Heavy Metal @ 30works

Veröffentlicht von: 30works-Galerie
Veröffentlicht am: 07.05.2016 15:14
Rubrik: Gesellschaft & Kultur


(Presseportal openBroadcast) - Thomas Baumgärtel „Heavy Metal“ @ 30works


Kalt, hart, undurchdringlich und zudem mit starker Reflexion ausgestattet: Metall ist der denkbar abweisendste Untergrund für künstlerische Prozesse. Doch in Ermangelung alternativer Trägermaterialien erkor die erste Generation der Street Artists Anfang der 1980er Jahre Metall – neben Beton - zu ihrer bevorzugten Arbeitsfläche. Und so wurden Verkehrsschilder, Unterstände und Waggons zu mitunter unfreiwilligen Unterlagen für Graffiti, Stencils und Paste-ups.


Zurück zu den Wurzeln

Mit „Heavy Metal“ huldigt Thomas Baumgärtel den Anfängen der Urban Art - und verweist dabei auf seine eigenen Wurzeln als deutscher Pionier auf diesem Gebiet. Der Titel der Ausstellung ist Wortspiel und Programm zugleich: Denn einerseits thematisiert er die Schwere und Unzugänglichkeit von Metall, andererseits nimmt er Bezug zum gleichnamigen Musikstil, der ebenfalls in den späten 70er, frühen 80er Jahren aufkam.
Rock wurde erst zu Hardrock, schließlich zu Metal – Bands wie Led Zeppelin und Deep Purple waren die Vorreiter, während Judas Priest, Black Sabbath und Motörhead das Genre dann final etablierten. Die Härte und Intensität der Musik mit ihren exaltierten, kreischenden E-Gitarrensoli und exzessiven Drums begleitet von einem Gesang mit überzeichneten Höhen und Tiefen traf den Nerv der Zeit, indem sie sich gegen das Überkultivierte, betont Intellektuelle auflehnte. „Back to the roots“ war das Motto: weg vom Geschniegelten, Gebürsteten, Affektierten, hin zum Ursprünglichen, Wilden, Ungezähmten.

Diese Haltung greift Baumgärtel mit „Heavy Metal“ sowohl materiell als auch inhaltlich auf. Als ein Künstler, der seine Ateliers vorzugsweise auf alten Fabrikgeländen und in Industriehallen unterhält, sah er sich stets mit Metall und dessen Verarbeitung konfrontiert. Schon früh erkannte er den Reiz und die Herausforderung, dieses archaische, wenngleich kapriziöse Material zu bespielen: „Die einzigartige Grundierung von alten Metallplatten, die Gebrauchsspuren, die individuelle Struktur – das ist sprichwörtlich gelebte Geschichte in hochkonzentrierter Form, ähnlich wie bei den Jahresringen eines Baumes.“, erklärt Baumgärtel.


Von Dürer über Adenauer bis Bowie

Die roughe, patinierte Aura seiner Alu-Walzscheiben, Eisentüren und anderer Metallrelikte bricht Baumgärtel mit ätherischen, detailverliebten und höchst empathischen Stencils von Polit- und Musikikonen, Symbolen der Pop-Kultur – und natürlich seiner berühmten Banane. Dabei spart er nicht an expliziter Kritik an aktuellen Missständen und Fehlentwicklungen, die er in gewohnt humorvolle und spielerische Kontexte kleidet. Da wird der Zustand des Kunstmarkts als Totentanz mit pinselschwingenden und spraydosenbewehrten Skeletten inszeniert. Die künstlerische Freiheit, die sich über Fragen der gängigen Moral, der political correctness, der vermeintlichen „Wahrheit“ und auch der Religion erhebt - in diesen Tagen ein großes Thema - findet in einer fulminanten Neuinterpretation von Dürers Adam und Eva ihre thematische Reflexion; wobei Eva ihrem Gespielen hier keinen Apfel, sondern die obligatorische Banane reicht. Demgegenüber stehen Kennedy und Adenauer in einem eindringlichen Stencilporträt, das eine sublime Anspielung auf Adenauers Kampf für die Zollfreiheit deutscher Bananenimporte im Jahr 1957 darstellt. „Heavy Metal“ sind hier also nicht nur die Untergründe, sondern auch die Inhalte. Die in der poetischen Stilisierung von Musikgöttern wie Jim Morrison, Lemmy Kilmister und David Bowie ihren Höhepunkt finden. Baumgärtel erklärt sie zu Metal-Göttern, losgelöst von ihren tatsächlichen Musikstilen, dafür in post-romantischer Erinnerung an eine Zeit, als das Leben noch unbeschwert und träumerisch war. Und es echte Idole jenseits der heutigen Netz- und social media-Hysterie gab.

„Heavy Metal kann man auch als eine Art Retrospektive betrachten.“, sagt Baumgärtel. „Auch wenn die meisten Werke neu sind und aktuelle Themen fokussieren, so sind sie eine Referenz an meine Jugend und Anfangsjahre als Künstler, an meinen Background und meine gesamte künstlerische Entwicklung.“
Dazu passen auch die überdimensionierten Spray-Cans, eine Hommage an sein präferiertes Arbeitsmittel, die Sprühdose; diese Arbeiten werden erstmals zu sehen sein.

Die Laudatio am Abend der Vernissage wird Konrad Adenauer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stadtgedächtnis, halten.


Heavy Metal @ 30works

Vernissage: Freitag 20.05.2016, 19 Uhr
Laudatio mit Konrad Adenauer.

Ausstellung: vom 20.05.2016 bis 18.06.2016
Öffnungszeiten: Di - Fr 15-19 Uhr, Sa 11-18 Uhr

30works Galerie
Antwerpener Str. 42
50672 Köln
0221/5700250
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Saskia Rode
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Über 30works:

Die Kölner Galerie 30works ist spezialisiert auf Pop-Art, Streetart und zeitgenössische Kunst. Speziell, wenn es um das Thema Streetart geht, übernimmt 30works eine Vorreiterrolle in Deutschland: Als einer der ersten Galeristen hat Geschäftsführer Gérard Margaritis die Streetart nach Deutschland gebracht und sich mit 30works auf diese junge, frische „Pop-Art des 21. Jahrhunderts“ als zusätzlicher Fokus konzentriert.

Die Galerie

Mitten im trendigen „Belgischen Viertel“ in der Kölner Innenstadt bietet die 30works Galerie auf 300 Quadratmetern viel Raum für innovative, junge Positionen der Kunst. Spezialisiert auf Pop Art, Neopop, Urban Art und Streetart, ist sie kein elitärer Tempel für Eingeweihte, sondern ein inspirierender Ort der Begegnung von Künstlern und Kunstinteressierten, von Sammlern und solchen, die es noch werden wollen. Und mit genau dieser entspannten, unangestrengten Atmosphäre hat sich 30works längst auch über die Grenzen der Domstadt hinaus einen Namen gemacht. Ihre sechs bis acht Einzel- und Gruppenausstellungen pro Jahr sind Magnet für ein bunt gemischtes, experimentierfreudiges Publikum.

Hochkarätiges Portfolio

Neben Arbeiten von Pop-Artists wie Jörg Döring, John Breed und Johann Büsen sowie des Münchener Malers Fabian Gatermann umfasst das Portfolio von 30works unter anderem Werke der Streetart-Ikonen Banksy, D*Face und des Bananensprayers Thomas Baumgärtel sowie der Urban Art-Künstler Lena Schmidt, L.E.T., mittenimwald, Van Ray und EMESS.

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