Stoffstrommanagement im Unternehmen

Veröffentlicht von: Energieberater-Weiterbildung
Veröffentlicht am: 28.04.2016 10:48
Rubrik: Umwelt & Energie


(Presseportal openBroadcast) - Eine Analyse zur gezielten Optimierung von Material- und Energieströmen in Unternehmen

Dass man Ressourceneffizienz im Unternehmen systematisch betreiben kann, zeigt das Interview mit Frau Dipl.-Ing. Birgit Lenzner-Muhl, Inhaberin des gleichnamigen Ingenieur-Büros für integriertes Umweltmanagement und Umwelttechnik.

Frau Lenzner-Muhl, was versteht man eigentlich unter Stoffstrommanagement?
Die Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" hat bereits 1994 Stoffstrom-Management als zielorientiertes Beeinflussen von Stoffsystemen beschrieben. Hierbei wird eine strukturierte Analyse zur gezielten Optimierung von Material- und Energieströmen in Unternehmen durchgeführt.

Wann macht Stoffstrommanagement für ein Unternehmen Sinn?
Durch Optimierung der Nutzung der eingesetzten Materialien und Energien entlang der Prozesskette können in jedem Unternehmen Kosten und Ressourcen eingespart werden. Der Erhalt oder die Wiederverwertung von Rohstoffen und die Vermeidung von Abfällen und Emissionen führt zu einer verbesserten Nutzung der eingesetzten Stoffe, Energieträger und von Wasser. Dadurch werden Kostenersparnisse realisiert, die Umweltbelastung vermindert und zusätzlich der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen reduziert.

Wie geht man vor, welche Hilfsmittel kann man einsetzen?
Das strukturiertes Durchleuchten entlang des Prozessflusses von der Anlieferung über die Produktion und Lagerung bis hin zur Auslieferung zeigt neben den Interviews mit Mitarbeitern und Management bisher nicht erkannte Verbesserungspotentiale und Einsparmöglichkeiten auf. Dies betrifft sowohl alle eingehenden Stoffe und Dienstleistungen, wie auch alle ausgehenden Produkte, Emissionen und Abfallmengen.

Was sind typischer Einsparpotentiale beim Einkauf, Energieeffizienz und Entsorgung?
Die Einsparpotentiale sind gewaltig und werden von der Deutschen Materialeffizienzagentur (DEMEA) alleine für das produzierende Gewerbe in Deutschland mit deutlich über 40 Milliarden EUR beziffert. Erste Einsparungen z.B. von über 10 % beim Energieverbrauch sind oft bereits ohne nennenswerte Investitionskosten machbar. Die Entsorgungsseite wird ebenfalls in vielen Unternehmen nicht ausreichend untersucht. Durch detaillierte Analysen der Abfälle und ihrer Entstehung bzw. Vermeidung entstehen vielfältige Optimierungsansätze. Dass viele scheinbare Abfälle Rohstoffe für andere Betriebe sind, ist Unternehmen und Entsorgern oft nicht bewusst.

Welche Schlüsselfaktoren sind für einen langfristigen Erfolg wichtig?
Um nachhaltige Erfolge abzusichern ist es entscheidend, umweltrelevante Schlüsselfaktoren (Key Performance Indicators, KPI"s) einzuführen und im Rahmen eines etablierten Management-Systems zu kontrollieren. Es empfiehlt sich mit einem einheitlichen System zu arbeiten. Darüber hinaus ist es wichtig, Erfahrungen aus anderen Unternehmen in solche Prozesse einfließen zu lassen, damit das Rad nicht zweimal erfunden wird. Solche Erfahrungen kommen entweder aus Unternehmensnetzwerken oder durch den Einsatz externer Spezialisten.
Langfristiger Erfolg ist gesichert durch die Einführung und Leben eines integrierten Umweltmanagement-Systems unter Einbindung aller Mitarbeiter und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Durch Zertifizierung des eingeführten Managementprozesses nach ISO 50001, ISO 14001 oder EMAS wird die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Einspar- und Kontrollmaßnahmen sichergestellt.

Wir sind hier also in einer viel zu selten gesucht und gefundenen Win-Win Situation, die mittlerweile immerhin schon ein Drittel der deutschen Unternehmen erkannt hat. Unternehmen, die Stoffstrommanagement Systeme einführen, verbessern nicht nur ihre Wirtschaftlichkeit, sondern tragen auch zu einer spürbaren Entlastung der Umwelt durch Schonung unserer Rohstoff- und Energieressourcen bei. Grundlagen dazu vermittelt zum Beispiel das Seminar Stoffstrommanagement, dass auf der Seite www.energieberater-weiterbildung.info vorgestellt wird. Frau Lenzner-Muhl, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Bildquelle: Dipl, Ing Birgit Lenzner-Muhl

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