Gefragt ist die Solidarität einer gut ausgestatteten Rentnergeneration

Veröffentlicht von: Caritas in Baden-Württemberg
Veröffentlicht am: 30.09.2016 10:56
Rubrik: Recht & Politik


(Presseportal openBroadcast) - Altersarmut: Erziehungszeiten im gesetzlichen Rentensystem stärker berücksichtigen

Stuttgart/ Freiburg, 30. September - Große gesellschaftliche Herausforderungen können nur nachhaltig gemeistert werden, wenn Alt und Jung gemeinsam anpacken. Darauf weist die Caritas in Baden-Württemberg angesichts der demografischen Entwicklung hin und ruft zum Inter-nationalen Tag der älteren Menschen (1. Oktober) zu mehr Solidarität unter den Generationen auf. "Die steigende Anzahl von Menschen in Altersarmut und der wachsende Bedarf an Pflege für ältere Menschen müssen dabei genauso im Blick sein wie die Frage, ob die jüngere Generation die Lasten einer immer älter werdenden Gesellschaft noch stemmen kann", so die Caritasdirektoren Pfarrer Oliver Merkelbach (Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg). Im Jahr 2060 wird es nur halb so viele unter 20-Jährige geben wie Menschen im Alter von 65 Jahren und älter. "Eine Gesellschaft des längeren Lebens braucht das Anpacken aller, der jungen Frauen und Männer ebenso wie der älteren Generation", so Appel und Merkelbach.

So müssten für das Rentensystem neue Lösungen erarbeitet werden, um einer zunehmenden Armut im Alter entgegenzuwirken. "Gerade Menschen mit lückenhaften Erwerbsbiografien müssen vorsorgen können, damit sie im Alter ein Einkommen oberhalb der Grundsicherung beziehen können." Vor allem allein stehende Frauen seien nach derzeitigem Stand von Altersarmut betroffen. Häufig haben sie unterbrochene Berufsbiografien, die aus der Familienarbeit resultieren. "Deshalb braucht es Konzepte, wie Erziehungs- und Pflegeleistungen bei der Altersvorsorge zukünftig angemessen berücksichtigt werden können", so die Caritasdirektoren. Einbezogen werden müsse auch, dass Eltern in der Familienphase aufgrund von finanzieller und zeitlicher Belastung oft weniger in ihre private Altersvorsorge investieren könnten.

Genauso wichtig ist nach Ansicht der Caritas in Baden-Württemberg, dass die junge Generation bei der Bewältigung ihrer künftigen Aufgaben von der älteren unterstützt wird. Die ältere Generation verfüge weithin über Gesundheit, Bildung und Erfahrung. Lag das Verhältnis der Beitragszahler zu Rentnern im Jahr 1964 noch bei 6 zu 1, liegt es aktuell bei 2 zu 1. "Damit die junge Generation die künftigen Lasten stemmen kann und in unserer Gesellschaft alle ein gutes Leben haben können, ist die Solidarität einer gut ausgestatteten Rentnergeneration gefragt", betonen die Caritasdirektoren und rufen dazu auf, die demografischen Herausforderungen als eine Chance auf Beteiligung zu sehen. "Wichtig ist, dass alle nach eigenen Kräften zum Gemeinwohl beitragen", so Appel und Merkelbach. Um den Sozialstaat möglichst demografiefest zu machen, sei bei allen Gesetzesvorhaben zu fragen, ob die Lasten möglichst gerecht zwischen den Generationen und innerhalb der Generationen verteilt sind.

Mit ihrer Kampagne "Mach dich stark für Generationengerechtigkeit" unterstützt die Caritas bundesweit die Bereitschaft, sich aktiv für eine generationengerechte Gesellschaft einzusetzen. Weitere Informationen unter www.starke-generationen.de

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Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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