Einführung von Bitcoin Core 0.15.0 – Eine Erklärung von CLLB Rechtsanwälte

Veröffentlicht von: CLLB Rechtsanwälte Partnerschaftsges. mbB
Veröffentlicht am: 21.09.2017 14:26
Rubrik: Recht & Politik


CLLB Rechtsanwälte
(Presseportal openBroadcast) - München, Berlin 21.09.2017 – CLLB erklärt die Grundlagen von Cryptocurrencies und Blockchain. Hier – Die Einführung des neuen Standards bei der Cryptocurrency Bitcoin Coure 0.15.0.

Letzte Woche war die offizielle Veröffentlichung von Bitcoin Core 0.15.0, des nunmehr bereits fünfzehnten Updates der Bitcoin-Software, die vor neun Jahren von Satoshi Nakamoto auf den Markt gebracht wurde. Die neuste Version wurde von mehr als 100 Softwareexperten entwickelt. Insbesondere Chaincode Labs, Blockstream und die Digital Currency Initiative des MIT haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet.
Bitcoin Core 0.15.0 bietet eine Verbesserung der Performance und Benutzerfreundlichkeit. Zudem sind neue Features enthalten, die besser mit dem aktuellen Netzwerkstatus kompatibel sind.
Umstrukturierung der Chainstate-Datenbank
Eine der markantesten Änderungen ist die Art der Speicherung des Status von Bitcoin-Blockchains. Der “Chainstate” bzw. das “UTXO-Set” wird in einer eigens dafür vorgesehenen Datenbank gespeichert, während die Kategorisierung zuvor erst nach den Transaktionen durchgeführt wurde. Wenn bisher der Versand von Bitcoins an verschiedene Outputs („Adressen“) erfolgte, wurden die unterschiedlichen Outputs in einem einzigen Datenbankeintrag gespeichert.
Mit Bitcoin Core 0.15.0, erhalten diese Outputs jeweils einen separaten Datenbankeintrag. Obwohl diese Methode mehr Speicherplatz erfordert, wird die CPU weniger beansprucht.
Konkret besteht der größte Vorteil dieser neuen Datenstruktur darin, die anfängliche Synchronisationszeit für neue Nodes um etwa 40% zu reduzieren. Zudem wird ein vereinfachter Code eingeführt und die Speicherauslastung gesenkt. Das Upgrade behebt auch einen Bug, der die Bitcoin Core Nodes theoretisch zum Absturz bringen könnte und dessen Existenz erstmals auf der „Breaking Bitcoin“-Konferenz in Paris veröffentlicht wurde.
Verbesserte Gebührenberechnung
Da sich der Platz in den Bitcoin-Blöcken während der vergangenen ein bis zwei Jahre rasant gefüllt hat, passen nicht alle Transaktionen in den ersten durch Mining gefundenen Block. Daher ziehen Miner üblicherweise Transkationen vor, die mit den höchsten Gebühren belegt sind.
Das Bitcoin-Netzwerk birgt eine gewisse Unberechenbarkeit aufgrund der unbestimmten Dauer für das Aufspüren von Blöcken und der Menge der zu jeder Zeit abgewickelten Transaktionen. Infolgedessen kann es schwierig sein, die Höhe der Transaktionsgebühr festzulegen.
Bitcoin Core 0.15.0 senkt die Ungewissheiten bei der Berechnung der Gebühren: Die neuste Version der Software enthält bessere Algorithmen für die Gebührenkalkulation. Dies liegt daran, dass die Software mehr Daten bei der Schätzung der nötigen Gebührenhöhe berücksichtigt, darunter die Gebühren für vergangene bestätigte Transaktionen sowie für unbestätigte Transaktionen (also Gebühren, die sich als unzureichend erwiesen haben).
Zusätzlich genießen Nutzer mehr Flexibilität hinsichtlich der anvisierten Bestätigungsdauer: Bitcoin Core 0.15.0 ermöglicht es Nutzern erstmals, eine bestimmte Gebührenhöhe festzulegen, aufgrund derer die Bestätigung ihrer Transaktionen nunmehr bis zu einer Woche dauern kann. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, das Risiko für eine Verzögerung der Transaktion durch eine plötzliche Transaktionswelle zu senken oder zu steigern.
„Replace-by-fee“-Funktion auf der Benutzeroberfläche
Trotz einer verbesserten Gebührenkalkulation müssen Nutzer möglicherweise länger als erhofft auf eine Bestätigung ihrer Transaktion warten. Mögliche Gründe dafür sind unter anderem plötzliche Transaktionswellen im Netzwerk oder Nutzer, die ihre Meinung ändern und ihre Transaktion schneller bestätigt haben wollen, als es die ursprünglich gezahlte Gebühr zulässt.
In diesen Fällen erlauben manche Wallets den Nutzern, ihre Transaktion mit einem „Replace-by-fee“-Tag (RBF) zu kennzeichnen. Durch eine derartige Kennzeichnung wissen Nodes und Miner im Netzwerk, dass der Nutzer diese Transaktion möglicherweise durch eine neuere Transaktion mit einer höheren Gebühr ersetzen möchte. Die Funktion ermöglicht es Nutzern, ihre Transaktion in der Warteliste nach oben zu schieben, um schneller eine Bestätigung zu erhalten.
Das RBF-Tag wird bereits seit mehr als einem Jahr von Bitcoin Core Nodes unterstützt. So werden Transaktionen mit dem RBF-Tag bereits jetzt schon automatisch durch Transaktionen mit höheren Gebühren ersetzt. Dennoch war es bisher eher schwierig für Wallet-Nutzer von Bitcoin Core, diese Funktion eigenständig zu nutzen.
Bis jetzt.
Die Bitcoin Core 0.15.0 Wallet führt auch einen neuen „Replace-by-fee“-Button auf der Benutzeroberfläche ein. So können Nutzer den passenden RBF-Tag anhängen und die Gebühren ihrer Transaktionen zu einem späteren Zeitpunkt unkompliziert erhöhen.
Unterstützung mehrerer Wallets (nur für Kunden und RPCs)
Mit Bitcoin Core 0.15.0 können Nutzer erstmals mehrere Wallets erstellen. Diese verfügen über ihre eigenen Bitcoin-Adressen, eigene private Schlüssel und daher über ihr eigenes Geld. Nutzer können die unterschiedlichen Wallets für verschiedenste Zwecke verwenden: Eine Wallet kann z.B. für private Alltagskäufe, eine andere für geschäftliche Transaktionen und eine weitere nur für das Trading genutzt werden.
Die Nutzung mehrerer Wallets bietet eine Reihe an Vorteilen. So wird die Bilanzierung einfacher und komfortabler. Zusätzlich profitieren Nutzer unkomplizierter von einer gesteigerten Privatsphäre, da die einzelnen Wallets nicht durch Blockchain-Analysen miteinander verknüpft werden können. Es ist ebenfalls möglich, verschiedene Wallets für bestimmte Anwendungen zu nutzen.
Derzeit ist die Arbeit in mehreren Wallets noch nicht für normale Wallet-Nutzer verfügbar. Nur fortgeschrittene Nutzer, die über vernetzte Anwendungen oder aus der Kommandozeile arbeiten, können das Feature nutzen.
Sonstige Verbesserungen
Abgesehen von den oben genannten Neuerungen bietet Bitcoin Core 0.15.0 - wie schon andere große Bitcoin Core Launches zuvor - einige Features, die die Performance zusätzlich verbessern. Ganz konkret wird durch diese Optimierungen die Geschwindigkeit gesteigert, mit der Blöcke aus dem Netzwerk heruntergeladen werden. Zudem wird die Startzeit der Nodes verkürzt und die Validierung von Blocks wird beschleunigt, wenn sich die Nodes auf dem neusten Stand befinden. Dies wiederum wirkt sich vorteilhaft auf die Verbreitung des Blocks im Netzwerk aus.
Zuletzt ist erwähnenswert, dass Bitcoin Core 0.15.0 die Verbindung zu BTC1-Nodes im Netzwerk trennt. Dies führt zu weniger Störungen im Bitcoin-Netzwerk, wenn das Netzwerk durch den Segwit2x Hardfork gespalten wird, da beide Node-Typen nachfolgend eine höhere Anzahl kompatibler Nodes vorfinden.
CLLB Rechtsanwälte berät bereits diverse Startups und Unternehmen zu den Themenkreisen Bitcoins und Blockchain und verfolgt die weitere Entwicklung vor Allem auch in rechtlicher Hinsicht weiter.

