Studie zu bayerischen Bio-Produkten in der Gemeinschaftsverpflegung: Nord-Süd-Gefälle beim Bio-Einsatz in Kantinen und Großküchen

Veröffentlicht von: Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn)
Veröffentlicht am: 24.11.2016 13:08
Rubrik: Recht & Politik


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(Mynewsdesk) Beim Angebot bayerischer Bio-Produkte und der Beschaffung bioregionaler Ware liegt in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle vor: In Oberbayern und Schwaben gibt es mehr Bio-Erzeugung als in den fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz. Auch die Lieferstrukturen, über die Caterer und Großverbraucher regionale Bio-Produkte aus Bayern beziehen können, sind vor allem in ländlichen Regionen noch ausbaufähig.

Das sind Ergebnisse einer Studie zur Beschaffungssituation bioregionaler Lebensmittel ? also bayerischer Bio-Produkte ? in der Gemeinschaftsverpflegung. Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) hat für die Untersuchung das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) beauftragt und die Studie beim BioForum ?Ökonomie trifft Ökologie - Wirtschaftlichkeit in der Großküche? am Donnerstag in Fürth vorgestellt. Bislang gab es keine Daten, die einen Gesamtüberblick über die Verfügbarkeit regionaler Bio-Ware für die Gemeinschaftsverpflegung in Bayern zugelassen haben.

?Regional erzeugte Bio-Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, auch im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung?, sagt Dr. Wolfram Schaecke, Leiter des KErn. Zwar steige die Zahl an Öko-Betrieben in Bayern, bisher wirke sich das aber noch nicht ausreichend auf die Beschaffungssituation für Großverbraucher in Bayern aus. ?Dadurch ist es noch nicht möglich, ein flächendeckendes Angebot mit bayerischen Bio-Produkten in Kantinen zu etablieren.? Derzeit gibt es in Bayern circa 16.400 Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen, davon sind ungefähr 400 (inkl. Restaurants) bio-zertifiziert.

Über die Hälfte der bayerischen Bio-Produkte aus Oberbayern und SchwabenVon den 7.419 bayerischen Bio-Betrieben (Stand 2015) sind 35,4 % in Oberbayern angesiedelt. Rund jeder fünfte Bio-Hof steht in Schwaben (21,1 %). Es folgen die Regierungsbezirke Niederbayern (10,4 %), Unterfranken (9,8 %), Oberpfalz (9,5 %) sowie Oberfranken (7,7 %) und Mittelfranken (6,1 %). Den meisten prozentualen Zuwachs an landwirtschaftlichen Öko-Betrieben gab es in Unterfranken. Dort hat sich die Anzahl im Vergleich zu 2012 um mehr als 50 % erhöht.

Im Schnitt wird mit knapp einem Drittel der Großteil der Bio-Produkte in Oberbayern produziert und verarbeitet. Die führende Rolle nimmt der südliche Regierungsbezirk besonders bei der Rinder-, Milch-, Eier- und Kartoffelproduktion ein. Auch die meisten Verarbeitungsbetriebe liegen in Oberbayern, ebenso wie die bio-zertifizierten Metzgereien, Mühlen und Bäckereien.

Vom Feld bis ans BüfettAus Sicht der Wissenschaftler, die neben der Datenerhebung auch Interviews mit Praktikern durchgeführt haben, mangele es vor allem jenseits der Ballungsgebiete an einem Angebot bayerischer Bio-Ware. Allerdings könne die Nachfrage in den meisten Regierungsbezirken über Großlieferanten gedeckt werden. In Franken und der Oberpfalz fehle es laut Studie jedoch an Großhändlern, die ein reines regionales Bio-Sortiment anbieten: Hier müssten Gastronomen auf Direktvermarkter und Lebensmitteleinzelhandel zurückgreifen.

Um die Beschaffungssituation zu verbessern, raten die Autoren der Studie, den biologischen Landbau insbesondere in Nordbayern weiterhin zu fördern sowie den Auf- und Ausbau von bioregionalen Lieferstrukturen zu unterstützen. Auch die Bewusstseinsbildung des Endverbrauchers spiele eine Rolle. ?Nur durch eine höhere Nachfrage der Kunden am Büfett der Kantinen und Betriebsrestaurants wird auch das Angebot bei Großhändlern nach bayerischer Bio-Ware langfristig steigen?, appelliert Schaecke.


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