Deutsche Wissenschaftler erkennen im Urin Herzfehlfunktionen schon vor Auftreten von Symptomen

Veröffentlicht von: Mosaiques Diagnostics&Therapeutics AG
Veröffentlicht am: 14.07.2016 10:00
Rubrik: Gesundheit & Medizin


(Presseportal openBroadcast) - Neue Studien zur Erkennung von Herzschwäche

Neue Untersuchungen zur Erkennung einer Herzschwäche lassen die Fachwelt aufhorchen. Wissenschaftlern ist durch ein hochmodernes Analyseverfahren aus Urinproben die Früherkennung jener Herz-Fehlfunktion gelungen, die sich im Laufe der Zeit zu einer Herzschwäche entwickelt. Im Frühstadium verursacht diese Fehlfunktion noch keine Symptome, die auf eine Herzerkrankung hinweisen könnten. In einer weiteren Studie zeigten die Forscher, dass im Urin eine Herzschwäche trotz des Vorliegens einer Nierenerkrankung sicher nachgewiesen werden kann.

Die Fehlfunktion des Herzens wird anhand von 103 Biomarkern (Eiweiß-Bruchstücken) erkannt, die aus dem Urin der Patienten gefiltert werden. Dazu werden ein paar Milliliter Urin mit der sogenannten Proteomanalyse technisch aufbereitet, um ein persönliches Proteinmuster des Patienten zu ermitteln. Dieses Muster wird dann im Computer mit dem krankheitsspezifischen Biomarkermuster verglichen.

Das Auftreten einer Fehlfunktion des Herzens wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Dazu gehören die koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Stress und Rauchen. Ein klinischer Nachweis der Fehlfunktion ist bislang nur durch einen Kardiologen möglich gewesen. Eine Überweisung zum Kardiologen durch den Hausarzt erfolgt aber zumeist erst nach dem Auftreten von Symptomen.

Mit dem neuen Urin-Test kann praktisch jeder Hausarzt bei Personen mit entsprechenden Risikofaktoren eine Früherkennung durchführen. Diese ist nicht invasiv, nicht schmerzhaft und spart Zeit. Erst wenn die Urinuntersuchung etwas anzeigt, müssen weitere umfangreiche Untersuchungen durch einen Kardiologen erfolgen. Durch die frühere Erkennung der Fehlfunktion ist diese außerdem effizienter zu behandeln als eine Herzschwäche, die bereits Symptome zeigt. Dies führt zu einem besseren therapeutischen Erfolg. (Link zur aktuellen Pilot-Studie im Journal PLOS ONE)

In einer weiteren, jetzt im European Journal of Heart Failure veröffentlichten Studie, bewiesen die Wissenschaftler, dass sie mit einem krankheitsspezifischen Muster aus 107 Biomarkern im Urin eine Herzschwäche auch bei einer gleichzeitig vorliegenden chronischen Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie) erkennen. (Link zur Studie). Dies ist wichtig, da bei vielen Patienten mit Herzschwäche die Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Etwa 40 bis 50 Prozent aller Patienten mit Herzinsuffizienz haben auch eine eingeschränkte Nierenfunktion. Eine Studie zeigt: "Je kaputter die Nieren, desto höher ist die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz", so Professor Christoph Wanner von der Universität Würzburg. Dies liegt unter anderem an einer deutlich schwierigeren und damit weniger effizienten Behandelbarkeit. Der neue Urin-Test könnte die evidenz-basierte Behandlung verbessern.
Für den Hausarzt ist bei herz- und niereninsuffizienten Patienten deshalb in Zukunft wichtig, dass Nieren- und Herzfunktion gleichberechtigt erkannt, kontrolliert und mit herkömmlichen Medikamenten therapiert werden müssen. Wenn beides nicht rechtzeitig erkannt wird, gibt es kaum noch eine Chance auf Heilung.
Zwei Prozent aller Europäer leiden derzeit bereits an einer Herzmuskelschwäche. In Deutschland liegt die Zahl der an Herzinsuffizienz erkrankten Personen bei 7 pro 1.000 Einwohner. Herzinsuffizienz betrifft deutlich mehr alte als junge Menschen: etwa 10 Prozent der 75-Jährigen haben eine Herzschwäche. Die Anzahl der jährlich neu erkannten Fälle beträgt bei über 75-Jährigen mehr als 30 pro 1.000 Einwohner.

Im Alter kommt eine Herzschwäche besonders häufig vor, weil viele Menschen in diesem Lebensabschnitt an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck leiden. Männer trifft es dabei dreimal so häufig wie Frauen. Es ist zu erwarten, dass die Häufigkeit der Herzinsuffizienz in Zukunft weiter steigen wird, weil das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt.

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die Progression (das Fortschreiten) der Erkrankung noch nicht eingetreten ist und eine Therapie daher unumkehrbare
Schäden an Organen noch aufhalten kann.

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