Das ist doch Musik von gestern!

Veröffentlicht von: MusikSofa
Veröffentlicht am: 26.04.2016 09:48
Rubrik: Gesellschaft & Kultur


(Presseportal openBroadcast) - Instrumente und deren Bedeutung im digitalen Zeitalter- wie eine Branche den digitalen Nutzen verschläft und droht Musik, Musik von gestern zu werden

Digitalisierung. Vermutlich einer der prägensten Begriffe des 21. Jahrhundert. Kein anderes Wort wurde bis dato so häufig in verschiedenen Variationen verwendet wie dieses. Die vermutlich aktuelleste Form aus den Nachrichten sind "Cloud" und "Big Data". Man scheint den nächsten großen Meilenstein der Informationstechnik gefunden zu haben, alle Daten immer und von überall zur Verfügung zu stellen und dabei per Mausklick Milliarden von Informationen auszuwerten.

"Cloud" und "Big Data" haben in den letzten Jahren eine so exponentielle Entwicklung in der Öffentlichkeit dargelegt, die beispiellos zeigt, dass diese Digitalisierung keine branchenspezifische Innovation - sondern eine grundlegende Veränderung im gesellschaftlichen Wandeln darstellt.
Viele Branchen haben das schon erkannt - oder sind auf einem guten Weg dies zu erkennen. Wirtschaftlich betrachtet sieht man das am besten an SAP, die ihre komplette exsistentielle Zukunft auf das Cloud und Big Data Business ausbauen. Aber auch im privaten, alltäglichen Leben sieht man diese Digitalisierung - oft nur unbewusst - an jeglicher Stelle.

Mittlerweile gehört es wohl für jeden zum Standard seine Kochrezepte schnell mal online nachzuschlagen, anstatt in den nächsten Buchladen zu fahren und das entsprechende Kochbuch zu kaufen - während das Essen auf dem Herd köchelt. Hierbei erhält man ganz bequem die nächsten möglichen Rezeptvorschläge anhand der persönlichen Vorlieben. Was würden junge Studenten nur tun, wenn sie nicht schnell mal nachschlagen könnten wie man Eier kocht!

Aber selbst über einfache Nachschlagewerke hat sich das Informationstechnik bzw. Digitalisierung schon hinaus entwickelt. Selbst nicht direkt greifbare Daten werden mittlerweile durch digitale Unterstützer visualisiert und zum alltäglichen Unterstützer. Die Werbung zeigt es einem jeden Tag: Sprachlernsoftware, digitale Trainingspartner, unzählige persönliche Fitnesspläne und Datings-Apps sind mittlerweile faszinierende Merkmale wie positiv man die ideologische Entwicklung der Technologie der vergangenen Jahren deuten darf (zumindest Ausschnittsweise).

Natürlich ist auch die milliardenschwere Musikbranche auf diesem Zug dabei und in ihrer gewohnten Trägheit bei dem mittleren Feld ganz vorne dabei (ganz eng vor öffentlichen Organen).
Musik wurde in die Cloud gehoben - Milliarden Songs passend auf meine persönliche Vorliebe zugeschnitten. Per Mausklick Lieder aus allen Ländern und allen Genres der Welt. Für ein kleinen Obolus des monatlichen Subscription Modells.

Doch während bei SAP, Online-Kochbüchern oder digitalen Trainingskonzepten durch die Unterstützung von technischen Algorithmen dem Anwender Arbeit abgenommen und Nutzen
durch den enormen Zeitaufwand, durch den flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten entstehen, hinzugewonnen werden bleibt vor allem in der Musikbranche ein fader Beigeschmack:

Der Wert der Musik geht verloren. So poetisch abstrakt das auch klingen mag, so ist es doch erschreckend inwieweit die wahren Werte der Musik auf der Strecke bleiben. Musik revolutioniert sich selbst - auf Kosten seinerselbst. Anders ausgedrückt: Musik opfert derzeit ihre eigenen Kernwerte um besser und flexibler "in die Cloud" nach oben fliegen zu können. In einer Welt in der "Musik"perfekt auf mich zugeschnitten und immer individueller werden, wird es zwangsläufig bald auch nur noch auf mich zugeschnittene, für mich kompinierte Werke geben - in elektronischer Form, gebunden und instruiert durch Computer Algorithmen. Je "besser" also die Musik - Digitalisierung voranschreitet, umso mehr geht die ursprüngliche Musik verloren. Gitarren, Klaviere, Streicher. Alle werden überflüssig. Alles kann einfach auf elektronischen Wege bereitgestellt werden.

