Rekordjahr für Sportwetten: Wetteinsätze überspringen 5-Mrd.-Euro-Marke

Veröffentlicht von: Goldmedia GmbH
Veröffentlicht am: 08.06.2016 17:40
Rubrik: Finanzen & Versicherungen


(Presseportal openBroadcast) - Goldmedia veröffentlicht Studie "Glücksspielmarkt Deutschland 2016"

Berlin, 08. Juni 2016. Zum ersten Mal werden 2016 in Deutschland mehr als 5 Mrd. Euro auf Sportereignisse gewettet. Lagen die Wetteinsätze auf Sportwetten 2015 noch bei 4,8 Mrd. Euro, wachsen sie - auch wegen der Fußball-EM - in diesem Jahr auf 5,1 Mrd. Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia (www.Goldmedia.com) in ihrer soeben veröffentlichten Studie "Glücksspielmarkt Deutschland 2016". Der Sportwettenmarkt zeigt sich damit unbeeindruckt von der mittlerweile gescheiterten Konzessionsvergabe an Sportwettenanbieter in Deutschland.

Fußball-EM 2016 sorgt für noch mehr Wettfieber

Rückenwind erhält der Sportwettenmarkt durch das Großereignis des Jahres - die Fußball-Europameisterschaft 2016. "Wir gehen davon aus, dass die deutschen Sportwettenanbieter allein durch die EM 2016 zusätzliche Wetteinsätze in Höhe von rund 150 Mio. Euro generieren", erläutert Goldmedia-Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Goldhammer. "Die Nachfrage nach Sportwetten steht natürlich in einem Zusammenhang mit der Attraktivität der Sportereignisse. Ein Turnier wie die Fußball-EM mit 51 Partien zwischen 24 spielstarken Nationalmannschaften ist für alle Buchmacher von großer Bedeutung."

Private Sportwettenanbieter profitieren vom Wettboom trotz rechtlichen Schwebezustands

Insgesamt 4,9 Mrd. Euro der Wetteinsätze werden von privaten Sportwettenanbietern, lediglich 0,2 Mrd. von staatlichen Anbietern erzielt. Das ist insofern bemerkenswert, da jenseits des staatlichen Sportwettenangebotes ODDSET bislang keine weiteren Sportwettenanbieter in Deutschland offiziell zugelassen sind.

In dem seit 2012 gültigen Glücksspielstaatsvertrag der Länder existiert zwar eine Experimentierklausel, nach der 20 private Anbieter eine Sportwettenkonzession erhalten können, jedoch wurde bislang keine Konzession erteilt. Stattdessen gilt die Konzessionsvergabe aufgrund zahlreicher Klagen und einschlägiger Urteile als gescheitert. Alle Sportwettenanbieter agieren daher seit 2012 auf einem "grauen Markt": Sie befinden sich in einem Schwebezustand, indem sie einerseits keiner deutschen Regulierung unterliegen, andererseits aber, nach höchstrichterlichem Urteil des EuGH, ihre Dienstleistung trotzdem anbieten dürfen.

Der positiven Entwicklung des Sportwettenmarktes hat der Schwebezustand indes nicht geschadet. Das Wetteinsatzvolumen auf dem "grauen Markt" stieg von rund 3,3 Mrd. Euro (2012) auf 4,6 Mrd. Euro (2015). Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 12,1 Prozent!

Es kommt außerdem zu der paradoxen Situation, dass die Unternehmen mehrheitlich ihre erzielten Wetteinsätze versteuern, obwohl sie keine Konzession für ihre Tätigkeit in Deutschland haben. In die Länderhaushalte werden 2016 aus Sportwetten mehr als 250 Mio. Euro Steuereinnahmen fließen. Der Großteil wird mit 96 Prozent von kommerziell tätigen Sportwettenanbietern entrichtet.

Überwachung der Spielerschutzmaßnahmen bislang kaum möglich

Da die privaten Wettanbieter keine Konzession besitzen, können die Länder auch die Einhaltung von Maßnahmen zum Spielerschutz (z.B. Umfang der Live-Wetten, Höhe der Wetteinsätze) nicht prüfen. Mögliche Maßnahmen zum Spielerschutz basieren derzeit auf regulatorischen Vorgaben, die am Unternehmenssitz der Anbieter (vielfach Malta oder Gibraltar) gelten, sowie auf Selbstverpflichtungen und Gütesiegeln, die bei seriösen Anbietern zum Standard zählen. Ob und in welchem Umfang diese Schutzmaßnahmen jedoch online oder in den Annahmestellen der Wettvermittler umgesetzt werden, dazu erhalten die Aufsichtsbehörden derzeit keine Informationen.

Aktuelle Goldmedia-Studie "Glücksspielmarkt Deutschland 2016" gibt Marktüberblick

Die Goldmedia-Studie "Glücksspielmarkt Deutschland 2016" untersucht neben dem Sportwettenmarkt auch die Segmente Spielautomaten, Lotteriewesen und Spielbanken und gibt Ertragsprognosen für das Jahr 2016. In der Studie unberücksichtigt bleiben die in Deutschland unregulierten Märkte für Online-Casino und Online-Poker sowie der Schwarzmarkt für Sportwetten und Lotterien.

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