Solidarisch handeln statt Ängste schüren

Veröffentlicht von: Caritas in Baden-Württemberg
Veröffentlicht am: 03.03.2016 12:16
Rubrik: Recht & Politik


(Presseportal openBroadcast) - Caritas zur Landtagswahl: Flüchtlingsarbeit braucht verlässliche Rahmenbedingungen - Landtagskandidaten bewerten Caritas-Forderungen auf www.caritas-waehlt.de

Stuttgart/Freiburg - Etwa 100.000 Flüchtlinge haben im vergangenen Jahr 2015 in Baden-Württemberg das erste Mal einen Asylantrag gestellt. Angesichts dieser Zahlen und des weiter anhaltenden Zuzugs von Flüchtlingen werden aus Sicht der Caritas im Land mehr Anstrengungen in der Flüchtlingsarbeit nötig sein, um eine humane Unterbringung und Betreuung der geflüchteten Menschen zu gewährleisten. "Um diese Herausforderung für die ganze Gesellschaft zu meistern, braucht es nach der Landtagswahl wichtige landespolitische Weichenstellungen", so die Caritasvorstände Mathea Schneider (Freiburg) und Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Stuttgart). "Deshalb appellieren wir an alle Parteien, dass sie sich dieser gemeinsamen Verantwortung stellen." Erforderlich sei ein solidarisches Denken und Handeln, anstatt Besitzstände zu verteidigen und Ängste zu schüren. Die Caritas unterstütze das große Engagement der Bürger und fördere die Akzeptanz der Flüchtlinge in der Gesellschaft. "Die vielfältigen Bemühungen brauchen allerdings auch verlässliche politische Rahmenbedingungen", so Holuscha-Uhlenbrock und Schneider.

Eine vordringliche Aufgabe sieht die Caritas insbesondere darin, ausreichenden Wohnraum zu schaffen, sowohl für die vorläufige Aufnahme der Flüchtlinge als auch für ihre Anschlussunterbringung. Dabei müssten menschenwürdige Qualitätsstandards gelten. Das Land müsse die Kommunen dabei deutlich unterstützen, indem es den sozialen Wohnungsbau fördere, neuartige Wohnprojekte anstoße oder die Gestaltung von inklusiven Sozialräumen initiiere. Zudem müssten Land und Kommunen die dringend gebotene Sozialarbeit mit Flüchtlingen, die vor allem von frei gemeinnützigen Trägern und Verbänden geleistet werde, ausreichend finanzieren. "Was Menschen nach der Flucht vor allem brauchen, ist eine Sozial- und Verfahrensberatung in den Aufnahmestellen", so die beiden Caritasvorstände.

Des Weiteren setzt sich die Caritas für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung ein und fordert, die Versichertenkarte für Flüchtlinge nach der bundesgesetzlichen Regelung in Baden-Württemberg einzuführen. Für die Arbeit mit traumatisierten Menschen müssten zudem "dringend" mehr Mittel bereitgestellt werden. Um die ankommenden Menschen zu integrieren und ihnen eine Perspektive zu eröffnen, spricht sich die Caritas für einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt aus. Dafür müssten Verfahren entwickelt werden, die vor Ort zu raschen Lösungen führen - ohne die gegenwärtige Vorrangprüfung.

Im Blick auf die etwa 8.500 Unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UmA), die 2015 nach Baden-Württemberg gekommen sind und in Obhut genommen wurden, fordert die Caritas ein landesweit geltendes Verfahren mit einheitlichen Kriterien zur Alterseinschätzung. Auch dürfe die Vormundschaft für diese Personengruppe nicht ausschließlich beim Jugendamt liegen, sondern müsse grundsätzlich neu geregelt werden.

Unter der Überschrift "Flucht und Asyl: Hilfe beim Neuanfang" formuliert die Caritas in Baden-Württemberg auf der Seite www.caritas-waehlt.de Rahmenbedingungen, die aus ihrer Sicht für eine gute Aufnahme der Flüchtlinge unverzichtbar sind. Im Blick auf die bevorstehende Landtagswahl bewerten die Landtagskandidaten der im Parlament bisher vertretenen Parteien auf dieser Internetseite die Haltung der Caritas. Die Wähler können sich hier ein Bild davon machen, welche Ansätze die Kandidaten ihres Wahlkreises vertreten. - Link: www.caritas-waehlt.de

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Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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