Umbriens verrückteste Tradition: Der „Kerzenlauf“ in Gubbio am 15. Mai

Veröffentlicht von: global communication experts
Veröffentlicht am: 12.05.2016 11:38
Rubrik: Urlaub & Reise


(Presseportal openBroadcast) - Gubbio in Umbrien ist eigentlich ein beschaulicher Ort - außer am 15. Mai! Dann verwandelt sich die Stadt in ein Meer aus Farben. Grund ist ein Lauf, der "Corsa dei Ceri" (Kerzenlauf). Zu Ehren ihres Stadtpatrons veranstalten die Gubbier diesen verrückten Wettstreit, der als wichtigste und älteste Tradition Umbriens gilt.

Frankfurt am Main, 6. Mai 2016. In der Stadt Gubbio im Nordosten der italienischen Region Umbrien herrscht jedes Jahr am 15. Mai der Ausnahmezustand: Dann findet der „Corsa dei Ceri“ (Kerzenlauf) statt – eine der ältesten und gleichzeitig verrücktesten Traditionen Italiens. Anlässlich des Todestages ihres Stadtheiligen San Ubaldo, des Heiligen Ubald, strömen die Einwohner von Gubbio bunt gekleidet auf die Straßen, um an einer Prozession der etwas anderen Art teilzunehmen, die inzwischen den Beinamen „Lauf der Verrückten“ hat.
Früher veranstalteten die Bürger eine gewöhnliche Lichterprozession am Todestag des Heiligen Ubald, um den Schutzpatron und Stadtheiligen zu ehren. Inzwischen läuft der 15. Mai in Gubbio anders ab: Gruppen zu je einem Dutzend Männer wuchten drei hölzerne „Ceri“ (Kerzen) durch die engen Gassen der Stadt. Jene vier Meter hohen und knapp 300 Kilo schweren Artefakte stehen für drei Heilige, die Gubbio im Krieg gegen andere Städte unterstützten: Ubaldo (Ubald), Giorgio (Georg) und Antonio (Antonius). Vier Kilometer legen die Läufer zurück, die meiste Zeit geht es bergauf. Das Ziel des „Corsa dei Ceri“ ist die Basilika des Heiligen Ubald auf dem Monte Ingino. Die Träger werden während des Laufes regelmäßig ausgewechselt.
Entlang der Strecke feuern Schaulustige aus Gubbio und aus aller Welt die Kerzen-Träger an. Traditionell sind die Gubbier in gelb, blau und schwarz gekleidet, tragen dazu weiße Hosen sowie rote Gürtel und Halstücher. Als wäre das kunterbunte Spektakel in Umbrien nicht schon verrückt genug, ist das Ende erst Recht skurril: Der Gewinner des Kerzenlaufs steht schon fest. Egal, wer als erster den Kirchenhof erreicht, Vortritt an der Pforte hat jedes Jahr aufs Neue der Heilige Ubald. Die Gubbier verehren ihn bis heute heiß und innig. Kein einziges Mal wurde der „Corsa dei Ceri“ abgesagt, während der Weltkriege absolvierten die Frauen anstelle der Männer den verrückten Lauf. Früher wie heute wird nach dem Lauf das große Kerzenfest „Festa dei Ceri“ begangen. Obwohl der Kerzen-Lauf am 15. Mai skurril anmutet, ist er die wichtigste und älteste Tradition Umbriens: Die drei „Ceri“ bilden sogar das Wappen der Region.
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