Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Mehrheit der Arbeitnehmer glaubt, dass Frauen und Männer gleich bezahlt werden

Veröffentlicht von: Marketwire
Veröffentlicht am: 11.02.2016 10:24
Rubrik: IT, Computer & Internet


(Presseportal openBroadcast) - Glassdoor-Studie: Zwei Drittel der Schweizer Arbeitnehmer würden sich nicht bei Unternehmen mit einem Gender Pay Gap bewerben

(Mynewsdesk) LONDON, UNITED KINGDOM -- (Marketwired) -- 02/11/16 -- Lohngerechtigkeit zwischen Frau und Mann: Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist in der Schweiz noch immer nicht Realität. Stattdessen besteht eine erhebliche Gehaltskluft zwischen den Geschlechtern. Der diskriminierende Lohnunterschied beläuft sich auf 8,7 Prozent(1). Glassdoor, die weltweit transparenteste Job- und Karriere-Community, hat nun die Ergebnisse seiner ersten weltweiten Gehaltsstudie veröffentlicht, bei der die Einstellung von Arbeitnehmern rund um das Thema Gender Pay Gap ermittelt wurde.

Fast 90 Prozent der Schweizer finden, dass Frauen und Männer gleich entlohnt werden sollten

Dazu hat Glassdoor mehr als 8.000 Arbeitnehmer in der Schweiz und sechs weiteren westlichen Industrienationen (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Niederlande und USA) befragt. Obwohl Studien nahelegen, dass mit dem Ende des Gender Pay Gap erst in 81 Jahren zu rechnen ist(2), zeigen die Ergebnisse: Die Mehrheit der Arbeitnehmer (7 von 10) glaubt, dass Frauen und Männer bei ihrem Arbeitgeber für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten. Und eine überwältigende Mehrheit findet, dass Frauen und Männer den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bekommen sollten - in der Schweiz sind es 88 Prozent der Befragten.

?Obwohl offenkundig Lohnunterschiede bestehen, glaubt die Mehrheit der Arbeitnehmer, dass es an ihrem Arbeitsplatz keinen Gender Pay Gap gibt", sagt Andrew Chamberlain, Chief Economist bei Glassdoor. ?In allen untersuchten Ländern erfährt die Forderung nach Lohngerechtigkeit grossen Zuspruch. International herrscht Konsens darüber, dass die besten Massnahmen zur Bekämpfung des Gender Pay Gap gesetzliche Regulierung, Neuerungen hinsichtlich der Firmenpolitik von Unternehmen beim Thema Vergütung sowie generell mehr Gehaltstransparenz auf allen Ebenen sind."

Lohngerechtigkeit beeinflusst Bewerberverhalten - auch von Männern

Unternehmen, die mehr Mitarbeiterinnen für ihr Unternehmen begeistern wollen, sollten transparent mit ihrer Vergütungspraxis umgehen. Die Chance auf eingehende Bewerbungen erhöht sich bei Arbeitgebern signifikant, wenn sie für Lohngerechtigkeit zwischen Frau und Mann einstehen. 60 Prozent der Schweizer Arbeitnehmer geben an, sich nicht bei einem Unternehmen zu bewerben, bei dem sie einen Gender Pay Gap vermuten. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmerinnen: Fast drei Viertel der Frauen (72 Prozent) verzichten lieber auf eine Bewerbung bei einem Arbeitgeber mit mangelnder Lohngerechtigkeit. Unter Männern ist es immerhin noch knapp jeder Zweite (48 Prozent).

Dem Equal Pay Day zum Trotz - Mehrheit glaubt nicht an Gender Pay Gap bei ihrem Arbeitgeber

Obwohl viele Studien das Gegenteil beweisen und seit vielen Jahren Massnahmen wie der Equal Pay Day(3) bestehen, glauben fast drei Viertel der Schweizer nicht an die Gehaltskluft. 73 Prozent der Schweizer Arbeitnehmer gehen davon aus, dass Frauen und Männer an ihrem Arbeitsplatz für die gleiche Arbeit auch die gleiche Vergütung erhalten.

Im Rahmen der Studie wurde auch die allgemeine, geschlechterunabhängige Lohngerechtigkeit untersucht. In der Schweiz glauben 28 Prozent der Arbeitnehmer, dass sie im Verhältnis zu ihren Kollegen nicht fair bezahlt werden. Dieser Wert ist in keinem anderen untersuchten Land höher, in Grossbritannien und den Niederlanden sogar erheblich niedriger (je 19 Prozent).