Pressekontakt:

István Cocron, CLLB Rechtsanwälte, Panoramastrasse 1, 10178 Berlin, Fon: 089/ 552 999 50, Fax: 089/552 999 90; Mail: cocron@cllb.de Web: www.cllb.de

Firmenportrait:

CLLB Rechtsanwälte steht für herausragende Expertise auf dem Gebiet des Zivilprozessrechts. Die Ausarbeitung und erfolgreiche Umsetzung einer zielführenden Prozessstrategie ist nicht nur in Großverfahren mit mehreren hundert geschädigten Investoren ein entscheidender Faktor. Auch komplexe Einzelverfahren gerade mit internationalem Bezug können nur durch den Einsatz spezifischer Erfahrung und detaillierter Sach- und Rechtskenntnis optimal geführt werden. Unsere Anwälte sind deshalb mit der Funktionsweise von Finanzprodukten der geregelten und ungeregelten Märkte bestens vertraut, als Kapitalmarktrechtspezialisten ausgewiesen und verfügen über langjährige, d.h. zum Teil mehr als zehnjährige, einschlägige Justizerfahrung vor Gerichten in der gesamten Bundesrepublik. Die Kanzlei CLLB Rechtsanwälte wurde im Jahr 2004 in München gegründet und konnte sich durch zahlreiche Erfolge in aufsehenerregenden Verfahren bereits nach kurzer Zeit etablieren. Beinahe zwangsläufig war deshalb die Erweiterung der Repräsentanz mit Eröffnung eines weiteren Standortes in der Bundeshauptstadt Berlin im Jahr 2007. Neben den vier Gründungspartnern István Cocron, Steffen Liebl, Dr. Henning Leitz und Franz Braun, deren Anfangsbuchstaben für die Marke "CLLB" stehen, ist mit Alexander Kainz seit 2008 ein weiterer Partner für den Mandantenerfolg verantwortlich. Mittlerweile vertreten zwölf Rechtsanwälte von CLLB die rechtlichen Interessen ihrer Mandanten. Sie sind dabei vorwiegend auf Klägerseite tätig und machen für sie Schadensersatzforderungen geltend. Das heißt kurz zusammengefasst: Wir können Klagen.


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