Mit digitalem Fingerabdruck mehr Qualität in der Arznei- und Lebensmittelproduktion

Veröffentlicht von: BioRegio STERN Management GmbH
Veröffentlicht am: 03.08.2016 15:56
Rubrik: Wissenschaft & Forschung


(Presseportal openBroadcast) - micro-biolytics GmbH aus Esslingen: Technologieplattform zur Analyse und Digitalisierung von Flüssigkeiten

(Stuttgart/Esslingen) - Die micro-biolytics GmbH aus Esslingen am Neckar hat ein System entwickelt, das die lückenlose Kontrolle von flüssigen Substanzen bei der Arznei- und Lebensmittelproduktion ermöglicht. Dazu werden auf Basis der patentierten AquaSpec-Technologie Flüssigkeiten digitalisiert. Die gewonnenen Daten informieren schnell und zuverlässig über Veränderungen oder Verunreinigungen und sorgen somit für mehr Produktsicherheit, höhere Effizienz und letztendlich geringere Kosten. Nach ersten Verträgen mit namhaften Pharmakonzernen und Lebensmittelherstellern plant das Unternehmen nun den großangelegten Vertrieb seiner Produkte.

Durchgängige Prozesse, kontinuierlich kontrollierte Zulieferketten, selbstorganisierende Systeme und vernetzte Produktionsanlagen: "Industrie 4.0", das Topthema bei Maschinenbauern und Automobilherstellern, ist in den meisten Laboren und Pharmaunternehmen noch nicht angekommen. Dabei werden kontinuierlich überwachte Prozesse künftig auch bei der Herstellung von Arzneimitteln in der Biotech- und Pharmabranche über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Außerdem wird die digitale Transformation der Prozesse für mehr Produktsicherheit und geringere Produktionskosten sorgen.

Bisher scheitert die durchgängige Kontrolle der Zulieferkette jedoch häufig an hohem Aufwand und Kosten. "Wir können mit AquaSpec die Chargen eindeutig identifizieren und dank dieses digitalen Fingerabdrucks eine lückenlose Qualitätssicherung gewährleisten", erklärt Dipl.-Chem. Andreas Wolf, CEO der micro-biolytics GmbH (http://micro-biolytics.com/home/). "Die meisten Analysen erkennen lediglich vorab definierte Substanzen; was aber wenn eine Verunreinigung die Charge verdirbt, die zuvor gar nicht bekannt war?" Das Unternehmen aus Esslingen am Neckar geht daher bei der Analyse einen eigenen, neuen Weg: "Wir suchen nicht gezielt Substanzen, wir finden alle Inhaltsstoffe", beschreibt der Mitarbeiter Dipl.-Ing. Detlef Marsch die Methode. "Wir nutzen die patentierte AquaSpec-Technologie, um wässrige Proben - dazu zählen auch aufgelöste Tabletten - im industriellen Maßstab zu analysieren." Das Gerät wird dafür vorab mit den Daten der Idealzusammensetzung des gewünschten Produktes "gefüttert". "Wir finden dann auch die Inhaltsstoffe, die nicht hineingehören."

Das voll automatisierte System "MIRA Analyzer", das das Unternehmen seit kurzem vertreibt, liefert die Daten in kürzester Zeit - ohne aufwändige Probenaufbereitung. "Wir digitalisieren Flüssigkeiten", fasst Wolf zusammen. "Big Data - also die komplette Digitalisierung und Speicherung aller Ergebnisse und deren hoher Informationsgehalt - eröffnen ein weites neues Spektrum an Einsatzmöglichkeiten." Das Unternehmen hat bereits namhafte Pharmaunternehmen gewinnen und von den Vorteilen überzeugen können. Für Arzneimittelhersteller spielen neben der Produktsicherheit natürlich Zeit- und Kostenvorteile eine große Rolle, die nun auch für Mittelständler erschwinglich sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Biopharmazeutika wie Insulin und verschiedene Impfstoffe werden heute in Kulturen von Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen oder mit Hilfe von Säugetierzellen in aufwändigen Fermentationsprozessen in Bioreaktoren hergestellt. Jede kleinste Veränderung der Temperatur, der Zusammensetzung der Nährlösung etc. hat erheblichen Einfluss auf das Ergebnis, das für die Zulassung durch die Behörden nahezu hundertprozentig rein sein muss. Durch die kontinuierliche Überwachung der Lösungen wird jede Abweichung vom Soll sofort erkannt und digital abgespeichert. Diese Daten können dann für die Prozessoptimierung herangezogen werden.

Durchgängige Kontrolle ist auch in der Lebensmittelindustrie unverzichtbar. Deshalb arbeitet micro-biolytics seit 2012 mit der auf Qualitätssicherung und Analytik spezialisierten QFOOD GmbH aus Freiburg im Breisgau zusammen. QFOOD entwickelte mit Unterstützung von micro-biolytics die Produktionsüberwachung von Energy Drinks eines weltweit führenden Herstellers. Der Abfüller in den Niederlanden erhält nun die Auswertung der Inhaltsstoffe im laufenden Prozess in wenigen Minuten, was früher ein bis zwei Tage in Anspruch genommen hat - ein Zeitraum, in dem die Produkte gelagert und schlimmstenfalls sogar vernichtet werden mussten, falls eine Abweichung festgestellt wurde. Aktuell wird mit einer großen Brauerei zusammen eine "Bier-ID" entwickelt, um gleichbleibende Qualität im Fass zu ermöglichen.

Die Anwendungsgebiete für die Technologieplattform sind vielfältig: Fälschungen von Medikamenten, Kosmetika und Lebensmitteln lassen sich beispielsweise schnell identifizieren. "Unsere Technologie ist so genau, dass sogar einzelne Chargen und Produktionsstandorte erkannt und unterschieden werden. Im Kampf gegen Fälscher ist dadurch ein Durchbruch möglich", erklärt Marsch. Das Unternehmen erwartet im nächsten Jahr bereits einen Absatz von 50 Geräten. Der Umsatz von rund 1 Mio. Euro im Jahr 2015 würde sich dadurch verzehnfachen. Die Geräte sollen weiterhin in Esslingen produziert werden, die Lieferanten einzelner Module kommen überwiegend aus Süddeutschland und der Schweiz. "Wir benötigen dafür jedoch mehr Fläche - und einen weiteren Investor", erklärt Wolf die kurzfristige Zielsetzung des Unternehmens. Bisher ist lediglich der Life Science Fonds Esslingen an dem Unternehmen beteiligt. Aktuell werden Chemometriker und IT-Fachleute gesucht. Für Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH (http://www.bioregio-stern.de), die soeben für das Unternehmensnetzwerk "ELSA - Automatisierungslösungen für die Biowissenschaften" von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet wurde, ist das ein weiterer Beweis dafür, dass marktfähige Innovationen der Kooperation von Life-Sciences-Spezialisten und Ingenieuren bedürfen.

Bildquelle: micro-biolytics GmbH

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