Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk informierte am 01.06.2016 die Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss über aktuelle Aktivitäten

Veröffentlicht von: Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Veröffentlicht am: 03.06.2016 14:34
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, erläuterte die Aktivitäten in groben Zögen wie folgt:

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk versteht sich als unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung (Lobby) für pflegebedürftige und behinderte Menschen (Patienten) bzw. ihrer Rechtsvertreter / (pflegenden) Angehörigen und ist bei Bedarf in vielfältiger Weise um Beratung und Hilfe bemüht.
Die Unterstützung bzw. Veranlassung von entsprechenden Selbsthilfeaktivitäten, z.B. regelmäßige Pflegetreffs, Gesprächskreise und sonstige Gruppentreffen, ist dabei eine wichtige Aufgabe.
Die Gründung des Netzwerkes im Jahre 2008 geht auf meine Initiative zurück und beruht weitgehend auf Erfahrungen, die ich in familiären, beruflichen und sonstigen Aktivitäten sammeln konnte.
Das Netzwerk berücksichtigt bei seinen Aktivitäten in besonderem Maße die Bedürfnisse der dementiell erkrankten Personen.
Die demografische Entwicklung verdeutlicht, dass für dementiell erkrankte Menschen – deutlich zunehmend - erheblicher Hilfe- und Unterstützungsbedarf besteht.
Folgerichtig hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk auch 2012 den Runden Tisch Demenz in Neuss mit gegründet. Dieser Runde Tisch ist am Bundesprojekt „Lokale Allianzen“ beteiligt und hat einige Initiativen in Gang gebracht. Mit einem „Wegweiser“ werden v.a. Hausärzte, aber auch Angehörige und sonst Interessierte u.a. über Beratungshilfen informiert.
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Mein besonderes Engagement war in den zurückliegenden Jahren u.a. verschiedenen Themenfeldern in der Gesundheitskonferenz gewidmet:
So habe ich beginnend 2005 maßgeblich an der Erarbeitung eines Patientenratgebers für den Rhein-Kreis Neuss mitgewirkt. Dieser Ratgeber stand nach Fertigstellung im Internet zur Verfügung und konnte auch als Printexemplar erbeten werden.
Inzwischen ist diese Veröffentlichung nicht mehr von Bedeutung, weil es mittlerweile im BGB eine nähere Beschreibung der Patientenrechte gibt. Zu diesem Thema informiere ich nun regelmäßig in Vorträgen in der Volkshochschule Neuss. So z.B. wieder am 06.06.2016, 17.30 Uhr.
Ich arbeite im Übrigen seit Jahren in verschiedenen Arbeitskreisen der Gesundheitskonferenz mit und konnte u.a. erreichen, dass sich bereits früh ein Arbeitskreis mit der medizinischen Versorgung in den Pflegeeinrichtungen befasste.
Darauf aufbauend gab es dann einen weiteren Arbeitskreis, der das Thema Arzneimittelversorgung der älteren Menschen aufgriff. Im Jahre 2014 stellte dieser Arbeitskreis der Konferenz Handlungsempfehlungen vor. Befriedigende Ergebnisse konnten aber letztlich in der Arzneimittelversorgung nicht festgestellt werden.
Daher wurde das Arzneimittelthema beim letzten Neusser Pflegetreff am 27.04.2016 in Anwesenheit der Gesundheits- und Pflegeministerin NRW, Frau Barbara Steffens, erneut aufgegriffen.
Weitere Aktivitäten sind hinsichtlich der Medikationspraxis in Vorbereitung. Dass dies wichtig und notwendig ist, zeigt der Bericht in der „test“-Zeitschrift, Juni-Ausgabe 2016, der sich mit der Medikamentenversorgung im Krankenhaus befasst. Der WDR berichtete am 09.04.2016 darüber, dass bis zu 10% der Medikamentengaben im Krankenhaus falsch seien …. Und keiner merke es …
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Mittlerweile wurden 24 Pflegetreffs in Neuss - Erfttal durchgeführt. Bei diesen Veranstaltungen konnten immer wieder hochkarätige Podiumsgäste eingeladen werden. Sie kamen ohne Honorar und ohne jegliche Kostenerstattung. Nur so war es möglich, diese Großveranstaltungen mit bescheidenen Mitteln durchzuführen.
Als Gäste saßen u.a. auf dem Podium: Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, Wolfgang Bosbach, MdB, Karl-Josef Laumann, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bundesregierung.
Der Landrat des Rhein-Kreises Neuss bzw. der „alte“ und „neue“ Kreisdirektor kamen mehrfach für ein Grußwort zu den Treffs. Die Moderation übernahm mehrfach Herr Dr. Dörr, Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes Neuss.
Die letzten vier Pflegetreffs wurden auch mittels Film dokumentiert. Sie stehen bei Youtube kostenfrei zur Verfügung.
Im Übrigen hat mich der Rhein-Kreis Neuss mehrfach dadurch unterstützt, dass meine verschiedenen umfänglichen Statements als Printexemplare zur Verfügung standen.
Die Neusser Pflegetreffs haben mittlerweile bundesweite Bedeutung erlangt und werden uneingeschränkt als wichtige Veranstaltungen eingestuft.
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Der nächste Pflegetreff wird am 26.10.2016 stattfinden und sich vor allem mit den neuen Pflegegraden befassen. Diese werden ab 01.01.2017 die bisherigen Pflegestufen ablösen. Es gilt dann, dieses komplett neue Begutachtungsverfahren zu erläutern und auch zu hinterfragen.
Aus Gutachterkreisen habe ich erst vor wenigen Tagen erfahren, dass mit den neuen Pflegegraden rd. 30% der bisherigen auf körperliche Defizite beruhenden Pflegestufenzuordnung entfallen sollen. Dies würde den Kreis der pflegebedürftigen Menschen grundlegend verändern. Dazu habe ich das Bundesgesundheitsministerium bzw. Herrn Gröhe und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung – Spitzenverband – in Essen angeschrieben und um Stellungnahme gebeten.
