Weltgesundheitstag 2016 hat Diabetes im Blick - Süßstoffe bringen Lebensqualität

Veröffentlicht von: Süßstoff Verband e.V.
Veröffentlicht am: 05.04.2016 09:56
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) -

(Mynewsdesk) Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass Diabetes bis zum Jahr 2030 zu den sieben weltweit führenden Todesursachen zählt. Wirksame Präventionsmaßnahmen sind daher enorm wichtig. Neben körperliche Aktivität kann Ernährung dazu beitragen, das Risiko für die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes drastisch zu reduzieren. Genuss und Lebensfreude müssen dabei aber nicht zu kurz kommen.

Süßstoff - Ein Stück Lebensqualität für Diabetiker



Auf der Zunge süße und im Blut wie Wasser

Bei Diabetes, aber auch bei Vorliegen einer Glucosetoleranzstörung sind Ernährung und Bewegung von zentraler Bedeutung, wobei Genuss und Lebensfreude nicht zu kurz kommen sollen. Süßstoffe haben den Vorteil, dass sie süßen Geschmack bieten, sich im Gegensatz zu Zucker aber nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirken und daher ohne Anrechnung auf Kohlenhydrat- bzw. Broteinheiten in die tägliche Ernährung eingebaut werden können. Das es den in der Laienpresse häufig beschriebenen ?cephalischen Insulinreflex? - d.h. eine allein durch den Süßgeschmack ausgelöste Insulinausschüttung - nicht gibt, zeigten Wissenschaftler der University of Adelaid (1).Sieuntersuchten, wie Blutzucker-, Insulinspiegel, Gesamt- GLP-1 und Magenentleerung auf die Aufnahme von Süßstoffen im Vergleich zu Wasser und Zucker reagieren. Die Probanden bekamen entweder 240 ml pures Wasser oder Wasser gesüßt mit Süßstoff. Zudem wurden zuckerhaltige Kontrollproben gegeben. Die Messungen zu Blutzucker, Plasmainsulin, Gesamt-GLP-1 und Magenentleerung zeigten, dass es nur nach der Einnahme der Zuckerlösung zu Anstiegen der Parameter kam, nicht aber nach Wasser- oder Süßstoffkonsum. Die im Diabetes Care veröffentliche Arbeit unterstützt damit ältere wissenschaftliche Arbeiten zu dieser Thematik.

Kalorienfreie Süße ? Unterstützung für die Gewichtsreduktion

Wer sein Gewicht auf Dauer halten oder Übergewicht abbauen will, dem bieten Süßstoffe süßen Genuss ohne Kalorien. Ein im International Journal of Obesity veröffentlichtes Reviewvon Prof. Peter Rogers et al (2) zeigt, dass die Verwendung von kalorienarm gesüßten Lebensmitteln und Getränken bei der Gewichtsabnahme und Gewichtskontrolle helfen kann, indem Energieaufnahme und Körpergewicht reduziert werden. Die Arbeit untersucht anhand von Meta-Analysen ob der Süßstoff Konsum Auswirkungen auf die Energieaufnahme und das Körpergewicht hat. Die Autoren der Studie heben hervor, das ihre Ergebnisse zeigen, dass Süßstoffe weder die Energieaufnahme, noch das Körpergewicht erhöhen sei es im Vergleich gegenüber kalorienhaltigem oder kalorienfreiem (zum Beispiel Wasser). Die Auswertung des Studienmaterials zeigt, dass die Verwendung von kalorienarm gesüßten Getränken, ?bei Kindern und Erwachsenen, tatsächlich zu einer reduzierten Energieaufnahme und einem niedrigerem Körpergewicht führt - auch im Vergleich zu Wasser? so die Autoren. Die Schlussfolgerungen dieses Reviews stützen damit eine breite Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten.

Kein Widerspruch: Süßstoff und gesunder Lebensstil

Ernährungsmuster, die die Verwendung von Süßstoffen bzw. kalorienfrei gesüßten Lebensmitteln und Getränken einschließen, können häufig mit einer insgesamt besseren Qualität der Ernährung und einem ausgewogeneren Essverhalten in Verbindung gebracht werden. Zu dem Schluss kam bereits 2014 eine US-amerikanische Studie (3). Eine kürzlich von Gibson et al in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichte Arbeit (4) bestätigt diese Erkenntnisse. Zudem konnte Gibson beweisen, dass Light-Getränke nicht den Appetit auf zuckerhaltige Lebensmittel fördern, sondern im Gegenteil eher die Energie- und Zuckeraufnahme insgesamt verringern und somit ein nützliches Werkzeug sowohl für ein kurz-, wie auch langfristiges Gewichtsmanagement sein können. So zeigte sich, ein ähnliches Ernährungsmuster für die Light-Trinker, wie für die Verbraucher die keine Süßgetränke konsumieren. Beide Gruppen verzehrten höhere Fisch-, Obst- und Gemüsemengen und der Fleisch- und Zuckerkonsum lag niedriger, als in der Gruppe der Zuckergetränke-Konsumenten. Bei der Energieaufnahme zeigte sich ein ähnliches Bild.

