Brandenburger Biobauern setzen auf Cannabis

Veröffentlicht von: Bio Ranch Zempow
Veröffentlicht am: 31.03.2016 20:08
Rubrik: Finanzen & Versicherungen


(Presseportal openBroadcast) - Anbaufläche von Nutzhanf soll dramatisch wachsen

Wittstock/Dosse. Brandenburger Biobauern wollen den Hanfanbau ausweiten. Neue Technologien bei Anbau, Ernte und Verarbeitung sollen erforscht und im Praxiseinsatz erprobt werden. Dazu hoffen die Bauern auf Förderung der zuständigen Landesstellen in Brandenburg. In wenigen Jahren könnten bereits 3.000 bis 5.000 ha Hanf in Brandenburg angebaut werden.

Wilhelm Schäkel von der Bio Ranch in Zempow freut sich über das neue Engagement für den Hanfanbau: "Wir haben gerade hier in Nordbrandenburg magere Böden und sind immer auf der Suche nach anbauwürdigen Früchten. Bereits im letzten Jahr haben wir Nutzhanf mit sehr gutem Erfolg angebaut. Hanfprodukte werden zur Zeit stark nachgefragt. Auch die neue Hanf Erntemaschine hat uns sehr überzeugt."

Im Ökolandbau ist Hanf besonders interessant, denn er wurzelt tief und hat einen hohen Vorfruchtwert. Entscheidend ist beim Hanfanbau die Verarbeitung und Vermarktung. Weltweit wird zumeist mit Hand geerntet. Diese Verfahren scheiden in Deutschland aufgrund der hohen Lohnkosten aus. Daher ist es notwendig, technische Ernte- und Aufbereitungslösungen zu finden und zu erproben.

"Für das neue Hanfprojekt ist eine regionale Verarbeitung besonders wichtig. Gern helfen wir dabei, einen Standort im Raum Wittstock zu suchen. Auch die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in der Mecklenburgischen Seenplatte liegt mir sehr am Herzen," sagt Wilhelm Schäkel

Das neue Hanfprojekt setzt auf die Kombination der Nutzung von Blüten, Körnern und Stengeln. Hierzu sind jeweils entsprechende technische Verfahren zu entwickeln und zu erproben. Die Vorerfahrung von landwirtschaftlichen Betrieben in der Müritz Region und im Wittstocker Land kommen dem Projekt dabei zu Gute. Die Anbauflächen sollen Schritt für Schritt ausgeweitet werden. Eine Zusammenarbeit in Augenhöhe zwischen Forschung, Ministerium, Verarbeitern, Vermarktern und den Ökobauern wird angestrebt. Im Hanfprojekt werden auch dezentrale Möglichkeiten der Verarbeitung erprobt.

Schäkel ergänzt: "Ohne Unterstützung durch das Land Brandenburg ist dieses ambitionierte Projekt kaum möglich. Schließlich handelt es sich um anspruchsvolle Technologien, die praxisnah erprobt werden müssen. Dieses Risiko können wir Landwirte nicht allein tragen. Eine Nutzung nur von Faserteilen ist für uns Landwirte nicht wirtschaftlich. Es muss eine Kombinationslösung gefunden werden, so dass Blüten, Körner und Fasern sinnvoll verwertet werden können. Dann kann die Rentabilitätsschwelle erreicht werden und die regionale Wertschöpfung wird erheblich verbessert."

Hanf ist die älteste Kulturpflanze der Welt. In slawischen Siedlungen wurde Hanf als Grabbeigabe gefunden. Bei den Germanen war die Göttin Freya für den Hanf zuständig. In Nordbrandenburg und Südmecklenburg war Hanf in vielen Fruchtfolgen vertreten. Ab etwa 1860 ging der Hanfanbau in der Region stark zurück. Heute wird diese alte Kulturpflanze wieder vermehrt angebaut.

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