Deutschland-Drama: Plötzlicher Herztod

Veröffentlicht von: JURA DIREKT GmbH
Veröffentlicht am: 21.03.2016 10:16
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - In anderen Ländern überleben etwa 10 Mal so viele Betroffene wie in Deutschland.

Er hatte Glück. Rainer Weiskirchen brach am 17. Juni 2015 bei einem Feuerwehreinsatz zusammen. Herzstillstand. Wäre das dem 52-Jährigen zuhause passiert, wäre er heute nicht mehr da. Seine Kameraden retteten ihn mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung. Diese Hilfe trauen sich in Deutschland nur wenige zu leisten. JURA DIREKT Beiratsmitglied, Kardiologe und Notfallarzt Dr. Ralf Schwab fordert eine Initiative. Tausende Leben könnten gerettet werden.

Noch da dank Herz-Lungen-Wiederbelebung

"Über die gebrochene Rippe, die die Wiederbelebung hinterlassen hat, habe ich mit meinen Rettern ein ernstes Wörtchen geredet", schmunzelt Rainer Weiskirchen. "Im Ernst, das ist wirklich egal. Ich bin froh, dass mir das bei einem Einsatz passiert ist. Die Kameraden von der freiwilligen Feuerwehr können wiederbeleben und trauen sich im Ernstfall zuzupacken. So kommt man zu einem zweiten Geburtstag nach Sekundentod." Sofort alarmierte BRK-Retter sorgten mit einem Defibrillator für ein Ende des Herzkammerflimmerns und brachten Weiskirchen in die Klinik. In so einem Fall werden unter Umständen Vollmachten und Verfügungen wichtig, beispielsweise, wenn der Betroffene seine Angelegenheiten zeitweise oder dauerhaft nicht mehr selbst regeln kann. Auch hier hatte Weiskirchen Glück. Nach kurzem künstlichem Koma war er ansprechbar und einwilligungsfähig.

Plötzlicher Herztod eine der häufigsten Todesursachen

Bis zu 120.000 Mal pro Jahr tritt der Sekundentod auf und ist damit mit die häufigste Todesursache in Deutschland. "Als Hauptursache für den plötzlichen Herztod gilt bei den Erwachsenen die Verkalkung der Herzkranzgefäße", erläutert Kardiologe Dr. Ralf Schwab aus Nürnberg. "Bei Jüngeren sind die Hauptursachen erbliche Faktoren wie Herzmuskelerkrankungen, angeborene Herzrhythmusstörungen oder eine Myokarditis, eine Herzmuskelentzündung." Auch Rainer Weiskirchen ist erblich vorbelastet und nimmt seit Jahren Tabletten gegen Bluthochdruck. "Bis zu dem Ereignis wusste ich nicht, dass ich gefährdet sein könnte", so Weiskirchen.

Wenn es passiert...

"Die Betroffenen werden plötzlich bewusstlos, verlieren den Muskeltonus und sind nicht mehr ansprechbar", so Dr. Schwab. "Sie haben keinen Puls und reagieren nicht auf Ansprache und Berührung. Die Haut verfärbt sich und wird blau-grau." Dieser Zustand kann nur mit sofortiger Herz-Lungen-Wiederbelebung und meist mit Defibrillation behandelt werden. "Ohne Behandlung", so Dr. Schwab, "ist das Gehirn innerhalb von vier bis fünf Minuten irreversibel geschädigt und der Patient verstirbt spätestens nach zehn Minuten." Wählen Sie bei einem beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstand schnellstens die Notrufnummer 112 und beginnen Sie dann sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Sonst stehen die Chancen schlecht.

Sekundentod lieber in Holland oder Schweden

Wenn schon, dann sollten Sie als Betroffener in Holland oder Schweden umkippen. In Deutschland liegt die Überlebenschance bei maximal drei bis vier Prozent. In Holland oder Schweden beträgt sie bis zu 30 Prozent. "In diesen Ländern ist die Laienreanimation, also die Herz-Lungen-Wiederbelebung, besser organisiert. Dadurch sind die Überlebenschancen bei plötzlichem Herztod deutlich besser", erläutert Dr. Schwab. "Ich plädiere dafür, dass die Politik eine gesetzliche Grundlage schafft", so Schwab weiter, "dass jeder Erwachsene über 16 Jahren alle zwei bis drei Jahre einen Kurs belegt, um nachzuweisen, dass er eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen kann."

Sie können nichts falsch machen

Für den Laien ist es ausreichend, wenn die Herz-Lungen-Wiederbelebung nur mit einer Herzdruckmassage durchgeführt wird. "Eine Beatmung ist nicht zwingend erforderlich", so Dr. Schwab, "da in der Regel professionelle Hilfe innerhalb von sieben bis 12 Minuten am Notfallort eintrifft." Der Helfer drückt den Brustkorb schnell und rhythmisch in der Mitte des Brustbeins drei bis fünf Zentimeter ein. Und das rund 100 Mal pro Minute, also fast zwei Mal pro Sekunde. Das erzeugt einen Blutdruck, um eine ausreichende Blutzirkulation für das Gehirn und die Herzkranzgefäße zu gewährleisten. "Viele Menschen scheuen sich, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen, weil sie Angst haben, einen Fehler zu begehen", betont Dr. Schwab, "dabei ist der größte Fehler, nichts zu tun."

Rainer Weiskirchen unterschreibt das mehrfach. "Ich hatte Glück. Die Kameraden sind fit in Wiederbelebung", so Weiskirchen. "Schön ist, dass unser nächster Kurs für die Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebucht ist. Das sollten alle Erwachsenen beherrschen." Dr. Schwab ergänzt: "Wer das beherrscht, kann im Ernstfall Leben retten, auch im eigenen Umfeld. Reanimationskurse bieten Rettungsdienste wie Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe oder Arbeiter-Samariter-Bund an."

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