Die mittlere Gesamtenergieaufnahme der Süßstoffverwender mit 1719 kcal/Tag fast identisch mit der der Nichtkonsumenten. Die Energieaufnahme der Zuckergetränkegruppe (1958 kcal / Tag) und die der Verbraucher von beiden Arten von Getränken (1986 kcal / Tag) lag hingegen deutlich höher.

Süß ist süß genug ? Kein Heißhunger durch Süßstoffe

Das die Verwendung von Süßstoffen hilfreich sein kann für die Gewichtsreduktion zeigte auch die im American Journal of clinical Nutrition veröffentlichte Metaanalyse von Perez et al.(5) Darüber hinaus konnte bestätigt werden, dass Süßstoffe den Appetit und Heißhunger auf Süßes nicht erhöhen. Zum gleichen Schluss kam Belissle (6) in ihrer Arbeit, die über einen Zeitraum von 30 Jahren wissenschaftliche Untersuchungen berücksichtigt. Sie beweist, dass viele der vorhandenen Studien keine kausalen Zusammenhänge zwischen der Nutzung von Süßstoffen und Appetit auf Süßes finden. Bei randomisierten Studien bei Kindern und Erwachsenen zeigte sich aber, dass die Verwendung von Süßstoffen eher die Aufnahme von zuckerhaltigen Produkten reduziert als erhöht und die Gewichtsreduktion eher erleichtert als beeinträchtigt.

Mit Sicherheit süßer Genuss

Für Süßstoffe gelten strenge Regeln, denn Süßstoffe gehören zu den Zusatzstoffen, die erst nach ausdrücklicher Zulassung durch den Gesetzgeber in bestimmten Lebensmitteln bis zu jeweils definierten Höchstmengen verwendet werden dürfen. Bei der Zulassung wird der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake.) festgelegt. Der ADI ?ist die geschätzte Menge eines Lebensmittel-Zusatzstoffes, berechnet auf das Körpergewicht, die täglich lebenslang ohne Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann. Zusätzlich legt der Gesetzgeber genau fest, welche Süßstoffmengen in bestimmten Produktkategorien verwendet werden dürfen.

Auch nach der Zulassung werden laut EU-Vorschrift Süßstoffe laufend beobachtet und überprüft, vor allem wenn neue Konsumgewohnheiten oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse dies nahe legen. 

Süßstoffe im Überblick

Was unterscheidet Süßstoffe von anderen Süßungsmitteln?

* Kalorienfrei oder extrem kalorienarm
* Höhere Süßkraft
* Kein Einfluss auf Blutzucker ? und Insulinspiegel
* Für Diabetiker geeignet
* Sind nicht kariogen
Kann man mit Süßstoffen abnehmen oder sein Gewicht halten?

* Süßstoffe können sehr gute Unterstützer beim Gewichtsmanagement sein
* Süßstoffe liefern keine Kalorien
* Süßstoffe haben keinen Einfluss auf den Appetit
* Süßstoffe liefern süßen Genuss ohne Reue
Sind Süßstoffe unbedenklich für die Gesundheit?

* Ja, vor der Zulassung werden sie ausführlich getestet,
* und es werden zusätzlich Höchstmengen für den Einsatz in Lebensmitteln festgelegt
Literatur:

(1)Tongzhi Wu, Michelle J. Bound, et al.,Artificial Sweeteners Have No Effect on Gastric Emptying, Glucagon-Like Peptide-1, or Glycemia After Oral Glucose in Healthy Humans.Diabetes Care December 2013 vol. 36 no. 12 e202-e203

(2) P J Rogers, P S Hogenkamp, C de Graaf, S Higgs, A Lluch, A R Ness, C Penfold, R Perry, P Putz, M R Yeomansand D J Mela, Does low-energy sweetener consumption affect energy intake and body weight?A systematic review, including meta-analyses, of the evidence from human and animal studies, International Journal of Obesity(2016)40,381?394; doi:10.1038/ijo.2015.177; published online 10 November 2015

(3) Adam DrewnowskiandColin D. Rehm ,Consumption of Low-Calorie Sweeteners among U.S. Adults Is Associated with Higher Healthy Eating Index (HEI 2005) Scores and More Physical ActivityNutrients2014,6(10), 4389-4403; doi:10.3390/nu6104389

(4) Sigrid A. Gibson,Graham W. Horgan, Lucy E. Francis, Amelia A. GibsonandAlison M. Stephen Low Calorie Beverage Consumption Is Associated with Energy and Nutrient Intakes and Diet Quality in British Adults, Nutrients2016,8(1), 9; doi:10.3390/nu8010009

(5) Miller PE , Perez V, Low-calorie sweeteners and body weight and composition: a meta-analysis of randomized controlled trials and prospective cohort studies.Am J Clin Nutr. 2014 Sep;100(3):765-77.doi: 10.3945/ajcn.113.082826. Epub 2014 Jun 18.

(6) Belissle F.,Intense Sweeteners, Appetite for the Sweet Taste, and Relationship to Weight Management.Curr Obes Rep.2015 Mar;4(1):106-10. doi: 10.1007/s13679-014-0133-8.


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