Inaktivität und Depression als Folge der Diagnose Brustkrebs

Veröffentlicht von: Redaktion MEDIZIN ASPEKTE / MCP Wolff GmbH
Veröffentlicht am: 31.05.2016 17:16
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) -

Für Brustkrebs-Patientinnen eröffnet sich mit der Sekunde der Diagnosestellung ein Lebensabschnitt, der alles Bisherige auf den Kopf stellt. Fragen zum medizinischen Hintergrund der Erkrankung und der Therapie stehen zunächst im Vordergrund. Aber auch die Suche nach dem persönlichen "Wie geht es weiter?" beschäftigen die meisten Patientinnen rund um die Uhr. Die Folgen sind häufig eine bewusste Inaktivität und Schonung. Daraus können depressive Verstimmungen und ein sinkendes Selbstwertgefühl resultieren. Es drohen Rückzug und Isolation. Für PD Dr. Freerk Baumann, Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Bewegung, Sport und Krebs" am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule in Köln ist es daher nur allzu verständlich, wenn sich 30% aller Krebspatienten ein Jahr nach der medizinischen Therapie weniger als zuvor bewegen. (14)

Einfluss von körperlicher Aktivität auf Lebensqualität von Brustkrebs-Patientinnen

Dem läßt sich erfolgreich entgegenwirken. Körperliche Aktivitäten sind gefragt und verhelfen der Patientin zu mehr Wohlbefinden. F. Baumann vermeidet dabei ganz bewußt den Begriff "Sport" sondern spricht immer wieder von "Bewegung" und "körperlichen Aktivitäten". Dabei muß es nicht immer das ausgearbeitete (Fitness-)Programm sein. Schon einfache Bewegungen wie die tägliche Hausarbeit oder Gartenarbeit bis hin zu gesteigerten Aktivitäten wie Radfahren und Walken verhelfen, bewußt erlebt, zu mehr Lebensqualität. Wichtig ist, dass die Intensität, Dauer und die Art der Bewegung ganz individuell gesteuert werden.

Die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivitäten sind belegt. Es steigen körperliche Leistungsfähigkeiten sowie Arm- und Schulterbeweglichkeit. Die Müdigkeit (Fatigue) sinkt und Risiken für Osteoporose, Lymphödeme und Polyneuropathien werden vermindert. Einher gehen ein gesteigertes Selbstwertgefühl der Patientinnen und mehr Vitalität. Wer körperlich aktiv ist, kommuniziert mehr und befreit sich aus seiner lähmenden Isolation. Körperliche Aktivitäten fördern daher (auch) bei Brustkrebs-Patientinnen eine verbesserte Lebensqualität.

In ONKOLOGIE ASPEKTE (http://onkologie-aspekte.de) finden Sie im Artikel " Brustkrebs-Patientinnen - Isolation und Depression durch körperliche Inaktivität (http://onkologie-aspekte.de/brustkrebs-fortschritte-in-praevention-diagnose-therapie/) " einen Videobericht mit Statements der Experten.

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