Wenn Rechtsanwälte als Makler beraten statt Makler zu beraten

Veröffentlicht von: ROSE & PARTNER LLP.
Veröffentlicht am: 01.03.2016 22:09
Rubrik: Recht & Politik


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(Presseportal openBroadcast) - Anwälte unterliegen noch immer in vielen Bereichen einem strengen Berufsrecht. Diese betrifft auch etwaige Nebentätigkeiten. Der Anwaltsgerichtshof Berlin hält die Berufe Rechtsanwalt und Makler für unvereinbar und bestätigte die Entscheidung der Berliner Rechtsanwaltskammer, dem Anwalt die Zulassung zu entziehen. Der betroffene Anwalt war Geschäftsführer einer Immobiliengesellschaft. Als solcher war er offenbar auch mit Maklertätigkeit beschäftigt. Die Kammer sah in dieser Nebentätigkeit eine Interessenkollision und entzog dem Anwalt die Zulassung. Dieser klagte dagegen – ohne Erfolg. Die Berliner Richter sahen in der Maßnahme auch keine unzumutbare Härte aufgrund des Verlustes des Einkommens aus Anwaltstätigkeit. Schließlich habe der Rechtsanwalt gewusst, welches Risiko er mit der Doppeltätigkeit eingegangen sei.

Interessenkollision zwischen Rechtsberatung und Immobilienvermittlung

Tatsächlich ist diese rechtliche Einschätzung nicht neu. Auch in der Vergangenheit wurde vorwiegend vertreten, dass z.B. potentielle Mandanten begründete Zweifel an der Unabhängigkeit und Kompetenz des Rechtsanwalts haben könnten. Hierdurch könne das Ansehen der Rechtsanwaltschaft insgesamt beeinträchtigt werden. So argumentierte auch der Anwaltsgerichtshof Berlin, der zum Ausdruck brachte, dass es für die Beurteilung der Frage nicht nur auf die Integrität des jeweiligen Rechtsanwalts und die Besonderheit seiner beruflichen Situation ankomme. Rechtsanwälte könnten außerdem im Zuge der Rechtsberatung Kenntnisse über die Vermögensverhältnisse ihres Mandanten erhalten, wodurch sich bei einer gleichzeitigen Tätigkeit als Immobilienmakler natürlich „Gelegenheiten“ ergäben.

Im Ergebnis nachvollziehbare Entscheidung des AGH Berlin

Derartige Maßnahmen und Urteile wie von der Rechtsanwaltskammer Berlin und dem Berliner Anwaltsgerichtshof werden naturgemäß von Teilen der Rechtsanwaltschaft kritisch bewertet. Schließlich müssen sich Kanzleien heute im Wettbewerb behaupten und mehr oder weniger wie gewöhnliche Unternehmen agieren. Die Ideale der freiberuflichen Tätigkeit und die Stellung als Organ der Rechtspflege geraten da schnell einmal in den Hintergrund. Dennoch erscheint es durchaus sinnvoll, dass Anwälte nicht völlig frei agieren und kooperieren können. Die Vermischung verschiedener Tätigkeiten wird auch kaum zu mehr Kompetenz und Reputation führen. In einer Kanzlei für Immobilienrecht sollte daher wohl tatsächlich eher im Maklerrecht beraten werden als sich der Vermittlung von Immobilien zu widmen.

Informationen zum Maklerrecht finden Sie auf dem Internetauftritt der Kanzlei für Immobilienrecht ROSE & PARTNER in Berlin: http://www.rosepartner.de/rechtsberatung/immobilienrecht/maklerrecht.html

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