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Das Netzwerk tritt seit Bestehen für eine deutliche Verbesserung der Pflege - Rahmenbedingungen, v.a. der Pflege-Stellenpläne (in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen) ein, weil nur eine ausreichende Zahl von Pflege(fach)kräften die allseits gewünschte Zuwendung einschließlich Begleitung in schwierigen Situationen (z.B. palliativmedizinisch / pflegerische Betreuung, Sterbebegleitung) gewährleisten kann. Seit Jahren werden für alle pflegerischen Bereiche Personalbemessungssysteme gefordert.
Der Bundesgesetzgeber hat sich mit dem Pflegestärkungsgesetz II veranlasst gesehen, im § 113c SGB XI eine Kommission vorzusehen, die ein bundeseinheitliches Personalbemessungssystem vorbereiten soll. Insoweit waren die entsprechenden Hinweise u.a. von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk nicht vergeblich.
Für die Zeit bis zu einer verbindlichen Personalbemessungsregelung sind nun die Ländergremien aufgefordert, für verbesserte Stellenschlüssel zu sorgen. Dazu hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk am 10.02.2016 sämtliche Länderministerien angeschrieben und die Gremien zu entsprechenden Verbesserungen aufgefordert.
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Vor einigen Wochen wurde ein Referentenentwurf für ein Pflegestärkungsgesetz (PSG) III vorgelegt. Darin soll, allgemein gesagt, die Pflegeplanung mit Hilfe der Kommunen verbessert werden.
Dazu hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk das Bundesgesundheitsministerium angeschrieben und ausgeführt, dass der weitere Ausbau der Pflegeplanung als völlig entbehrlich angesehen wird. Das PSG III müsse die dringend notwendige Gestaltung von Quartiershilfen in den Kommunen fördern und dafür den Ländern bzw. Kommunen Finanzmittel zur Verfügung stellen.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist – mit anderen – der Meinung, dass das Pflegeversicherungssystem dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ auf Dauer nur gerecht werden kann, wenn es „nahe bei den Menschen“ ergänzend Hilfe- und Unterstützungsstrukturen geben wird.
Der Rhein-Kreis Neuss hat das Thema „Quartiersentwicklung“ schon in mehreren Veranstaltungen aufgegriffen und mir u.a. am 14.08.2015 Gelegenheit gegeben, meine Vorstellung dazu zu erläutern. Das dazu von mir gefertigte Statement ist im Internet abrufbar.
Dass eine Quartiersentwicklung im Sinne meiner Vorstellungen Sinn macht und auch gut funktionieren kann, ist anhand der von mir Ende 2011 angestoßenen Quartiershilfen in Neuss-Erfttal gut zu belegen. Die erste Bürgerversammlung fand dazu am 18.01.2012 statt.
Mittlerweile konnten vielfältige Hilfestrukturen zielgerichtet entwickelt werden. Neben dem Bürgerhaus als zentrale Managementzentrale gibt es vielfältige Angebote, z.B. auch Betreutes Wohnen, eine Tagespflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz und ein Notinsel-Angebot. 2014 konnte für den Pfarreienverbund an der Erftmündung ein Lotsenpunkt-Projekt angeschlossen werden. Weiteres ist in Vorbereitung.
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Hinsichtlich der Planung von weiteren Pflegeeinrichtungen gibt es zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk unterschiedliche Auffassungen. Amtlicherseits wird hinsichtlich der weiteren Planung auf ein Überangebot an Pflegebetten in den Heimen verwiesen und eine Ausweitung entsprechender Angebote eher ausgeschlossen.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk neigt der Auffassung zu, die Planung von weiteren Pflegeeinrichtungen vornehmlich an den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen bzw. ihrer Angehörigen auszurichten. Und das bedeutet im Zweifel die Zulassung wohnortnaher Pflege - Versorgungseinrichtungen.
Ungeachtet einiger unterschiedlicher Einschätzungen hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk immer wieder herausgestellt, dass der Rhein-Kreis Neuss bezüglich der Versorgung pflegebedürftiger Menschen relativ gut aufgestellt ist und die immer wieder in den Medien beschriebenen Mangelzustände in den Heimen insoweit keine generalisierende Bestätigung finden können.
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Dass die vielfältigen Bemühungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk um Verbesserungen im Gesundheits- und Pflegesystem weithin Anerkennung finden, ist mehr als erfreulich. Es gibt immer wieder neue Motivation, auch bei Misserfolgen, weiter zu machen.
Danke sagen möchte ich an dieser Stelle noch einmal für einige Ehrungen:
17.11.2011 Verleihung des Ehrenpreises für soziales Engagement durch den Landschaftsverband Rheinland und 12.12.2013 Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes.

Werner Schell, Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Pressekontakt:

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Vorstand: Werner Schell – Harffer Straße 59 – 41469 Neuss
Tel.: 02131 / 150779 – E-Mail: ProPflege@wernerschell.de
Internet: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Firmenportrait:

Das Netzwerk versteht sich als Lobby (Interessenvertretung) für pflegebedürftige und behinderte Menschen (Patienten) bzw. ihrer Rechtsvertreter / (pflegenden) Angehörigen und ist bei Bedarf um Beratung und Hilfe bemüht.

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