Sicherster Kinderchat Deutschlands vor dem Aus - Der Seitenstark-Chat schließt seine Türen

Veröffentlicht von: Seitenstark e.V.
Veröffentlicht am: 22.02.2016 17:16
Rubrik: IT, Computer & Internet


(Presseportal openBroadcast) - Seitenstark-Aufruf zu Statements und Diskussion auf wir-machen-kinderseiten.de

Köln, 22.02.2016 - Seitenstark, die Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten, verliert ihr langjähriges und erfolgreiches Medienkompetenz- und Vernetzungsprojekt

Im Jahr 2003 waren es die Kinder, die von den Kinderseitenanbietern einen Chat forderten, um sich online miteinander austauschen zu können. Allen Seitenstarkseiten war damals sofort klar: Sicherheit muss in einem Kinderchat oberste Priorität haben - das geht nicht ohne Moderation. Ein moderiertes Chat-Angebot personell und finanziell zu stemmen, das konnte keine Kinderseite alleine realisieren. Als Professor Dr. Hartmut Warkus (gest. 2011) vom Medienstudiengang der Universität Leipzig für die Chat-Idee gewonnen wurde, konnte es losgehen: Bestehende Chats wurden getestet, gemeinsam ein medienpädagogisches Konzept und ein Chatskript entwickelt. Bereits im Juni 2004 ging der Seitenstark-Chat an den Start und wurde seither vom Medienpädagogik e.V. kontinuierlich weiterentwickelt. Mit seiner doppelten Vorabmoderation gilt er bis heute als sicherster Kinderchat überhaupt.

"Für uns ist die Schließung des Seitenstark-Chats ein unglaublich großer Verlust", so Helga Kleinen, Vorsitzende des Seitenstark e.V., "denn mit ihm stirbt nicht nur eines unserer zentralen Kooperationsprojekte, sondern ein Angebot, das in besonderer Weise die Medienkompetenz der Kinder fördert." Zwei anwesende Moderatoren vermitteln den Kindern, wie man sich beim Chatten verhält, um sich und andere zu schützen.
Dass Partizipationsangebote für Kinder heute einem veränderten Nutzerverhalten Rechnung tragen und sie gleichzeitig mobilen Anforderungen genügen müssen, ist offenkundig. Aber gerade weil immer jüngere Kinder über Smartphone und Tablet ins Netz gehen, braucht es sichere und attraktive Alternativen zu Facebook, WhatsApp & Co. "Gemeinsam mit dem Medienpädagogik e.V. und anderen Partnern sind wir dabei neue Ideen der Online-Kommunikation und Partizipation für Kinder zu entwickeln, die im Sinne der Vernetzung dezentral von vielen Kinderseiten nutzbar sein sollen", erklärt Helga Kleinen. "Ohne das langjährige Know-how, die aufgebauten Strukturen und Kapazitäten des Medienstudiengangs der Uni Leipzig wird es allerdings schwer, neue Beteiligungsformen für Kinder im Netz aufzubauen und vor allem medienpädagogisch zu betreuen. Wir hoffen sehr, dass es dem Medienpädagogik e.V. doch noch gelingt, neue Mittelgeber zu finden.

Danken möchten wir an dieser Stelle herzlich allen Förderern, die den Chat viele Jahre lang unterstützt haben. Zu nennen sind hier u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Initiative "Ein Netz für Kinder" der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Auch hier spiegelt sich das hohe Renommee, welches das medienpädagogische Kommunikationsangebot auszeichnet. Unser besonderer Dank gilt aber dem Medienpädagogik e.V. und dem gesamten Chat-Team der Uni Leipzig unter der Leitung von Stefanie Krauel und Katja Reszel.

Was bedeutet die Schließung des sichersten Kinderchats Deutschlands für die Kinderseitenlandschaft? Welche zukunftsweisenden Formen moderner und sicherer Kommunikation und Beteiligung brauchen und wollen Kinder im Netz heute? Diskutieren Sie mit uns auf der Seitenstark-Plattform: wir-machen-kinderseiten.de.

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