Titan vs. Keramik: Die Gewichtung verschiebt sich

Veröffentlicht von: Arne von Sternheim, Implantologie & kosmetische Zahnheilkunde
Veröffentlicht am: 21.06.2016 15:08
Rubrik: Gesundheit & Medizin


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Titan vs. Keramik: Die Gewichtung verschiebt sich

Titan oder Keramik? Diese Frage nach dem Material eines Implantates wird seit geraumer Zeit stark diskutiert. Bislang habe ich in meiner Praxis Dr. Arne von Sternheim, bewährten und langjährig erprobten Titanimplantaten den Vorzug gegeben. Grund dafür sind die teilweise negativen Erfahrungen mit Keramikimplantaten in der Vergangenheit bei denen, die sehr früh auf diese Technik gesetzt hatten: Inaugurativ verwendete Keramik führten zu Implantatbrüchen, maschinierte, das heißt glatte Oberflächen zu fehlender Osseointegration, einteilige Systeme zu Frühbelastungen und alles zusammen zu niedrigen Erfolgsquoten.

Jetzt ist es Zeit anzuerkennen, dass in den vergangenen Jahren eine massive Weiterentwicklung keramischer Materialien stattgefunden hat. Gleichzeitig wurde das Handling während der Implantation verbessert. Keramische Implantate können daher mittlerweile als gleichwertig in Haltbarkeit und Einbringung angesehen werden. Mehr noch: Gegenüber Titanimplantaten scheinen sie bei manchen Indikationen, zum Beispiel angegriffener Immunabwehr oder starker Neigung zu abwehrenden Reaktionen gegen Metall, überlegen zu sein. Es sind zwar keine Vorfälle bekannt, die zu direkten allergischen Reaktionen geführt haben wie man es von z.B. nickelhaltigem Schmuck kennt, wohl aber Gesundheitseinschränkungen.

Die positivere Einschätzung ist nicht nur Stand aktueller wissenschaftlicher Forschung, sondern auch ganz persönliche Erfahrung mit jenen meiner Patienten, die sich zuletzt ausdrücklich für Keramikimplantate entschieden hatten. Hervorragende Einheilung und optimale ästhetische Integration in das bestehende Gebiss sind zwei Punkte, die besonders herausstechen.

Die Hochleistungskeramik Zirkonoxid, die in der Orthopädie seit langem für künstliche Hüftgelenke zum Einsatz kommt, erfüllt ganz offenbar die Anforderungen an die Dauerhaltbarkeit, wie Langzeiterfahrungen in Orthopädie und mittlerweile auch Implantologie zeigen. Meine Patienten fühlen sich wohl mit dem Werkstoff und betonen, dass sie ein gutes Gefühl mit Keramik haben, siehe dazu auch www.glam-smile.com. Die verwendeten Keramikimplantate sind durch und durch weiß und kommen der natürlichen Zahnfarbe sehr nah. Im Gegensatz zu Implantaten aus Titan sind störende graue Ränder am Zahnfleischsaum oder ein graues Durchschimmern ausgeschlossen. Selbst wenn das bedeckende Zahnfleisch extrem dünn ist oder zurückgeht, bleibt das Implantat vollkommen weiß. Nicht zuletzt deshalb scheinen mir Keramikimplantate insbesondere für den Einsatz im Frontzahnbereich angezeigt.

Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass zumindest bei einigen Patienten der Einsatz von Metallen in der Mundhöhle den gesamten Organismus negativ beeinflussen kann. Bislang lautete bei dieser Gruppe der Abwägungsprozess, Risiken bei der Haltbarkeit von Keramik gegen die schlechtere Biokompatibilität des Titanimplantats zu vergleichen. Hier hat sich das Risikoprofil nun eindeutig pro Keramik verschoben. Keramikimplantate sind komplett metallfrei und zu 100 Prozent biokompatibel. Dank der guten Gewebeverträglichkeit verläuft die Zahnfleischregeneration um das Implantat in der Regel gut.

Und auch die zu glatte Oberfläche ist überwunden: Weil moderne Keramik dank weiterentwickelter Produktionsverfahren ganz neue und angepasste Strukturen seiner Oberflächen erlaubt, nimmt die Bildung von Bakterien und Zahnbelag und damit das Risiko für Zahnfleischentzündungen signifikant ab - das Entzündungsrisiko ist sogar geringerer als bei eigenen Zähnen.

Fazit: Keramikimplantate gibt es seit 40 Jahren, jetzt fangen sie an, sich durchzusetzen. Dies, obwohl die Kosten für ein Implantat aus Keramik bis zu 250 Euro über denen aus Titan liegen. Neueste Ergebnisse aus der Forschung und eigene Erfahrungen in meiner Praxis Dr. Arne von Sternheim zeigen, dass Keramikimplantate für eine steigende Zahl von Patienten erste Wahl werden könnten.

Ausblick: In meiner nächsten Kolumne werde ich über die unterschiedlichen prothetischen Versorgungsvarianten im Vergleich Titan vs. Keramik berichten. Überpresst, direkt geschichtet, intra-/extraoral verklebt, zementiert, verschraubt, Einsatz individualisierter Abutments: Wann ist welche Strategie angezeigt, mit welchem Werkstoff sollte sie umgesetzt werden, wo liegen die Unterschiede.

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