Massnahmen gegen die Gehaltskluft

Gesetze für mehr Lohngerechtigkeit, eine Neugestaltung der Firmenpolitik von Unternehmen und generell mehr Transparenz beim Thema Gehalt gehören länderübergreifend zu den wichtigsten Massnahmen gegen die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann. Die sinnvollsten Massnahmen aus Sicht der Schweizer Arbeitnehmer, bei deren Arbeitgebern ihrer Ansicht nach eine Gehaltskluft besteht, lauten:

* Gesetzgeber sollten Arbeitgeber dazu zwingen, alle Angestellten mit gleicher Erfahrung für die gleiche Tätigkeit auch gleich zu entlohnen (40 Prozent der Befragten stimmen zu)

* Klarere Kommunikation durch Vorgesetzte und/oder Personalverantwortliche darüber, woran sich Gehaltserhöhungen, Boni und/oder Erhöhungen der Lebenshaltungskosten bemessen (35 Prozent)

* Eine grössere interne Transparenz beim Thema Gehalt auf allen Ebenen - z. B. dadurch, dass Personalabteilungen die Gehaltszahlen offenlegen (34 Prozent)

* Arbeitgeber sollten die Gehaltsinformationen zu allen Arbeitnehmern - heruntergebrochen auf soziodemografische Merkmale - öffentlich zugänglich machen (31 Prozent)

* Arbeitgeber sollten eine neue Unternehmenspolitik rund um das Thema Gehalt und Vergütung einführen (29 Prozent)

Methodik

Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Harris Poll im Auftrag von Glassdoor durchgeführt. In Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz und den USA wurden zwischen dem 1. und 5. Oktober 2015 insgesamt 8.254 Teilnehmer ab 18 Jahren befragt. Berücksichtigt wurden nur Erwachsene, die einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Die Online-Befragung beruht nicht auf einer Zufallsstichprobe, weshalb keine theoretischen Stichprobenfehler errechnet werden können.

Hinweise an die Redaktion Die vollständigen Studienergebnisse sind im Bericht ?Glassdoor Global Gender Pay Gap Survey" einsehbar und können ab dem 11. Februar 2016 hier heruntergeladen werden: https://press-content.glassdoor.com/app/uploads/sites/2/2016/02/GD_Survey_GlobalGenderPayGap.pdf (auf Englisch). Darin finden Sie u. a. eine detaillierte Aufschlüsselung der Studienergebnisse nach Geschlecht, Einkommen, Standort und Alter.

Gerne senden wir Ihnen den vollständigen Bericht auf Nachfrage auch per E-Mail zu. Bei Interesse an den vollständigen Ergebnissen, Bildmaterial oder weiteren Informationen zur Methodik inklusive der Gewichtung der Variablen wenden Sie sich bitte an glassdoor@adellink.de oder pr@glassdoor.com.

Über Glassdoor Glassdoor ist die weltweit transparenteste Job- und Recruiting-Community, durch die sich die Stellensuche sowie das Rekrutieren von Talenten schon jetzt von Grund auf ändern. Glassdoor bietet kostenlose und anonym gepostete Bewertungen, Sternewertungen, Gehälter und Stellenausschreibungen, die Stellensuchenden dabei helfen, die besten Jobs zu finden und entscheidende Fragen zu Jobsuche, Bewerbung und Gehaltsverhandlungen zu stellen. Auch für Arbeitgeber hat Glassdoor einiges zu bieten: Tools zum Recruiting und Employer Branding helfen Arbeitgebern, hochqualifizierte Kandidaten zu gewinnen, und das zu einem Bruchteil der Kosten anderer Kanäle. Glassdoor kann inzwischen auf mehr als 30 Millionen Mitglieder und Inhalte von über 190 Ländern verweisen und betreibt eine der beliebtesten Job-Apps für iOS und Android. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat seither ca. 160 Millionen US-Dollar an Kapital von Google Capital, Tiger Global Management, Benchmark, Battery Ventures, Sutter Hill Ventures, DAG Ventures, Dragoneer Investment Group und weiteren Unternehmen erhalten.

Glassdoor.ch ist eine eingetragene Marke der Glassdoor, Inc. Folgen Sie Glassdoor auf Twitter: @GlassdoorDE

(1) http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.html?publicationID=5225 (2) http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2014/press-releases/ (3) In diesem Jahr ist der Equal Pay Day in der Schweiz am 24. Februar. Infos: http://www.equalpayday.ch/

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Christoph Muxfeldt / Marisa Puschmann
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Tel.: +49 (0) 69 153404536

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