Agile Arbeitswelt: Wunschdenken oder bereits Wirklichkeit?

Veröffentlicht von: Haufe Gruppe
Veröffentlicht am: 12.07.2016 15:08
Rubrik: Weiterbildung & Schulungen


(Presseportal openBroadcast) - Die Studie "Smart Workforce" der Haufe Akademie und der Wirtschaftshochschule ESCP Europe Berlin zeigt: Mitbestimmung, Gestaltungsfreiheit sowie die Möglichkeit individueller Karrierewege und flexibler Arbeitszeitmodelle kommen in Unternehmen bishe

Als Basis für die aktuelle Untersuchung dient der Haufe Quadrant (https://www.haufe.com/vision/mitarbeiterzentriertes-betriebssystem/), ein von Haufe entwickeltes Modell, das die Interaktion zwischen den Mitarbeitern und dem Organisationsdesign eines Unternehmens veranschaulicht. Im Zentrum der Forschung standen folgende Leitfragen: "Wie gestaltet sich das Organisationsdesign heute und wie sollte es zukünftig sein?" und "Welche Rolle haben Mitarbeiter heute und welche sollen sie zukünftig einnehmen?" Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Unternehmen und Mitarbeiter sich eine agile Arbeitswelt mit einem hohen Grad an Eigenverantwortung wünschen. Mitarbeiter fordern darüber hinaus mehr Gestaltungsfreiheit als Intrapreneure - als Unternehmer im Unternehmen. Die Rahmenbedingungen in Unternehmen hingegen lassen diese Art zu arbeiten bisher kaum zu. Damit wird klar: Für Unternehmen gibt es noch Einiges zu tun, um die an sie gestellten Herausforderungen zu meistern. Mit der Studie "Smart Workforce" zeigen die Haufe Akademie und die ESCP Europe Wege auf, um diesen Gap zu schließen.

Das Organisationsdesign

Die Ergebnisse zum aktuellen Organisationsdesign, das sich gemäß des Haufe Quadranten zwischen den Extremen "gesteuert" und "selbstorganisierend" bewegt, zeigen deutlich: Der Wunsch nach selbstorganisierenden Unternehmen ist groß. 96% der Befragten nannten dies als Organisationsform ihrer Wahl - insbesondere Mitarbeiter, die in einer gesteuerten Unternehmensstruktur arbeiten, äußerten diesen Wunsch. Erfreulich: 77% der Studienteilnehmer haben aktuell das Gefühl, bereits in einer "Selbstorganisation" zu arbeiten.

Trotz dieser an sich guten Ergebnisse konnten die Macher der Studie einige Punkte identifizieren, bei denen es durchaus Verbesserungsbedarf gibt. So wünscht sich beispielsweise die Mehrheit der Befragten mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung und Gestaltungsfreiheit (rund 80%) sowie eine offene Unternehmenskultur, in der Leistung auch durch ein Mehr an Verantwortung honoriert wird (rund 70%). Insgesamt wünschen sich 90% der Befragten, dass Mitarbeiter stärker von ihren Vorgesetzten ermutigt werden, die Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen.

Die Rolle der Mitarbeiter

Die Rolle der Mitarbeiter wird im Haufe Quadranten mit den Extremen "Umsetzer" und "Gestalter" definiert. Die Ergebnisse zeigen: Den Mitarbeiter der Zukunft wünschen sich 96% der Befragten in der Rolle des Gestalters, der aktiv als Intrapreneur in Erscheinung tritt. Aktuell betrachten aber nur knapp 70% der Studienteilnehmer ihre Mitarbeiter als solchen. Denn: Bisher haben beispielsweise lediglich 26% der Befragten das Gefühl, dass sich ihre Mitarbeiter eigenverantwortlich schwierigen Angelegenheiten stellen oder Verantwortung für ihre Fehler übernehmen (28%). Auch bei der intrinsischen Motivation, die Gestaltern nachgesagt wird, gibt es laut Studienergebnissen noch Verbesserungspotenzial. Obwohl sich 93% motivierte und damit leistungsfähigere und engagiertere Mitarbeiter wünschen, sehen dies in der Realität nur weniger als die Hälfte der Befragten (45%).

"Auf Basis der Ergebnisse konnten wir klare Forderungen an Unternehmen ableiten", so Torsten Bittlingmaier, Geschäftsführer Inhouse Training & Consulting der Haufe Akademie. "Sie müssen Kompetenz- und Laufbahnmodelle individualisieren und so Mitarbeitern Gestaltungsspielraum und Eigenverantwortung bieten. Auch die Erweiterung der Talent Programme um Jobcrafting-Elemente ist ein wichtiger Schritt." Die Befähigung der Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem und agilem Arbeiten sieht auch Prof. Dr. Marion Festing, Rektorin der ESCP Europe Berlin, als eine der wichtigsten Erkenntnisse: "In einer agilen Arbeitsumgebung wird HR zum Gestalter. Denn dort können Plattformen, Netzwerke und Instrumente etabliert werden, die auf Mitbestimmung und Austausch ausgelegt sind."

"Smart Workforce" - Arbeitswelten der Zukunft

Alle Ergebnisse der von der Haufe Akademie in Zusammenarbeit mit der ESCP Europe durchgeführten Befragung stehen kostenlos zum Download zur Verfügung: www.haufe.com/studie_smartworkforce (http://www.haufe.com/studie_smartworkforce) .


Informationen zur Studie

Die Haufe Akademie beauftragte die ESCP Europe mit der Durchführung der Studie "Smart Workforce - Arbeitswelten der Zukunft". Von September 2015 bis März 2016 wurde dafür die Einschätzung von Unternehmenseigentümern, Führungskräften und HR-Mitarbeitern in leitender und operativer Funktion erfasst. Insgesamt 237 Personen beteiligten sich an der Studie. Den Großteil der Teilnehmer machen mit 71%Mitarbeiter in Führungspositionen aus, darunter knapp 20 Prozent Mitglieder der Geschäftsführung. 22% der Studienteilnehmer sind Mitarbeiter ohne Personalverantwortung.


Über die ESCP Europe
Die ESCP Europe, die weltweit älteste Wirtschaftshochschule (est. 1819), mit ihrem seit 1973 bestehenden Multi-Campus Modell in Berlin, London, Madrid, Paris, Turin und Warschau "lebt" und fördert aktiv den europäischen Gedanken. Heute hat die ESCP Europe rund 4.000 Studierende und 5.000 Executives aus über 90 Nationen an ihren sechs europäischen Standorten.
Die ESCP Europe in Berlin ist als wissenschaftliche Hochschule staatlich anerkannt und bundesweit die erste Hochschule, die von allen drei wichtigen internationalen Akkreditierungsagenturen - AACSB, AMBA und EFMD (EQUIS) - anerkannt wurde und damit die so genannte "Triple Crown" erhalten hat. Als solche kann sie Abschlüsse verleihen, inklusive Doktortitel. Ihr Erfolg spiegelt sich auch in Rankings wider - im FT European Business School Ranking belegt die ESCP Europe regelmäßig Spitzenplätze.

Bildquelle: @Haufe

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