Marktstudie: Rechtsunsicherheit gefährdet Selbständige

Veröffentlicht von: SOLCOM GmbH
Veröffentlicht am: 26.01.2016 01:16
Rubrik: IT, Computer & Internet


(Presseportal openBroadcast) - "Freiberuflichkeit - Eine Frage des Rechts"

Freiberufler sehen beim Thema Rechtssicherheit große Risiken, die größte Gefahr geht dabei von der Scheinselbständigkeit aus. Das sind die Ergebnisse der aktuellen SOLCOM-Marktstudie "Freiberufler - eine Frage des Rechts", für die der Projektdienstleister zwischen Oktober und November 2015 die 9.102 Abonnenten des Online Magazins befragt hat. Hier möchten wir Ihnen die Ergebnisse aus der Auswertung von 596 Teilnehmern vorstellen.

Gut informiert
Eine überwiegende Mehrheit der Freiberufler schätzt die eigene Kompetenz in Rechtsfragen als mindestens gut ein. Um auf dem neuesten Stand bei Änderungen der rechtlichen Gegebenheiten zu bleiben, informieren sich Freiberufler im Wesentlichen über Webseiten oder bei der Zusammenarbeit mit (Projekt-)Dienstleistern. Dabei war schon jeder Fünfte mindestens einmal während seiner Tätigkeit als Freiberufler in eine Rechtsstreitigkeit verwickelt.

Rechtsbeistand
Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer nimmt zumindest gelegentlich die juristische Unterstützung eines Anwalts bei Rechtsfragen in Anspruch, jeder Fünfte sogar immer. Dass dies notwendig ist, zeigt sich beim nächsten Ergebnis: Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer empfindet die Rechtssicherheit als Freiberufler zumindest als unsicher, nur jeder Zehnte als sicher. Der größte rechtliche Fallstrick dabei ist für fast 90 Prozent - und damit mit Abstand - das Thema Scheinselbständigkeit, gefolgt von Haftungsfragen.

1. Wie schätzen Sie Ihre eigene Kompetenz hinsichtlich rechtlicher Fragen bei der Ausübung Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ein?
Kumuliert 57,6 Prozent der befragten Freiberufler schätzen ihr Wissen in rechtlichen Fragen als gut oder sehr gut ein. Nur hingegen etwa jeder Zehnte stuft seine eigenen Kompetenzen bei dieser Thematik als schlecht ein. Mit 29,2 Prozent hat etwa ein Drittel die Antwortmöglichkeit neutral gewählt.

Sehr gut - 12,1%
Gut - 45,5%
Neutral - 29,2%
Eher schlecht - 10,4%
Sehr schlecht - 2,9%

2. Waren (oder sind) Sie schon einmal in Rechtsstreitigkeiten verwickelt gewesen, die Ihre Freiberuflichkeit betreffen?
Mit 21,1 Prozent war bereits mehr als jeder Fünfte befragte Teilnehmer in Rechtsstreitigkeiten betreffend seiner freiberuflichen Tätigkeit verwickelt. Bei 78,9 Prozent war dies bisher nicht der Fall.

Ja - 21,1%
Nein - 78,9%

3. Nehmen Sie rechtliche Unterstützung (z.B. Anwalt) bei rechtlichen Fragen oder Streitigkeiten in Anspruch?
Fast die Hälfte der befragten Freiberufler nimmt bei rechtlichen Fragen oder Streitigkeiten juristische Unterstützung in Anspruch. Etwa ein Viertel tut dies sogar grundsätzlich bei jedem rechtlichen Sachverhalt. 29,9 Prozent greifen nur selten auf Hilfe bei rechtlichen Auseinandersetzungen zurück.

Immer - 22,3%
Gelegentlich - 48,2%
Selten - 29,9%
Immer - 22,3%

4. Wie empfinden Sie die Rechtssicherheit als Freiberufler?
Kumuliert nur knapp jeder Zehnte empfindet die Rechtslage als Freiberufler als sicher, davon sogar nur 3,2 Prozent als sehr sicher. Demgegenüber bemängeln zusammengenommen mehr als 60 Prozent der Umfrageteilnehmer die mangelnde Rechtssicherheit in ihrer Tätigkeit. Mit dem höchsten Einzelwert bezeichnen 47,1 Prozent die Rechtslage als eher unsicher.
27,7 Prozent der befragten Freiberufler stehen der Frage neutral gegenüber.

Sehr sicher - 3,2%
Sicher - 7,4%
Neutral - 27,7%
Unsicher - 47,1%
Sehr unsicher - 14,6%
Sehr sicher - 3,2%

5. Wo sehen Sie die größten rechtlichen Fallstricke in Ihrer freiberuflichen Tätigkeit? (Mehrfachantworten möglich)
In Weiterführung der Ergebnisse der vorherigen Frage zur - von der Mehrheit - empfundenen Rechtsunsicherheit, sehen die Umfrageteilnehmer mit 87,2 Prozent die größten Risiken beim Thema Scheinselbständigkeit. An zweiter Stelle bei den Risiken sehen 46,6 Prozent ungeklärte Haftungsfragen. Ebenfalls häufig genannt wurden die Vertragsgestaltung (43,3 Prozent) und das Steuerrecht (33,4 Prozent).
Nur etwa jeder Vierte fürchtet AGB-Klauseln in Verträgen, auch in ungeklärten Fragen beim Urheberrecht (15,3 Prozent) und der Projekttätigkeit (14,8) sieht nur ein vergleichsweise geringer Anteil rechtliche Fallstricke.
Die Möglichkeit, Freitextantworten zu hinterlegen, wurde lediglich marginal genutzt und wird aus diesem Grund nicht gesondert ausgeführt.

Scheinselbständigkeit - 87,2%
Vertragsgestaltung - 43,3%
Urheberrechte - 15,3%
Haftung - 46,6%
Projekttätigkeit - 14,8%
Steuerrecht - 33,4%
AGB Klauseln - 23,2%
Sonstige - 1,8%

6. Wo informieren Sie sich über rechtliche Änderungen, die Ihre Tätigkeit betreffen? (Mehrfachantworten möglich)
Mit 77,3 Prozent sind Webseiten die am häufigsten genutzte Informations-Quelle der Umfrageteilnehmer bei rechtlichen Fragen und Änderungen, gefolgt vom Austausch mit anderen Freiberuflern. Diese Möglichkeit nutzen 65,8 Prozent. Mehr als jeder Dritte vertraut bei dem heiklen Thema auf die Fachkompetenz von (Projekt-)Dienstleistern, informiert sich auf speziellen Blogs oder bespricht Fragen mit seinem Anwalt. Auch Fachliteratur wird mit 31,9 Prozent häufig genutzt.
Unter den Freitextantworten wurden zudem die Informationsangebote verschiedener Freiberufler- bzw. IT-Verbände als Quelle genannt.

(Projekt-) Dienstleister - 40,1%
Webseiten - 77,3%
Blogs - 37,1%
Anwalt - 35,6%

Neue Umfrage
Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Marktstudie startete auf www.solcom.de eine neue Umfrage zum Thema "Ausblick auf den Projektmarkt 2016".

Layout:
https://www.solcom.de/de/download_marktstudien.aspx (https://www.solcom.de/de/download_marktstudien.aspx)

Zur Umfrage:
http://www.solcom.de/de/umfrage.aspx

Druckfähiges Bildmaterial finden Sie unter: www.solcom.de/de/download.aspx

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