"Ist mein Kind nur schüchtern oder braucht es Hilfe?" - Wie Sie selektiven Mutismus erkennen und behandeln

Veröffentlicht von: Irmgard Emmerling - Mutismus Beratungs Zentrum (MBZ)
Veröffentlicht am: 17.12.2015 19:16
Rubrik: Freizeit & Hobby


(Presseportal openBroadcast) -

Starnberg, 17.12.2015 - Im September sind viele Kinder in den Kindergarten gekommen - ein neuer, spannender Lebensabschnitt für die Kleinen und ihre Eltern beginnt. Die meisten Kinder brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis sie mit dem neuen Tagesablauf, den Erzieherinnen und den anderen Kindern vertraut sind. Wenn Kinder aber auch nach drei Monaten im außerfamiliären Bereich noch nicht sprechen, ist das ein Alarmsignal. Denn vielleicht leidet das Kind unter (s)elektivem Mutismus, einer psycho-sozialen Störung, die oft im Kindergartenalter zum ersten Mal erkannt wird und behandelt werden muss.

Als selektiven Mutismus bezeichnet man die bei Kindern auftretende Unfähigkeit, in bestimmten Situationen zu sprechen, obwohl sie eigentlich sprechen können. Mädchen sind etwas häufiger betroffen als Jungen. "Die Kinder sprechen aus emotionalen Gründen in manchen Situationen - zum Beispiel zuhause - ganz normal und fließend, in anderen, außerfamiliären Situationen jedoch kaum oder gar nicht", erklärt Irmgard Emmerling, systemische Familientherapeutin und Leiterin des Mutismus-Beratungs- und Therapiezentrums in Starnberg (http://www.mutismus-therapie.de). "Oft zeigen sich bei einer mutistischen Diagnose gleichzeitig andere Persönlichkeitsmerkmale wie Sozialangst, Rückzug, eine ausgeprägte Empfindsamkeit oder die Neigung zu Widerstand und Trotz."

Der Kindergarten ist für viele Kinder seit dem Spracherwerb die erste soziale Außenstation. Deshalb fällt hier eine mutistische Störung häufig zum ersten Mal auf, so Irmgard Emmerlings Erfahrung. Oft sind es die Erzieherinnen, die die Eltern darauf hinweisen, dass ihr Kind sich im Kindergarten auffällig still und passiv verhält, keinen Kontakt zu anderen Kindern sucht, Spielangebote abwehrt und nicht mit den anderen Kindern, sondern neben ihnen spielt. Viele Kinder essen und trinken im Kindergarten auch nicht normal, verweigern den Toilettengang oder weinen nicht, wenn sie sich weh tun - weil all dies mit Lautäußerungen bzw. Geräuschen verbunden wäre.

"Ich erlebe oft, dass das Problem lange verkannt wird", bedauert Irmgard Emmerling. Manche Erzieherinnen wollen sich doch nicht einmischen oder ihre Hinweise werden nicht ernst genommen, der Kinderarzt rät zum Abwarten, und auch die Eltern selbst neigen in vielen Fällen zum Beschwichtigen - schließlich spricht ihr Kind zuhause ja ganz normal. Oft wird den Eltern zu einer Logopädie, Ergotherapie oder Heilpädagogik geraten, obwohl eine psychische Störung vorliegt. In vielen Fällen dauert es bis zur Vorsorgeuntersuchung U9, bis dann doch eine mutistische Störung diagnostiziert wird - aber bis dahin ist bereits wertvolle Zeit verstrichen. "Denn in den ersten Kindheitsjahren bis etwa zur Schulreife findet die erste Phase der Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation statt", betont die Therapeutin. "Erwachsene greifen im späteren Leben oft auf diese ersten Kindheitserfahrungen zurück. Deshalb ist es so wichtig, dass in diesen ersten Jahren ein stabiles soziales und emotionales Fundament gelegt wird." Eine mutistische Störung bedarf daher unbedingt einer professionellen Behandlung.

Wenn ein Kind nach drei bis vier Monaten in außerfamiliären Situationen nicht spricht, handelt es sich nicht mehr um reine Schüchternheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät sogar schon zur Diagnostik, wenn ein Kind länger als einen Monat im außerfamiliären Bereich nicht spricht.

Je früher eine Diagnosestellung erfolgt und gegebenenfalls eine Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose. Bei einem Kind, das über viele Jahre schweigt, wird sich hingegen die Störung in der Regel verfestigen. Dann lässt sich häufig eine Einengung der intellektuellen und sozialen Entwicklung sowie eine massive Verunsicherung im Kontakt mit Gleichaltrigen beobachten, bestätigt Irmgard Emmerling. Umgekehrt reagieren Gleichaltrige auf das mutistische Kind oft mit Hilflosigkeit und Unverständnis, Ablehnung oder Wut Die Familie zentriert ihr Leben oft auf das betroffene Kind, das sich zuhause entgegengesetzt zum mutistischen Verhalten ungehemmt und dominant, manchmal sogar aggressiv zeigen kann.

Die Folgen einer mutistischen Störung sind daher nicht nur für das Kind selbst ganz erheblich. Eine frühzeitige Behandlung ist daher dringend angeraten. Die von Irmgard Emmerling entwickelte MUTARI®-Methode stellt einen multimodalen Therapieansatz dar; er setzt auf Empathie, Wertschätzung und ein tiefes Verständnis für die kindliche Not und hat sich sehr bewährt. Emmerlings Ziel ist es, "dem Kind einen Weg zu zeigen, wie es ohne "Gesichtsverlust" aus seinem Schweigen heraustreten kann." Bei vielen Kindern zeigen sich schon nach wenigen Tagen erste Erfolge: Sie beginnen mit den Therapeuten zu sprechen und finden innerhalb weniger Wochen den Weg zu einer ungestörten Kommunikation.

Neben der Durchführung der Therapie in ihrer Praxis bietet Irmgard Emmerling auch eine kostenlose Telefonberatung für Rat suchende Eltern an (siehe www.mutismus.net).


Kontakt:
Irmgard Emmerling
Psychotherapeutische Praxis
für Kinder und Jugendliche mit (s)elektivem Mutismus
Wittelsbacherstr. 2A
D - 82319 Starnberg
Tel. 0049 (0)8151 - 55 64 155
Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 10.00 - 12.00 Uhr
www.mutismus-therapie.de

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Das Mutismus Beratungs Zentrum (MBZ) in Starnberg wird von Irmgard Emmerling, geb. 1951, geleitet. Irmgard Emmerling ist systemische Familientherapeutin und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie.

Frau Emmerling arbeitet seit fast 25 Jahren mit Kindern und Jugendlichen, die unter einer mutistischen Störung leiden. Sie hat den multimodalen Therapieansatz nach der MUTARI®-Methode entwickelt, der sich in der Praxis sehr erfolgreich bewährt hat.

Ihre Aufgabe sieht sie darin, dem betroffenen Kind einen Weg aufzuzeigen, in welchem es ohne "Gesichtsverlust" aus dem Schweigen heraustreten kann. Zielführend ist hierzu die gegenseitige Achtung und Wertschätzung, gepaart mit einem hohen Maß an Emphatie und einem tiefem Verständnis für die kindliche Not.

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