Ein Blick in die Mundhöhle

Veröffentlicht von: Initiative proDente e.V.
Veröffentlicht am: 06.04.2016 14:08
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - Essen, Trinken, Schmecken, Sprechen, Atmen - all das passiert mit Hilfe der Mundhöhle. Sie ist ein Multitalent mit vielen wichtigen Aufgaben.

Im Zentrum der Mundhöhle vollführt ein einzigartiger, extrem beweglicher Muskel wahre Akrobatik: die Zunge. Sie koordiniert das Sprechen und die Zerkleinerung der Nahrung als ein sehr sensibles Tastorgan. Der Tastsinn hat aber auch eine Schutzfunktion: zusammen mit den Zähnen werden Knochensplitter oder Fischgräten erkannt bevor sie in den weiteren Verdauungstrakt gelangen. Zudem tastet die Zunge ständig den Mundraum und die Zähne ab, erkennt feinste Veränderungen und reinigt die Mundhöhle. Sie registriert sehr genau, was wir gerade essen. Mit Hilfe von vielen winzigen Geschmacksknospen auf der Zungenoberfläche nehmen wir die Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig, herzhaft-würzig (umami) und fettig war.

Speichel: unentbehrlich für gesunde Zähne und Mundhöhle

Wenn wir ausreichend viel trinken, fließen etwa ein bis eineinhalb Liter Speichel am Tag durch unsere Mundhöhle. Der Speichel befeuchtet die Nahrung, spaltet komplexe Kohlenhydrate aus Brot oder Nudeln zu kleineren, verdaulicheren Bausteinen und erleichtert das Schlucken. Mit seinen antibakteriellen Eigenschaften bildet Speichel die erste Barriere im Mund gegen Krankheitserreger. Auch für die Zähne hat Speichel eine wichtige Reparatur- und Schutzfunktion: Er enthält alle erforderlichen Mineralstoffe, die in der Zahnhartsubstanz wichtig sind. Speichel wirkt durch diese Remineralisationsförderung Karies entgegen. Darüber hinaus weist Speichel beschichtende, schützende und Säure puffernde Bestandteile auf. Zu wenig Speichelfluss bedeutet auch ein erhöhtes Risiko für Karies.

Mundflora: bei jedem Menschen individuell

Mehrere hundert verschiedene Arten von Mikroorganismen bevölkern unsere Mundhöhle. Diese Kleinstlebewesen wie Bakterien und Pilze bilden die Mundflora. Nur wenige Keime sind direkt krankheitsauslösend. Die Zusammensetzung kann bei jedem Menschen individuell sein. Wird das physiologische Gleichgewicht gestört, können Krankheiten begünstigt werden. So kann eine zuckerreiche Ernährung zu einer starken Vermehrung kariesverursachender Bakterien führen. Zucker dient den Bakterien als Nahrung. Sie bauen ihn zu Säuren ab. Diese Säuren können dem Zahnschmelz Mineralien entziehen. Die Zahnhartsubstanz wird zerstört. Karies kann entstehen.

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