Innenministerkonferenz: Härtere Strafen für Handy am Steuer gefordert Handy-Bashing ist keine Lösung

Veröffentlicht von: Mobil in Deutschland e.V.
Veröffentlicht am: 15.06.2016 13:28
Rubrik: Logistik & Verkehr


Handy am Steuer
(Presseportal openBroadcast) - Ganz ohne Zweifel, es besteht dringender Handlungsbedarf. Die extreme Gefahr, die von der Handynutzung am Steuer ausgeht, ist offensichtlich. Trotzdem gibt es viel zu viele Handy-Sünder auf unseren Straßen. Nun fordert Ralf Jäger (SPD), Innenminister von NRW, härtere Strafen sowie eine Ausweitung des Handyverbots. Doch ist das tatsächlich die Lösung für das Problem? Eine echte Veränderung, die unsere Straßen sicherer macht, kann nur durch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen erreicht werden. Daher appelliert der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. an die Politik, mehr zu tun, als lediglich härtere Strafen und neue Verbote zu erlassen.

Es ist wichtig und richtig, dass sich die Politik dem so wichtigen Thema der Handynutzung am Steuer annimmt. Schließlich gefährden Handysünder nicht nur leichtfertig das eigene, sondern auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer. Hier gilt es, die Bürger und Verkehrsteilnehmer zu schützen. Umso begrüßenswerter ist es, dass Innenminister Ralf Jäger (SPD) bereits vor der heute beginnenden Innenministerkonferenz in Mettlach-Orscholz (Saarland) dieses wichtige Thema öffentlich platziert hat. Doch mit der von ihm gestellten Forderung nach höheren Strafen (bisher drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg) und der Ausweitung des Verbots, beispielsweise auf die bisher noch erlaubte Nutzung bei ausgeschaltetem Motor, stellt sich die Frage, ob das die richtige Lösung für das Problem der Handynutzung und der mit ihr einhergehenden Gefährdung sein kann? Martin Burkert (SPD), fordert als Vorsitzender des Bundesverkehrsausschuss sogar ein einmonatiges Fahrverbot für die Nutzung von Handy oder Tablet am Steuer.

„Durch Verbote, Bestrafung und „politisch rot gefärbtes Handy-Bashing“ lässt sich das notwendige Umdenken in den Köpfen der Menschen nicht erreichen“, so Dr. Michael Haberland, Verkehrsexperte und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V.

Demzufolge sind vielmehr Ansätze notwendig, die auch in der bundesweiten Verkehrssicherheitskampagne „BE SMART! Hände ans Steuer – Augen auf die Straße zum Tragen kommen:

- Prävention, Aufklärung und Sensibilisierung: Diese können u.a. durch Aktionen an Schulen und Fahrschulen, hier beispielsweise mit dem praktischen Lernen an Fahrsimulatoren, mit Plakataktionen an den Straßen, Spots im Fernsehen oder Kino sowie durch virale Aktionen in den sozialen Medien erreicht werden.

- Förderung technischer Lösungen: Dabei kann, beispielsweise durch das Vorführen und Erklären technischer Möglichkeiten, den Autofahrern und Verkehrsteilnehmern vor Augen geführt werden, wie das Handy während der Fahrt einfach und vor allem sicher und legal genutzt werden kann.

- Staatliche Förderung: Hier könnte die Politik motivieren statt sanktionieren. Durch Ausschreibungen und Wettbewerbe, die Förderung neuer technischer Lösungsmöglichkeiten sowie die Unterstützung gesellschaftlichen Engagements könnte sie nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch einen wichtigen Impuls für Verkehrssicherheit geben.

- Schaffung einer bundesweiten Datengrundlage: Die Innenministerien könnten gemeinsam und länderübergreifend durch umfassende Erhebungen zur Handynutzung am Steuer, die seit langem überfällige Datenbasis für Deutschland schaffen. Diese Grundlage kann helfen, zukünftige Aktionen für Verkehrssicherheit zielgerecht durchzuführen.

- Nachdenken über mögliche Anreizsysteme: Im Gegensatz zu bloßer Bestrafung kann bei einer positiven Herangehensweise an die Problematik über ein Anreizsystem nachgedacht werden, das beispielsweise bei nachgewiesener Einhaltung der Verkehrsregeln eine Belohnung in Form steuerlicher Vergünstigungen ermöglicht.

Der Automobilclub hat gemeinsam mit der TÜV SÜD AG die bundesweite Verkehrssicherheitskampagne „BE SMART! Hände ans Steuer – Augen auf die Straße“ initiiert, bei der Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Schirmherrschaft übernommen hat. Es ist das Ziel dieser Kampagne, durch einen positiven Ansatz mit vielseitigen Aktionen das uns allen wichtige Handy nicht an den Pranger zu stellen, sondern möglichst viele Menschen dafür zu sensibilisieren, als mündige Autofahrer ihr Handy eben nicht während der Fahrt in der Hand zu benutzen.

Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter www.besmart-mobil.de

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