Die CES in Las Vegas hat Ingenics CEO Oliver Herkommer wenig überrascht - aber stark beeindruckt

Veröffentlicht von: Ingenics AG
Veröffentlicht am: 18.01.2016 19:16
Rubrik: Finanzen & Versicherungen


(Presseportal openBroadcast) -

(Las Vegas, NV, USA) - Als ich im Herbst 2014 mit einer Wirtschaftsdelegation verschiedene Hightech Firmen und Start-ups im Silicon Valley besuchen konnte, gab es im Wesentlichen ein einziges Thema: die Digitalisierung. Jeder sprach vom "Internet of Things" bzw. sogar vom "Internet of Everything". Die Deutlichkeit, mit der sich das auf der Consumer Electronics Show CES 2016 in Las Vegas widerspiegelte ließ nichts zu wünschen übrig.

Selbstverständlich wird sich mit dem aktuellen Digitalisierungsschub auch die Produktionswelt radikal verändern. Nach der von Gordon Moore 1965 formulierten Gesetzmäßigkeit gehen wir davon aus, dass sich, bei sinkenden Kosten, die verfügbaren Rechenleistungen etwa alle zwei Jahre verdoppeln. Das katapultiert die Welt tatsächlich in neue Dimensionen. Die praktischen Aspekte dieser Entwicklung zeigte die CES als die große Leistungsshow für die digitale Zukunft.

Die Frage, wie schnell diese Entwicklung vorankommt und wie schnell sich damit die Geschäftsmodelle unserer Kunden verändern, beschäftigt mich ebenso sehr wie die Herausforderung, die damit für technische Unternehmensberatungen wie Ingenics verbunden ist.

Als Leitmesse für Consumer Electronics hat die CES mit über 170.000 Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt. Flughafen, Taxis und die Registrierung gelangten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Messe selbst war jedoch bestens organisiert - zumindest für Besucher, die sich auf ausgewählte Themen fokussierten. Für mich standen die Bereiche 3D-Printing, Automotive Electronics und Robotics im Vordergrund.

Die Automobilhersteller und wichtige Teile- und Elektroniklieferanten füllten die riesige North-Hall des Las Vegas Convention Centers LVCC, wobei bereits die Platzierung wichtiger OEMs wie Mercedes-Benz, Volkswagen, AUDI sowie einiger US-Hersteller zwischen Anbietern von Sound- und anderen sekundären Systemen deutlich machen, dass das keine Automobilmesse sein soll. Es geht vielmehr um Kommunikation, Unterhaltung, Vernetzung - und Verkehrsführung. OEMs wie KIA begeistern hier die Besucher nicht mit neuen Fahrzeugmodellen, sondern zum Beispiel mit einer virtuellen Fahrt via Oculus Rift Datenbrille, was vielen Interessenten eine Stunde Schlange stehen wert ist.

Meinen Interessen kam der Stand von Faraday Future (FF), dem neuen US/chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen, mehr entgegen. Über die Sinnhaftigkeit des vorgestellten Show-cars FFZERO1 kann man natürlich streiten - mit einem einzigen Sitz und mehr als 1.000 PS dürfte die Zielgruppe überschaubar sein. Dass das Unternehmen aber sehr ernst genommen wird, bestätigten die zahlreichen Standbesucher, darunter der Entwicklungsvorstand eines deutschen OEMs und der CEO einer Sportwagenschmiede.

Ob FF mit seinen von Tesla abgeworbenen Managern die Elektromobilität tatsächlich revolutionieren kann, wird sich zeigen, immerhin ist das Unternehmen mit seinem Plattformkonzept für die Batterie, das modular alle Modelle bedienen soll, auf diesem Gebiet Tesla bereits voraus. Dass man sich damit nicht begnügt, beweist das Milliarden-Investment, das der chinesische Eigentümer - der Internet-Milliardär Jia Yueting - in eine neue Autofabrik bei Las Vegas plant. Während die Tesla-Fabrik Freemont heute schon als deutlich überinvestiert gilt und die Anlaufprobleme des Modells X Tesla zwei verlorene Jahre beschert haben, könnte FF die Chance nutzen, um ohne Managementfehler durchzustarten.