Beim Online Fitness-Trainer bekomme ich zwar auch die ganze Arbeit der Trainingspläne und individuellen Ernährung abgenommen, aber ich muss immer noch selbst den intern "Drive" entwickeln aktiv zu trainieren. Ich kann zwar in einem Online Rezeptbuch schnell mal ein Rezept nachschlagen und mir viel Arbeit ersparen, aber ich muss immer noch selbst aktiv die Pfanne schwingen. Und Musik? Ja, ich kann zwar mir die Arbeit ersparen Musik die mir gefällt extra zu suchen, da sie mir zukünftig vorgeschlagen wird. Ja, ich muss Musik immer noch aktiv hören, um sie zu empfinden und zu konsumieren. Aber, Und das ist die entschreckende angesprochene Selbst-Revolution: Ich kann Musik nur noch konsumieren.

Musik á la Bach, Mozart oder dem süße Gitarrenspieler von neben an waren nie ein reines Produkt des Konsums, sondern entstanden immer aus einer proaktiven Umsetzung einer Inspiration in eine Kreativität. Musik wird geschaffen. Musik wird gelebt. Musik wird durch harte Arbeit, Fleiß, Disziplin und Leidenschafft komponiert, erschaffen. Für einen Traumkörper muss man trainieren, für eine Mahlzeit muss man Kochen, und ebenso muss man für Musik - Musizieren.

Einer der wenigen Vorreiter die sich dieses idelle Ziel zur Aufgabe gemacht haben sind zum Beispiel MusikSofa.org (https://www.musiksofa.org). Es ist eines der wenigen nicht-kommerziellen Projekte, die versuchen, die Werte von Instrumenten auf die digitale Welt zu transformieren, um auch jüngeren Generationen es zu ermöglichen Gitarre zu lernen. Dabei zeigt sich positiv die nicht kommerzielle Ausrichtung im Vergleich zu anderen solcher Online-Lernseiten. MusikSofa ist komplett kostenlos und ermöglicht dem Gitarren-Anfänger in einem geführten Level-System durch Erfahrungspunkte immer mehr Gitarrenkurse freizuschalten. Unterstützend hierzu gibt es auch ein Highscore System für die besten 100, sowie die Möglichkeit sich mit anderen Gitarren-Enthusiasten sich auszutauschen.

Nicht die Musik selbst ist eine Selbstrevolution des digitalen Zeitalters - Nein, es ist die Kunst des kreativen Schaffens einer Musik, die es unter der Entwicklung der derzeitigen Musikbranche zu erlischen droht. Es gibt mittlerweile einen richtigen Löwenkampf wer den besten, den schnellsten, den größten und günstigsten Musik-Streaming Dienst kostenlos zur Verfügung stellt. Aber niemand interessiert sich dafür, das umfassende Wissen des Schaffensprozesses von Musik zu digitalisieren oder zu personalisieren. Man kann mittlerweile jedes Lied online hören - Aber man kann kein einziges Instrument online lernen. Musik lebt durch die Instrumente die es spielt, egal ob Gitarre, Klavier oder Synthesizer. Und es sollte unserer Generation ein grundlegendes Privileg sein JEDE Form der Musik in die digitalisierte Zukunft als Wert zu vermitteln. Sonst laufen wir Gefahr, zukünftigen Generationen das Glück zu verwehren, wahre Musik zu verstehen oder großen Künstlern in der großen Wolke der großen Daten zu verlieren.


Grundsätzlich ist aber ein permantenes Umdenken der Musikbranche notwendig, sich selbstreflektierend mit der eigenen, immer mehr kommerziellen orientierten Ausrichtung neu zu erfinden. Sonst wird es bald jede Art der Musik auf Knopfdruck geben - aber hier unten in den Straßen werden die Gitarrenspieler verklingen.

Bildquelle: https://unsplash.com/kaosstudios

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