanzlei ROSE & PARTNER LLP. (www.rosepartner.de) mit Standorten in Hamburg, Berlin und Mailand sieht dagegen weniger Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftsjuristen ohne Staatsexamen außerhalb solcher Großkanzleien. Auch mittelständische überörtliche Sozietäten, so Schiemzik, arbeiten zwar inzwischen in Teams mit mehreren Spezialisten. Diese hätten jedoch regelmäßig alle eine Rechtsanwaltszulassung. Jeder habe sein eigenes Spezialgebiet, in dem er aber selbst und vollumfassend berät und vertritt. Die Mandatsstruktur in Kanzleien, die den Mittelstand betreuen, erfordere nicht die regelmäßige Zuarbeit durch Wirtschaftsjuristen.



Bessere Karrierechancen außerhalb der Rechtsberatung

Der Weg an die Spitze ist Wirtschaftsjuristen in Wirtschaftskanzleien ohnehin verwehrt. Ohne Rechtsanwaltszulassung gibt es keine Chance auf eine Partnerstellung. Auch der Schritt in die eigene Selbständigkeit ist im streng regulierten Markt für Rechtsberatung versperrt. Außerdem müssen die Wirtschaftsrechtler von der Fachholschule beim Gehalt deutliche Abstriche im Vergleich zu ihren Kollegen mit zwei juristischen Staatsexamen machen. Da ist der finanzielle Vorsprung durch die kürzere Ausbildung schnell aufgebraucht. Für die meisten Wirtschaftsjuristen dürfte es daher Sinn machen, ihr Glück außerhalb der Kanzleien, also in Unternehmen, Verbänden etc. zu suchen. In den meisten Branchen sollte für die Wirtschaftsrechtler hier der Weg bis in die Geschäftsführung möglich und lohnend sein.

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Die Rose & Partner LLP betreut als Wirtschaftskanzlei mit Sitz in Hamburg, Berlin und Mailand mittelständische Unternehmen und Freiberufler. Deren Rechtsanwälte, Fachanwälte und Steuerberater betreuen Mandanten im In- und Ausland.

Schwerpunkt der Kanzleitätigkeit ist die Beratung und Vertretung im Gesellschaftsrecht, Handelsrecht, M&A, Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Kartellrecht, Arbeitsrecht und Steuerrecht. Der Bereich "Steuern" bietet umfassenden Service von der Buchhaltung und Jahresabschlüssen bis zur strategischen Beratung durch Steuerberater und die anwaltliche Vertretung im Steuerstrafrecht.

Zudem betreuet Rose & Partner LLP Unternehmen bei der rechtlichen und steueroptimierten Gestaltung von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge sowie vermögende Privatpersonen im Erbrecht (Vermögensnachfolge), Familienrecht sowie dem Vermögensschutz (asset protection) u.a. durch Testament, Stiftung, Testamentsvollstreckung und Errichtung von Familiengesellschaften.

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