Am deutlichsten ist die Revolution der Produktion im Sinne der Smart-Factory (Industrie 4.0) im Bereich des 3D-Drucks zu erkennen. Wie zum Beweis der Disruption-Theorie von Professor Clayton M. Christensen, der 2004 in Harvard gezeigt hat, dass der Einstieg über niederschwellige Angebote geeignet sein kann, eine ganze Branche umzukrempeln, versuchen die Hersteller mit Druckern aus dem Niedrigpreissegment (ab USD 239), in die industrielle Fertigung einzudringen. Offensichtlich mit erheblichem Erfolg.

Bei der Robotik waren auf der einen Seite vielfältige Consumer-Anwendungen (Spielzeug) und jede Menge konkreter Anwendungsbeispiele für Ausbildung und Schule zu sehen. Auf der anderen Seite zeigte Bosch anhand zweier Anwendungsbeispiele, wie die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) der Zukunft aussieht: Der Roboter erkennt über Raumsensoren, dass sich ein Mensch in seinem Aktionsraum befindet und reduziert seine Bewegungen auf ein beherrschbares Maß. Eine "fühlende" Roboter-Haut erkennt eine bevorstehende Kollision bereits drei cm vor der Berührung, stoppt die Bewegung und verhindert Verletzungen des mitarbeitenden Menschen. Als der weltweitgrößte Sensor-Hersteller zeigte Bosch außerdem das Smart Home der Zukunft - und ließ keinen Zweifel daran, dass sich der Automobilzulieferer in neue Bereiche hineinarbeiten will.

Was mich tatsächlich überraschte, waren die Entwicklungen rund um Biotechnologie und Gesundheit. Es besteht kein Zweifel daran, dass wir in Zukunft alle "Betriebsfaktoren" unserer Körper, kontrollieren und optimieren werden - hier entsteht der Milliardenmarkt "Gesundheit" als Teil der Life-Sciences-Industrie, in dem die US-amerikanischen Start-ups ganz klar die Nase vorn haben. Der "intelligente Schuh" von Martin McFly aus "Zurück in die Zukunft" ist ebenso bereits Realität wie Exoskelette für querschnittsgelähmte Menschen.

Die Frage, wie wir in Deutschland die Chancen der Digitalisierung nutzen können, um nicht von Amerikanern und Asiaten dominiert zu werden, drängt sich spätestens im Jahr 2016 auf. Fast jeder dritte Besucher und auch viele Aussteller kamen aus Asien. Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Spielzeughersteller aus dieser Region die Märkte dominieren - als alleinige Erklärung wäre das aber zu kurz gegriffen. Wir Deutsche müssen - als weltweit führende Industrieausrüster - aufpassen, dass wir jetzt die entscheidenden Trends nicht verpassen. Auf gar keinen Fall dürfen wir bei der Digitalisierung ins Hintertreffen geraten.

Die Chancen, die uns die Industrie 4.0 bietet, den globalen Großunternehmen zu überlassen, wäre ein fataler Fehler. Gerade die mittelständischen Industrieausrüster müssen die neuen technischen Möglichkeiten schnell aufnehmen und ihre Produkte durch digitale Komponenten und Services erweitern. Wenn wir auf 100prozentige Perfektion bestehen, werden wir zu langsam in dieser digitalen Welt unterwegs sein - hier müssen wir amerikanischer werden und uns auch mal mit einer 98prozentigen Lösung zufrieden geben. Viele Europäer haben sich darüber gewundert, dass eine Hightech-Messe das Eintrittsprozedere ohne Barcodes und RFID-Chips abwickelt und sich auf persönliche Sichtkontrollen beschränkt - die amerikanischen Besucher fanden das normal.

Ich plädiere entschieden dafür, Geschwindigkeit aufzunehmen, um die digitale Herausforderung erfolgreich zu bestehen. Irgendwo anzufangen, ist viel besser, als nicht anzufangen, weil vielleicht keine perfekte Lösung zur Verfügung steht. Durch unsere einzigartige anwendungsorientierte Forschung stehen uns alle Grundlangen zur Verfügung, die wir brauchen. Nutzen wir sie!

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Derzeit beschäftigt Ingenics 415 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.100 Projekte erfolgreich durchgeführt. Ingenics begleitet seine Kunden durch das komplette Projekt, von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung der Pläne.

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