Pilgern auf dem Jakobsweg

Veröffentlicht von: J. Kamphausen Mediengruppe GmbH
Veröffentlicht am: 16.03.2016 19:48
Rubrik: Urlaub & Reise


(Presseportal openBroadcast) - Sechs Wege nach Santiago

Lehrmeister der langsamen Schritte

Entlang waldiger Hügel, possierli-cher Dörfer und ja, auch Autobah-nen, zieht eines der großen Ge-heimnisse dieser Welt Jahr für Jahr tausende von Abenteurern in seinen Bann. "Aus welchen Grün-den pilgern Sie?", fragt einen ein Formular vor der ersten Etappe im französischen St. Jean Pied-de-Port. Die Antwort ist einzigartig: ein Konglomerat von Sehnsüchten, von Geschichten, die von der menschlichen Würde erzählen, sich nicht einkriegen zu lassen vom Leben, sondern die Stiefel zu schnüren und sich für den Zeit-raum einiger Wochen auf eine Pa-rallelwelt einzulassen. Äußerlich schmelzen mit jedem Schritt die 800 Kilometer bis Santiago dahin, werden Bande geknüpft, Blasen aufgepiekst, das Gepäck minimali-siert. Innerlich vollzieht sich ein Wandel, der den Camino als Lehr-meister par excellence erscheinen lässt: An die Stelle des hastigen Ankommenwollens und Vergleichens mit anderen tritt allmählich eine zarte Gelassenheit. Die zufriedene Gleichmut, mit der Bäume den Weg säumen, sie färbt auf den Pilger ab und lässt die Endorphine durchs Herz rauschen.

Der Film Pilgern auf dem Jakobsweg der Regisseurin Lydia B. Smith ist seit seinem Erscheinen 2014 in den USA ein riesiger Erfolg, weil er diesen Wandel sehr charmant einfängt: Als Zuschauer begleiten wir für an-derthalb Stunden sechs Menschen auf ihrem ganz persönlichen Camino, darunter eine junge Mutter mit ihrem Kind. Wir haben Anteil an ihren Erkenntnissen, dürfen dabei sein, wenn sich in ihren Gesichtern von Tag zu Tag mehr die unprätentiöse Freude darüber breitmacht, einfach am Leben zu sein. Und die scheinbare Kompliziertheit der zivilisierten Welt einmal gründlich durchzulüften. Geeicht an der wunderbaren Schlichtheit, die der Camino seinen Pilgern auferlegt, - Wandern und mit anderen Menschen in Verbindung sein - erscheint das zurückgelassene Leben in einem anderen Licht.

Am Film Pilgern auf dem Jakobsweg, der nun endlich auch mit deutschen Untertiteln erscheint, verblüfft besonders, mit welcher Leichtigkeit er sein Kaleidoskop für sechs Erzählfäden öffnet und diese zu ei-nem leidenschaftlichen Plädoyer verdichtet, selbst loszugehen. Der Lohn: sich eine Form von Erleuchtung erwandern, die komplett bo-denständig ist. Wenn eine Protago-nistin berichtet, wie unwohl ihr an-fangs dabei war, in einer Herberge dicht neben einem fremden Mann schlafen zu sollen - und was es in ihr auslöste, als eben dieser Mann ihr am nächsten Tag selbstlos hilft, indem er mehrere Stunden ihren Rucksack trägt, dann ist das einer der vielen Kipppunkte, die der Camino beschert: Ein alter Glaubenssatz, der Menschen auf Abstand hält und isoliert, kippt zurück in den Zustand der Ur-Verbundenheit. Angst wird aus dem Rucksack genommen und zurückgelassen.

Hape Kerkeling kleidete diese innere Transformation in unterhaltsame Geschichten, sein Buch und der An-fang des Jahres in die Kinos ge-kommene Film zeigen, wie die Suche nach Gott auf dem Camino zu-nehmend von einer abstrakten Frage im Kopf in die Beine wandert. Lydia B. Smith ist demgegenüber ein unstilisierter Blick auf den Camino gelungen, sie filmt ihre sechs Prota-gonisten in so ungekünstelten, puren, intimen Momenten, dass sie einem allesamt schnell ans Herz wachsen. Menschen verschiedenster Kulturen erfahren sich als eine große Familie, die ein gemeinsames Ziel teilt. "Es ist wohl besser, langsamer zu laufen und dabei noch Spaß zu haben", heißt es in dem Film. Die Tagesetappen werden entsprechend verkürzt, je näher das Ziel Santiago rückt.

"Alle lernen auf dem Camino das, was sie lernen sollen", ist Smith überzeugt. "Es geht darum, dass jeder für sich herausfindet, was für ihn das Beste ist." So unterschiedlich die Charaktere, so unterschiedlich das, was die Landschaft an See-lenantworten spiegelt. "Auf dem Jakobsweg geht es um die Leute und das, was du mit ihnen teilst. Glück sollte geteilt werden", blickt ein Pilger zurück. "Der Weg ist eine großartige Gelegenheit, um wirklich herauszufinden, wer du bist, was du dem Leben bringst und wonach du suchst", ergänzt eine Dänin, die ihm am ersten Tag begegnet ist, wo-raufhin sie jeden Meter zusammen gepilgert sind.

Magisch ist er auf jeden Fall. Zufälle hervorsprudelnd. Als Lydia B. Smith damit haderte, wie sie dem Rohschnitt der DVD angesichts des kleinen Crowdfunding-Budgets ein an-sprechendes Menü würde angedeihen lassen können, meldete sich eine Frau bei ihr, die grad auf dem Camino war. Sie habe von dem Filmprojekt gehört und würde gerne etwas beisteuern, mit Film-Menüs kenne sie sich aus. Smith besuchte die Webseite der Frau - und war baff: Von Sex and the City bis zum Kinokracher The Hobbit reichten ihre Referenzen - der Camino hatte dem Filmprojekt eine Koryphäe zugespült.

Je länger man den Pilgern im Film zuschaut, desto mehr stellt man sich den Camino als wohlwollendes, weises Wesen vor, das uns Menschen seit Jahrhunderten hilft, den Kopf zu klären und auf ein tragendes Netz zu vertrauen. Die anderthalb Stunden, die einem dieser Film beschert, sind mehr als ein feingliedriges Portrait dieses Wesens. Sie entfesseln Lust auf den ersten Schritt - und rufen all denen, die bereits auf dem Camino wandelten, seinen unbeschreiblichen Zauber in Erinnerung.

ÜBER DIE REGISSEURIN

Lydia Smith begann ihre Karriere im Filmbusiness vor 27 Jahren und hat für CNN, PBS und viele weitere Fernsehstationen produziert. Nach-dem sie 2008 selber den Weg nach Santiago de Compostela ging, hat sie ein tiefes Verständnis des Pilgerns und der fesselnden Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden.

http://caminodocumentary.org/

Lydia Smith
Pilgern auf dem Jakobsweg
Sechs Wege nach Santiago
DVD, 84 Min + Bonus
Sprache: engl. mit deutschen UT
VK: ?19,95 [D] ? 19,95 [A]
Erscheinungstermin März 2016
ISBN 42-6039851-039-0

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Julia Meier
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