Schöne Fassaden erhalten

Veröffentlicht von: Energieberater-Weiterbildung
Veröffentlicht am: 03.02.2016 11:24
Rubrik: Freizeit & Hobby


(Presseportal openBroadcast) - Schornsteinfeger in der denkmalpflegerischen Weiterbildung

Ein großer Anteil des Gebäudebestands wird von den traditionellen Dämmsystemen nicht erfasst. Er steht z.B. aus denkmalpflegerischer oder gestalterischer Sicht bzw. aufgrund von besonderen Wandkonstruktionen für Standard-Systeme nicht zur Verfügung. Um dieses wichtige Thema voranzutreiben, hat der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerverbandes Hessen ein erstes Seminar durchgeführt. Mit dem Organisator des Lehrgangs Herrn Prinz und dem Referenten Herrn Drewer vom IPEG Institut sprach Helmut König von der Plattform Energieberater-weiterbildung.info.

Herr Prinz, wie viele Schornsteinfeger arbeiten in der Energieberatung und warum ist dieses Thema für Ihre Mitglieder wichtig?

Nahezu sämtliche 600 hessischen Schornsteinfegerbetriebe bieten Dienstleistungen in der Gebäudeenergieberatung an, wobei die meisten, aufgrund Ihres Kerngeschäftes, den klassischen Schornsteinfegerarbeiten, sich auf das Ausstellen von Gebäudeergieausweisen beschränken. Schätzungsweise 25% der hessischen Betriebe sind in der Experten-Liste der Dena eingetragen und bieten Förderberatungen; Energiebilanzberechungen und Baubegleitungen nach den KfW-Förderprogrammen an.

Herr Drewer, was sind die wichtigsten Probleme, die man bei der Dämmung einer erhaltenswerten Fassade beachten muss?

Es muss bestimmt werden, ob die Fassade hohlschichtig ist oder nicht. Bei dem sogenannten "zweischaligen Mauerwerk kann man einfach Dämmstoff hineinblasen lassen. Für einen sehr niedrigen Betrag (i.d.R. unter 3.000 EUR bei einem Einfamilienhaus) bekommt man dann eine gute Wärmedämmung. Diese Konstruktion ist oft in den nördlichen Bereichen von Deutschland, beginnend im Ruhrgebiet, anzutreffen. Ist die Wand massiv, kommt nur die sogenannte "Innendämmung" in Frage. Hierbei wird die Innenseite des Außenmauerwerks mit einer Wärmedämmung versehen.

Herr Drewer, welche Dämmstoffe und Systeme bieten sich im Denkmalschutz für die energetische Sanierung an?

Für den Dachbereich bietet sich die Auf- und Zwischensparrendämmung an sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke. Bei der Außenwand ohne Hohlschicht ist in den meisten Fällen nur eine Innendämmung möglich. Dazu besteht eine Vielzahl von Dämmstoffen und Systemen für die verschiedenen Einsatzwecke. Grundvoraussetzung ist, dass diese Dämmstoffe durch Norm oder bauaufsichtlicher Zulassung für die entsprechende Konstruktion zugelassen sind. Alle Dämmmaßnahmen, egal ob das Escheinungsbild des Gebäudes beeinträchtigt wird oder nicht, sollten im Vorfeld mit der Denkmalbehörde abgesprochen werden.

Herr Drewer, auf welche Dinge sollte ein Bauherr achten, wo können am ehesten Fehler auftreten?

Fassadeninnendämmungen sind deutlich anspruchsvoller als Wärmedämmverbundsysteme an der Außenwand. Da die Innendämmung durch die Geschossdecken und ggf. durch Innenwände unterbrochen wird, benötigen die Planer fundiertes bauphysikalisches Wissen, damit es nicht zu Feuchteschäden aufgrund von Wärmebrücken kommt. Im Zweifelsfall sind rechnerische Nachweise zu führen. Genauso wichtig ist der ausführende Betrieb. Der Handwerker sollte schon bauphysikalische Betrachtungen anstellen können und über Erfahrung mit diesen Systemen verfügen.

Herr Prinz, wie war die Resonanz Ihrer Mitglieder auf das Seminar und welche weiteren Pläne haben Sie, um das Thema energetische Sanierung im Schornsteinfegerhandwerk weiter zu vertiefen?

Die Resonanz der Teilnehmer war durchgehend positiv, allerdings wurde dieses Seminar nicht in dem Maße nachgefragt wie andere Themengebiete. Das zeigt, dass sich an das Thema "Innendämmung" nur wenige Gebäudeenergieberater herantrauen. Für diejenigen, die sich diesbezüglich spezialisieren, stellt ein entsprechendes Fachwissen einen Wettbewerbsvorteil bzw. eine Marktlücke dar.

Die meisten Schornsteinfegerbetriebe sind derzeit mit den klassischen Schornsteinfegertätigkeiten ausgelastet. Ob dies so bleibt, hängt von der allgemeinen Entwicklung im Energiesektor ab. Nach den Beschlüssen von Paris ist davon auszugehen, dass regenerative Energien und Effizienzsteigerung weiter an Bedeutung gewinnen werden, auch wenn fossile Brennstoffe zuletzt massiv im Preis gefallen sind. Als Verband werden wir unser seit zwanzig Jahren erfolgreiches Weiterbildungsmodell weiterführen und dem jeweils aktuellen Bedarf anpassen.

Schlussbemerkung: Man sieht, dass Fachwissen der Schlüssel zur Energiewende ist. Aus diesem Grund stellt die Plattform www.energieberater-weiterbildung.info Fachreferenten zur Verfügung, auf die interessierte Seminaranbieter, Kommunen und Unternehmen zugreifen können. Das Konzept wird kontinuierlich ausgebaut, um die Nachfrage nach diesem Spezialwissen befriedigen zu können. Herr Prinz und Herr Drewer, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

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Helmut König
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