Eine starke Beziehung

Veröffentlicht von: Aurum
Veröffentlicht am: 01.09.2016 15:08
Rubrik: Freizeit & Hobby


(Presseportal openBroadcast) - Wie der Beziehungstanz zwischen Vätern und Söhnen an Wahrhaftigkeit gewinnt

Bei genauerem Hinschauen können ewigschwelende Konflikte wie eine Tanzchoreographie anmuten: Ein spitze Formulierung, die einen wunden Punkt berührt - und schon wird eine Kaskade der Abwehr losgetreten. Der amerikanische Autor Sam Keen hat mit seinem Klassiker "Feuer im Bauch" maßgeblichen Anteil am Entstehen einer Männerbewegung, die der weiblichen Emanzipation das Bild eines neuen, einfühlsamen Mannes gegenübergestellt hat. So nachdrücklich er dafür plädierte, sich auch als Mann verletzlich zu zeigen, sosehr war auch die Beziehung zu seinem eigenen Sohn nicht davor gefeit, einem patriarchalen Tanz zu folgen, der fast schon archetypische Züge trägt: Das Ringen um die väterliche Anerkennung, die Rebellion - das Narrativ eines Heranwachsens, wie viele Söhne es erleben. Nur dass tragischerweise in den meisten Vater-Sohn-Geschichten der Schlussakkord der Versöhnung ausbleibt, zumindest zu Lebzeiten des Vaters.

In dem Buch "Verlorener Vater, suchender Sohn" gewährt der ehemalige Philosophieprofessor zusammen mit seinem Sohn Gifford Keen Einblicke in den zarten Prozess einer Wiederannäherung, der auch vor einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht Halt macht. Statt sich mit einem bloßen Waffenstillstand zu begnügen, lassen die beiden Keens ausgetretene Pfade der Beziehungsgestaltung hinter sich - und bezeugen in dem Bericht einer seelischen Abenteuerreise, welche Qualität von Begegnung zwischen Vater und Sohn möglich wird, wenn beide einer tiefen Sehnsucht Gehör schenken: der Sehnsucht, hinter den Masken der Verurteilung endlich den eigentlichen Vater, den eigentlichen Sohn zu sehen.

Eine neue Geschichte, die wohl eines Tiefpunktes bedarf, um ins Rollen zu kommen. Bei den beiden Keens ist es eine zunächst belanglose Unterhaltung in einem Cafe. Beide hatten den Eindruck, auf der dreitägigen gemeinsamen Wanderung zuvor Neuland betreten zu haben: Der Sohn hatte scheinbar offen aussprechen können, wie er die Scheidung seiner Eltern erlebte. Das Gefühl, im Stich gelassen zu werden, als Sam Keen zu seiner neuen Partnerin gezogen war und das vertraute Bild elterlicher Idylle unwiederbringlich zusammenbrach. Gifford hatte - nachdem er seinen gutdotierten Job in der IT-Branche an den Nagel gehängt hatte - seinem Vater geholfen, ein eigenes Haus zu bauen. Das Ideal eines freundschaftlichen Verhältnisses, es schien zum Greifen nah.

Da fragt Sam Keen seinen Sohn, was er zu machen gedenke, jetzt, wo er keiner Arbeit mehr nachgehe. Gifford Keen platzt der Kragen. Der spöttische Unterton, er kehrt den altbekannten Schmerz der Herabsetzung in ihm erneut hervor. Und alles Vorankommen in der Aussprache scheint urplötzlich in sich zusammenzubrechen. Er habe gekündigt, weil er seinen Beruf gehasst habe - und im Gegensatz zu ihm, seinem Vater, gern mit seinen Kindern zusammen sei. Gifford bricht überhastet auf - und der Vater fürchtet ernsthaft, seinen Sohn für immer verloren zu haben. Doch vorm Scherbenhaufen ihrer Beziehung stehend, lassen sich beide auf den tastenden Prozess des Nicht-Wissens ein, was passiert, wenn beide die Bereitschaft aufbringen, alles Gewesene aus dem Schatten des gärenden Grolls ans Tageslicht zu ziehen, wo es im Gespräch eine lüftende Einordnung erfahren darf.

"Wir mussten uns die bisher stumm gebliebenen Geschichten erzählen - die Erzählungen über die Leben, die wir uns selbst geschaffen, aber über die wir uns noch nicht miteinander ausgetauscht hatten", erinnert sich Sam Keen. Gleich einer langgehegten Eiterwunde, die endlich abfließen darf, tritt im gemeinsamen Auserzählen eine Verbundenheit zutage, die erst zaghaft, dann immer trittsicherer ein neues Beziehungsfundament ergründet.

Ausweichmanöver und das Festhalten an langgehegten Stereotypen werden nicht mehr mit hinterm Berg gehaltener Enttäuschung gerechtfertigt, stattdessen können die Erinnerungen an prägende Schlüsselmomente zur Genesung der immer nuancierteren Beziehung beitragen. Gifford beschreibt, wie er sich als kleines Kind mit seinem Gruseln vor unheimlichen Geräuschen im Zimmer alleingelassen fühlte - aber auch die Dankbarkeit, als sein Vater ihm bei seinen ersten Stranderkundungen am neuen Wohnort mehr Unabhängigkeit zutraute als die Mutter. Alles hat zwei Seiten. Das Buch zeigt auf, inwiefern in Vater-Sohn-Beziehungen ein Teil der Entfremdung gängigen Männlichkeitsmythen entspringt, die Väter - von Ahnen geerbt - an ihre Söhne weiterreichen. Sam und Gifford Keen haben ihr Beziehungsmosaik in einem sehr wahrhaftigen Buch zusammengetragen - ein Glücksfall für alle Familien, die sich auf dem Weg der Heilung tief verborgener Wunden inspirieren lassen wollen.

Über die Autoren
Sam Keen ist Autor zahlreicher Ratgeber, u.a. des Bestsellers "Feuer im Bauch", einem Klassiker der Männerliteratur. Er lebt in Sonoma, Kalifornien, und wenn er nicht schreibt oder auf Reisen ist, hält er Vorträge und gibt Seminare.

Gifford Keen hat Geisteswissenschaften am St. John's College in Santa Fe studiert und in verschiedenen Berufen gearbeitet - vom Apfelpflücker bis zum Software-Executive, vom Zimmermann bis zum Immobilienspekulanten. Er beschreibt sich selbst als pensionierten Software-Freak, widerwilligen Immobilienbesitzer und aufstrebenden Romancier. Gifford ist Vater eines Teenagers und einer Tochter im College. Er lebt mit seiner Frau in Santa Fe, New Mexico, wo er schreibt, meditiert, Yoga praktiziert und in der Natur wandern geht.

Über das Buch
Sam Keen - Gifford Keen
Verlorener Vater, suchender Sohn
Eine starke Beziehung
ca. 220 Seiten
17,95 EUR
Erscheinungstermin: 19. September 2016
ISBN 978-3-95883-054-7
Auch als E-Book erhältlich

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