Ein Erfahrungsbericht zum Upgrade auf SAP BW 7.5

Veröffentlicht von: Inspiricon AG
Veröffentlicht am: 31.08.2017 12:00
Rubrik: IT, Computer & Internet


(Presseportal openBroadcast) - Unverhofft kommt oft

Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht aus einem der letzten Kunden-Projekte von Inspiricon AG.

Es ist immer wieder spannend zu den ersten zu gehören, die mit neuen Releases, Support-Packages oder Tools arbeiten dürfen. Allerdings gibt es hierbei durchaus Tücken. Von einer solchen Überraschung handelt dieser Bericht.

Inspiricon entwickelte im Rahmen einer Migration sehr viele Daten-Modelle basierend auf den "neuen" Objekten ADSO (Advanced Datastore Objects) und Composite Provider, um diese als HANA-Views verfügbar zu machen und anschließend mit Native HANA-Mitteln weiterzuverarbeiten.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf ein Problem, welches beim Upgrade von SAP BW 7.4 auf BW 7.5 auftrat. Dieses Upgrade fand während eines Projektes statt.

Wie gesagt basierten die Datenmodelle hier vor allem auf ADSOs. Diese ADSOs können so modelliert werden, dass sie sich wie ein Cube verhalten oder wie ein klassisches DSO. Sie haben also entweder einen dedizierten Schlüssel (Variante DSO) oder alle Merkmale bilden gemeinsam den Schlüssel (Cube).

Ein weiterer Unterschied zwischen einem Cube und einem DSO ist, wie die Einheiten von Kennzahlen verwendet werden:
Bei Cubes gehört die Einheit zur Kennzahl: sie werden bei Transformationen in einer Regel verarbeitet.
Bei DSOs sieht es etwas anders aus. Hier wird die Einheit als separates Feld behandelt (also in Transformationen in 2 Regeln).

Unter SAP BW 7.4 wurden alle ADSOs wie DSOs behandelt (zwei Regeln).
Das Inspiricon-Team staunte nicht schlecht, als nach dem Upgrade die Transformationen zu allen ADSOs, die wie Cubes modelliert waren, nicht mehr funktionierten. Es gab keine Fehlermeldungen, vielmehr kam es zu Verschiebung der Daten zwischen den Feldern. Es waren ja jetzt weniger Felder in der Zielstruktur. Als das Team dann versuchte die Transformationen zu untersuchen, erhielt es folgenden Fehler:
Transformation 0JCY8PUB6MSZKS4EOR50SHHJFFT4THST enthält ungültige Regeln.

Wie erwähnt kam der Fehler nicht direkt und auch die Datentransferprozesse (DTPs) liefen teilweise "sauber", also ohne Fehlermeldung. Die Transformationen selbst wurden als aktiv angezeigt. Die Fehlermeldung erschien immer nur dann, wenn die Transformation geöffnet wurde. War keine besondere Logik hinterlegt, wurde sogar, wenn man die Transformation im Änderungsmodus öffnete, als automatischer Vorschlag die fehlende Einheit zugewiesen.

Leider gab es zum damaligen Zeitpunkt keine Korrektur von der SAP! Dem Inspiricon-Team blieb an dieser Stelle nichts anderes übrig, als die Fehler manuell zu korrigieren.

Das Team stand vor der Wahl alle ADSOs auf den Modus "Standard-DSO" umzustellen und dann zu hoffen, dass die automatische Aktivierung die Transformationen wieder korrekt zuordnet.

Oder es mussten alle Transformationen auf dem Testsystem angepasst werden.

Die Anpassung des ADSO-Modus war leider nicht möglich, da dies einen großen Einfluss auf unser Datenmodell gehabt hätte. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und in einer Hau-Ruck-Aktion mit vereinten Kräften die Transformationen anzupassen. Leider gab es bei komplexeren Logiken größere Komplikationen, da die ungültigen Regeln gelöscht wurden (und die anderen Systeme aktuell nicht verfügbar waren).

Inspiricon konnte alle Probleme lösen und das Projekt mit vertretbarer Verzögerung in die nächste Phase bringen. Das ließ sich allerdings nur durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erreichen, wie sie in solchen Projekten unerlässlich und für Inspiricon charakteristisch und selbstverständlich ist.

Die Erkenntnis in diesem Projekt war, dass neue Tools immer sehr, sehr spannend aber eben auch fehleranfällig sind. Inspiricon versucht deshalb neue Themen frühzeitig auf den eigenen internen Systemen zu testen (aktuell finden Versuche mit Predictive Analytics, Lumira 2.0 sowie SAP Leonardo statt).

Leider kann man nicht alles testen und bestimmte Dinge wie Upgrades oder Migrationen sind doch immer wieder sehr individuell. Das wird in allen Projekten berücksichtigt, indem mit entsprechenden Puffern gearbeitet und Kunden über die Risiken und Chancen eines Upgrades aufgeklärt werden. Gemeinsam entscheiden wir, welche Strategie für das aktuelle Projekt die Richtige ist.

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