Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen eine Brille

Veröffentlicht von: Mücke Mediendesign - André Mücke
Veröffentlicht am: 24.05.2016 10:57
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - Smartphones, Tablets und Computer gehören für Kinder und Jugendliche heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch mit dem technischen Fortschritt hält das menschliche Auge bisher nicht mit. Die Folge: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind kurzsichtig und benötigen eine Brille. Kinder machen heute viel mehr Naharbeit als früher und spielen weniger draußen. Dadurch wächst der Augapfel in die Länge. Deshalb verschiebe sich der Brennpunkt des Auges, der dann vor der Netzhaut liege. So seien nahe Objekte meist gut und scharf zu erkennen, weiter entfernte Gegenstände dagegen nicht.

Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Kurzsichtigkeit

Doch nicht nur moderne Technik scheint schuld an der grassierenden Kurzsichtigkeit zu sein, sondern die viele Naharbeit insgesamt, also auch in der Schule und bei den Hausaufgaben. Das legt zumindest eine Studie der Uni Mainz nahe. Die Forscher haben einen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Kurzsichtigkeit nachweisen können. Ihrer Studie zufolge war nur ein Viertel der Probanden ohne Ausbildung oder höhere Schulbildung von Kurzsichtigkeit betroffen, dafür aber mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Hochschulabsolventen. Das würde auch erklären, warum Ostasien von der Epidemie der Kurzsichtigkeit besonders stark betroffen ist. Traditionell fangen Kinder hier sehr früh an zu lernen und verbringen sehr viel Zeit mit Naharbeit, etwa bei den Hausaufgaben. Kein Wunder also, dass Kinder aus Shanghai, Singapur, Hongkong und Taipeh im weltweiten Pisa-Schultest regelmäßig die vorderen Plätze belegen. Zudem nutzen Kinder in vielen ostasiatischen Ländern sehr früh und intensiv Smartphones und Tablets. Da auch in Europa die Nutzung der Geräte zunimmt und immer mehr Schüler höhere Bildungsabschlüsse erreichen, gibt es auch hier mehr Kurzsichtige: Nach Daten des European Eye Epidemiology Consortium sind in Europa derzeit knapp 16 Prozent der 65- bis 69-Jährigen kurzsichtig. Bei den 55- bis 59-Jährigen haben schon fast 28 Prozent mindestens minus 0,75 Dioptrien – und bei den 25- bis 29-Jährigen sind es gut 47 Prozent.

Genetische Faktoren

Früher wurde angenommen, dass bei Kurzsichtigkeit (Informationen dazu erhalten Sie auch auf www.augenaerzte-in-muenster.de) genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Haben also Vater, Mutter oder beide Elternteile eine Brille, brauchen die Kinder wahrscheinlich auch eine. Um zu eine Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, empfiehlt Eckert Eltern, ihre Kinder häufiger draußen spielen zu lassen. Warum direktes Sonnenlicht Kinder vor Kurzsichtigkeit schützen kann, ist nicht eindeutig geklärt. Forscher nehmen an, dass dadurch eine größere Menge des Botenstoffs Dopamin ausgeschüttet werde, der wiederum das Wachstum des Augapfels hemme. Eine chinesische Studie, die im Herbst 2015 in der Fachzeitschrift „Journal of The American Medical Association“ veröffentlicht wurde, konnte ebenfalls zeigen, dass Sonnenlicht einen Einfluss auf die Sehfähigkeit von Kindern hat. Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler 2000 chinesische Grundschüler. Die Hälfte von ihnen wurde über drei Jahre täglich 40 Minuten nach draußen zum Spielen geschickt, die andere nicht. Von den Kindern, die draußen spielten, entwickelten 30 Prozent eine Kurzsichtigkeit, bei der anderen Hälfte waren es 40 Prozent. Die Autoren der Studie halten nun weitere Studien für erforderlich, um festzustellen, ob das Sonnenlicht die Kinder dauerhaft vor Kurzsichtigkeit schützt, oder den Zeitpunkt der Erkrankung nur hinauszögert.

Kein Weg zurück

Wenn Kinder erst einmal kurzsichtig sind, lässt sich diese Entwicklung jedoch nicht rückgängig machen. Im Gegenteil: Entwickeln Kinder schon in einem sehr jungen Alter eine starke Kurzsichtigkeit, steigt das Risiko für andere, schwere Augenerkrankungen wie Grüner und Grauer Star oder Netzhautablösungen.

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